Forschung / Studien

In einer Phase-II-Studie wurde nach ersten Erfolgen mit der Tumorvakzine L-BLP25, die sich gegen ein Antigen richtet, das bei NSCLC überexprimiert wird, nun untersucht, ob dessen Gabe einen Überlebensvorteil bringt (Butts / J Clin Oncol 2005). Dazu wurden 171 Patienten mit NSCLC im Stadium IIIB oder IV, die unter Erst-Linien-Therpapie nicht progredient waren, randomisiert und erhielten entweder Best Supportive Care oder zusätzlich die Tumorvakzine L-BLP25. Die Vakzinierung erfolgte mit wöchentlichen subkutanen Injektionen über einen Zeitraum von 8 Wochen. Außerdem erhielten die Patienten vor der Vakzinierung einmalig niedrig dosiertes Cyclophosphamid. Eine nennenswerte Toxizität trat unter der Gabe von L-BLP25 nicht auf. Die Lebensqualität blieb bei den Patienten, die eine Vakzinierung erhielten, sogar länger erhalten. Bezüglich des Gesamtüberlebens zeigte sich ein allerdings nicht signifikanter Überlebensvorteil von 4,4 Monaten. In der Subgruppenanalyse zeigte sich ein besonders starker Trend für ein besseres 2-Jahres-Überleben unter der Vakzinationstherapie bei Patienten ohne Metastasen und mit geringer Tumorlast.

GfBK-Kommentar: Immuntherapien bei Krebs gewinnen zunehmend auch in der konventionellen Onkologie an Bedeutung. Diese Studie bestätigt, dass sich die Heilungschancen mit der Tumorimpfung  für viele Patienten verbessern lassen können. Die Ergebnisse der Studie decken sich mit den praktischen Erfahrungen, dass Patienten mit geringer Tumorlast besonders von einer Tumorimpfung profitieren. Die beste Wirksamkeit einer Tumorimpfung dürfte dann erreicht werden, wenn die Impfung als Metastasen-Prophylaxe, gleich nach der Erstbehandlung, also nach der Operation erfolgt.