Forschung / Studien

Eine aktuelle tierexperimentelle Untersuchung konnte eine schützende Wirkung von 3,3-Diindolylmethan (DIM) in Bezug auf Strahlenschäden zeigen (Fan S et al./ PNAS 2013). DIM ist eines von vielen Stoffwechselprodukten, das aus Indol-3-Carbinol, einem Bestandteil von Brokkoli und Kohlsorten, umgewandelt wird.
Dabei wurden Ratten einer letalen Dosis Gamma-Strahlen ausgesetzt. Die Tiere der Therapiegruppe erhielten DIM intraperitoneal oder subkutan vor der Bestrahlung, die Tiere der Kontrollgruppe erhielten eine Placebo-Injektion. Während alle unbehandelten Ratten starben, lebten die Hälfte der mit DIM behandelten Ratten noch 30 Tage nach der Strahlenexposition. Auffällig war auch, dass in der behandelten Gruppe der Abfall der weißen und roten Blutkörperchen sowie der Thrombozyten geringer ausfiel.

GfBK-Kommentar: Denkbar wäre, dass das hohe antioxidative Potential der Brokkoli-Inhaltsstoffe ein Grund für die Schutzwirkung sein könnte. So konnte man auch am Beispiel von Selen mehrfach nachweisen, dass mit Selenit behandelte Normalgewebszellen bei Bestrahlung eine höhere Überlebensrate aufwiesen als Nichtbehandelte und Tumorzellen davon nicht beeinflusst wurden. Grund dafür könnten die während einer Strahlentherapie entstehenden freien Radikale sein, die sowohl die Tumorzellen als auch die umliegenden gesunden Zellen angreifen. Während die Tumorzellen jedoch aufgrund der Strahlen-Fokussierung auf das befallene Gewebe vollständig zugrunde gehen, werden die Normalzellen je nach Abstand zum Bestrahlungsfeld mehr oder weniger geschädigt. Bei jeder Zellschädigung entstehen jedoch freie Radikale, die sich über das Plasma im Körper verteilen und so sekundär weitere gesunde Zellen angreifen. Das systemisch verabreichte vierwertige Selen (fängt die Radikale im Extrazellulärraum ab und schützt so vor sekundärer Zerstörung gesunder Zellen. Ob das auch für DIM zutrifft, müssen weitere, am besten klinische Studien klären.
Doch damit nicht genug. DIM soll die Bildung von neuen Blutgefäßen (Angiogenese) hemmen und einen regulierenden Einfluss auf Geschlechtshormone haben. In einer Studie, die 2012 auf der Tagung der American Association of Pharmaceutical Scientists vorgestellt wurde, soll DCIM sogar bei triple-negativen Brusttumoren wirksam sein.
Unser Rat lautet daher, mehr Kohlgemüse zu essen (wegen der Hitzeempfindlichkeit häufiger auch roh) und sich wegen der höheren Konzentration an Inhaltsstoffen Brokkolisprossen zu keimen. Diese sind in guter Qualität als Samen inzwischen über das Internet erhältlich (Anbieteradressen können Sie bei der GfBK erfragen).