Forschung / Studien

Kann der Einsatz von Angiogenesehemmern das Überleben von Lungenkrebspatienten verlängern? Diese Frage stellten sich amerikanische Wissenschaftler, indem sie 878 Patienten mit rezidiviertem oder fortgeschrittenen NSCLC im Stadium IIIB oder IV randomisierten (Sandler / N Engl J Med 2006). Die einen erhielten eine Chemotherapie mit Carboplatin und Taxol, die anderen zusätzlich den Angiogenesehemmer Bevacizumab. Die Patienten, die Bevacizumab erhielten, lebten durchschnittlich 12,3 Monate; die Patienten, die nur Chemotherapie erhalten hatten, lebten mit 10,3 Monaten signifikant kürzer. Allerdings traten in der Bevacizumab-Gruppe deutlich häufiger schwere und tödliche Nebenwirkungen auf. Insgesamt verstarben 15 der 434 Patienten unter der Gabe des Angiogenesehemmers (hauptsächlich an Lungenblutungen und febriler Neutropenie), im Vergleich zu 2 von 444 Patienten unter alleiniger Chemotherapie.

GfBK-Kommentar: Diese Studie bestätigt die praktischen Erfahrungen, dass der Einsatz von Angiogenesehemmern im Einzelfall kritisch zu überdenken ist und nicht unbedingt einen Überlebensvorteil für die Betroffenen bringt. Betrachtet man den Unterschied in den Überlebensraten allein (12,3 versus 10,3 Monaten), so ist außerdem nur schwer zu verstehen, warum diese Substanzen bei NSCLC zunehmend Verwendung finden. Außerdem sollte man bedenken, dass die Angiogenesehemmer meistens nur in Kombination mit einer nebenwirkungsreichen Chemotherapie angewandt werden. Insbesondere bei fortgeschrittenen Tumoren halten wir daher eine individuelle Abwägung der geeigneten Therapieform für wichtig, insbesondere da bisher noch weitgehend unklar ist, welche Patienten wirklich von dieser Therapieform profitieren.

Da die Prognose bei Lungenkrebs nicht immer günstig ist und die schulmedizinischen Therapien von vielen Betroffenen als sehr belastend empfunden werden, ist eine begleitende biologische Therapie empfehlenswert, um Beschwerden zu lindern und um eine gute Lebensqualität zu erhalten. Außerdem kann durch eine frühzeitig begonnene biologische Behandlung der Erfolg schulmedizinischer Therapien verbessert werden. In ihrer Wirksamkeit bewährt hat sich die kombinierte Behandlung mit Mistel, Organpräparaten wie Thymus, mit Vitaminen, Selen, Enzymen und Sauerstoff.