Forschung / Studien

Bisher war unklar, ob bei Ovarialkarzinom immer auch alle retroperitonealen Lymphknoten mitentfernt werden müssen. Dies widerlegt nun eine prospektive randomisierte Studie (Panici / J Natl Cancer Inst 2005), in der zwischen 1991 und 2003 427 Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom im Stadium III und IV aufgenommen wurden. Bei 216 Patienten wurden zusätzlich zum Primärtumor systematisch alle retroperitonealen Lymphknoten, bei den übrigen 211 nur vergößerte Lymphknoten entfernt. Das Ergebnis: Die komplette Lymphadenektomie verbesserte zwar das progressionsfreie Überleben auf 29,4 gegenüber 22,4 Monaten in der Kontrollgruppe, hatte jedoch keinen Einfluss auf das mediane Gesamtüberleben.

GfBK-Kommentar: Leider werden drei Viertel der Fälle von Eierstockskrebs erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Umso wichtiger ist es, den Tumor vollständig zu entfernen, da dadurch die  Heilungschancen optimiert werden. Dass eine komplette Lymphadenektomie nicht zu einer Verbesserung des Gesamtüberlebens führt, wie in dieser qualitativ gut durchgeführten Studie dargestellt wird, bedeutet in Zukunft hoffentlich für die betroffenen Patientinnen, dass weit weniger radikal operiert wird. Im Übrigen kann eine frühzeitige ergänzende biologische Therapie, am besten schon vor der Operation begonnen, verhindern, dass Rezidive entstehen. In ihrer Wirksamkeit bewährt hat sich die Behandlung mit Mistel oder Organextrakten (Thymus u.a.), Enzymen sowie hoch dosierten Vitaminen und Selen.