Forschung / Studien

Ein Extrakt aus grünem Tee hat in einer klinischen Phase-II-Studie die Remission einer oralen Leukoplakie begünstigt und die Zeit bis zum Auftreten eines Mundbodenkarzinoms verzögert. Dies berichten US-Forscher (Tsao et al. / Cancer Prevention Research 2009), die 41 Patienten über 12 Wochen mit dem Extrakt in drei unterschiedlichen Dosierungen oder mit Placebo behandelt haben. Die in dem Getränk enthaltenen Polyphenole hatten bereits in zahlreichen präklinischen Studien eine Karzinogenese verhindert, weshalb die Forscher nun eine klinische Prüfung durchführten, um die optimale Dosis beim Menschen zu ermitteln. Gleichzeitig lieferte die Studie erste Hinweise auf eine Wirksamkeit des Extrakts: Bei 58,8 Prozent der Teilnehmer kam es (ab einer Dosis von 500 mg/m2) zu Remissionen der Leukoplakie, was im Placeboarm nur bei 18,2 Prozent der Fall war. Auch die Histologie der Läsionen (sie wurden vor und nach der 12-wöchigen Therapie biopsiert) besserte sich bei 21,4 Prozent gegenüber 9,1 Prozent in der Placebogruppe.

GfBK-Kommentar: Die weißen, nicht abwischbaren Effloreszenzen auf der Mundschleimhaut, die als orale Leukoplakie bezeichnet werden, sind zumeist Folge eines langjährigen Alkohol- und Nikotinabusus. Sie bilden den Boden für ein späteres Karzinom und sind schwer zu behandeln. Umso erfreulicher, dass sich jetzt erste Hinweise auf die Wirksamkeit von Grünem Tee auf diese Krebsvorstufe gezeigt haben. Weitere klinische Studien müssen nun folgen. Der wichtigste Ratschlag, den Genussmittelkonsum von Alkohol und Zigaretten auf grünen Tee umzustellen, kann man aber jedem betroffnen Patienten schon jetzt empfehlen.