Forschung / Studien

In zwei randomisierten Phase-II-Studien (IDEAL 1 und 2) konnte an über 400 Patienten mit fortgeschrittenen nichtkleinzelligem Bronchial-Karzinom der Nutzen einer Monotherapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Gefitinib (Iressa®) gezeigt werden. Untersucht wurden Patienten, die bereits ein oder mehrere Platin- und/oder Docetaxel-haltige Chemotherapien erhalten hatten. Gefitinib wurde oral mit 250 oder 500 mg täglich verabreicht, wobei sich beide Dosierungen in der klinischen Wirksamkeit nicht unterschieden und die Gabe von 250 mg etwas besser vertragen wurde. Bei 10 bis 18% der Patienten zeigte sich eine Remission, bei 36 bis 54 % der Patienten stabilisierte sich der Krankheitsverlauf. Bei etwa 40 % der Patienten trat eine deutliche Linderung von tumorbedingten Symtomen ein. Etwa ein Drittel der Patienten lebte trotz der sehr schlechten Prognose eines NSCLC noch nach mehr als einem Jahr. Zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC ist Iressa® bisher in Japan und in den USA zugelassen, die Zulassung in der EU ist bereits beantragt.

GfBK-Kommentar: Gefitinib blockiert über die Tyrosinkinasehemmung den epidermalen Wachstumsfaktor EGFR, der bei der Weiterleitung von Wachstumsimpulsen eine zentrale Rolle spielt. Dieser Mechanismus der Wachstumshemmung scheint auch bei anderen soliden Tumoren eine Rolle zu spielen, was derzeit in mehreren klinischen Studien bei Kolorektal-, Mamma- und Prostatakarzinomen untersucht wird. Aufgrund des in der Literatur beschriebenen geringeren Nebenwirkungspotentials mit Auftreten von leichten Diarrhoen und Hauterscheinungen sehen wir einen Vorteil zu konventionellen zytostatischen Therapieregimen. Interessant ist auch die Tatsache, dass die Kombination von Gefitinib und First-line-Chemotherapie keine Vorteile brachte. Inwieweit eine Monotherapie mit Gefitinib in der First-line-Therapie gegenüber einer Chemotherapie bessere Erfolge zeigt, ist eine sehr interessante aber derzeit noch ungeklärte Fragestellung.