Forschung / Studien

Stupp R, Taillibert S, Kanner A, Read W, Steinberg DM, Lhermitte B, Toms S et al. Effect of Tumor-Treating Fields Plus Maintenance Temozolomide vs Maintenance Temozolomide Alone on Survival in Patients With GlioblastomaA Randomized Clinical Trial. JAMA 2017; 318(23): 2306-2316. doi:10.1001/jama.2017.18718

Mit elektrischen Wechselfeldern (Tumor Treating Fields, TTFields) kann das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben von Glioblastompatienten verlängert werden. Und zwar wurde dies bei Patienten gezeigt, die eine sogenannte „Wechselstrom-Haube“ zusätzlich zur Standardchemotherapie erhielten.
Hierfür wurden 695 Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom in der randomisierten Phase-III-Studie „EF-14“ untersucht. Die Probanden erhielten nach einer operativen Tumorresektion zunächst eine kombinierte Radiochemotherapie und anschließend entweder eine kombinierte Therapie mit elektrischen Wechselfeldern (TTF) und Temozolomid oder eine alleinige Erhaltungstherapie mit Temozolomid. Nach dem ersten Rezidiv konnte die Chemotherapie gewechselt werden, die Therapie mit den elektrischen Wechselfeldern wurde bis zum zweiten Rezidiv oder für 24 Monate beibehalten. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 40 Monate.
Das mediane Gesamtüberleben in der TTF-Gruppe verlängerte sich durch den kombinierten Therapieansatz um 4,9 Monate (20,9 versus 16,0 Monate). Die mediane progressionsfreie Überlebenszeit der Patienten der TTF-Gruppe war unter der kombinierten Therapie ebenfalls signifikant länger als bei den nur mit Temozolomid behandelten Patienten (6,7 versus 4,0 Monate).
Auch die Langzeitüberlebensraten waren bei den Patienten der TTF-Gruppe höher. So lebten nach zwei Jahren noch 43% der Patienten mit TTF gegenüber 31% ohne TTF. Nach fünf Jahren waren noch 13% der Patienten der TTF-Gruppe gegenüber 5% der Patienten ohne TTF am Leben. Dabei profitierten auch Patienten mit unmethyliertem MGMT-Promotor, die eine deutlich schlechtere Prognose haben, von der Behandlung mit TTFields.

GfBK-Kommentar: Da abgesehen von Hautreizungen oder Hautjucken keine systemrelevanten Nebenwirkungen unter dieser Therapieform auftreten und das Glioblastom eine sehr schlechte Prognose hat, sollte bereits nach der Operation und nicht erst bei Rezidiven an diese Form der Therapie mit elektrischen Feldern gedacht werden.
Hintergrund der Therapie ist die Beobachtung, dass rasch wechselnde elektrische Felder die Zellteilung verhindern, indem sie die Spindelbildung in der Mitose stören. Die elektrischen Felder werden dem Patienten über Keramik-Gel-Pads verabreicht. Sie sind in eine Haube integriert, die der Patienten zeitweise auf dem kahlgeschorenen Kopf trägt. Weitere Infos über diese neue Behandlung und eine Übersicht zu Behandlungszentren siehe unter: www.optune.com.