Forschung / Studien

Erfolgt zusätzlich zur intravenösen Gabe von Paclitaxel auch eine intraperitoneale Gabe von Paclitaxel und Cisplatin, kann die progressionsreie Zeit um mehr als fünf auf fast 24 Monate und das Gesamtüberleben um fast 16 Monate auf fast 66 Monate verlängert werden. Diese Ergebnisse zeigte eine US-amerikanische Studie mit 429 Ovarialkarzinompatientinnen (Armstrong / N Engl J Med 2006), bei denen nach erfolgter Operation noch ein Resttumor von maximal einem Zentimeter verblieben war. Verglichen wurden die Erfolge der intraperitonealen Therapie mit einer Verumgruppe, in denen die Frauen nur intravenös Paclitaxel und Cisplatin erhielten.

GfBK-Kommentar: Die Ergebnisse dieser Untersuchung geben Anlass, die bisherige Praxis einer rein intravenösen Verabreichungsform bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom zu überdenken. Allerdings ist die intraperitoneale Gabe aufwendiger und wird in Deutschland nur von wenigen Zentren qualifiziert durchgeführt. Leider wurde in dieser Studie nicht untersucht, ob Frauen auch von einer rein intraperitonealen Gabe (ohne intravenöses Paclitaxel) profitieren. Insbesondere sollte in weiteren Untersuchungen geprüft werden, ob auch Frauen mit größeren Resttumoren von der intraperitonealen Gabe profitieren. Durch den zusätzlichen Einsatz der Hyperthermie dürfte sich der beobachtete Behandlungserfolg noch optimieren lassen, da Hyperthermie die Wirkung von Zytostatika verstärkt und die Chemotherapieresistenz verringert.