Forschung / Studien

Patienten mit Lungenkrebs und einer optimistischen Einstellung leben länger als pessimistische Lungenkrebspatienten. Diese Erkenntnisse gewannen Forscher einer 2010 veröffentlichten Studie (Novotny et al. / Journal of Thoracic Oncology 2010). In der aktuellen Studie identifizierten die Forscher pessimistische und optimistische Persönlichkeitsstile unter Patienten, indem sie die Optimismus-Pessimismus-Skala (PSM) des Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI) verwendeten. Sie untersuchten rückblickend 534 Lungenkrebspatienten, die circa 18 Jahre vor ihrer Diagnose einen MMPI vollendet hatten. Als optimistisch klassifizierte Patienten, lebten im Durchschnitt sechs Monate länger als Patienten mit einer pessimistischen Einstellung. Die fünfjährigen Überlebens-Raten für die zwei Gruppen lagen bei 33 Prozent für Optimisten und 21 Prozent für Pessimisten. Dieser Zusammenhang war unabhängig von Rauchen, dem Krebs-Stadium, dem Therapieverfahren, Komorbiditäten, dem Alter und dem Geschlecht der Betroffenen.

GfBK-Kommentar: Dass psychologische Faktoren einen Einfluss auf den Verlauf von Krebserkrankungen haben können, ist keine neue Erkenntnis, sondern wird seit Jahren von Forschungsbemühungen der sog. Psycho-Neuro-Immunologie gestützt. So konnte z. B. bestätigt werden, dass positive Gefühle, Freude und Lachen die Aktivität der Abwehrzellen erhöhen, während Ängste, Trauer oder Dauerstress die Abwehrleistung des Organismus beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, neben allen therapeutischen Bemühungen auch die psychische Stabilisierung in das Behandlungskonzept von Krebspatienten zu integrieren.