Forschung / Studien

Da die 5-Jahres-Überlebensraten bei Pankreaskrebs im Vergleich zu anderen Tumorarten sehr gering sind, sucht die konventionelle Medizin schon seit Jahren nach effektiveren Therapien. Insbesondere die Frage, ob Patienten nach Tumorresektion eine adjuvante Chemotherapie erhalten sollten, wird unterschiedlich diskutiert. In der offenen und randomisierten Phase-III-Studie CONKO-01 wurde schon vor einigen Jahren der Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie mit Gemcitabine untersucht. Über 350 Patienten bekamen nach der Resektion entweder Gemcitabine oder keine adjuvante Behandlung. Die Gemcitabine-Therapie erfolgte zwischen 1998 und 2004 über sechs Zyklen zwischen Tag zehn und Tag 42 nach der Resektion. Nun legen die Mediziner um Oettle aus der Charite in Berlin eine Langzeitauswertung vor (Oettle H et al./ JAMA 2013).
Demnach war es bis September 2012 bei 87% der Patienten zu Rezidiven gekommen. In der Gruppe mit Gemcitabine lag die Rezidivrate bei 81%, in der ohne adjuvante Chemo bei 93%. Die mediane Nachbeobachtungsdauer lag zu diesem Zeitpunkt bei mehr als elf Jahren. Im Median betrug die krankheitsfreie Zeit 13,4 Monate in der Gemcitabin-Gruppe und 6,7 Monate in der Kontrollgruppe. Bei der Überlebensrate zeigte sich folgendes Ergebnis: Nach fünf Jahren lebten noch knapp 21% mit Gemcitabin-Therapie, nur halb so viele (10%) waren es in der Kontrollgruppe. Nach zehn Jahren lebten mit der adjuvanten Therapie noch 12,2% und 7,7% ohne adjuvante Therapie.

GfBK-Kommentar: Sieht man sich die absoluten Zahlen der Studie an, so kann es auch leicht zur Ernüchterung kommen: So starben die Patienten mit adjuvanter Therapie nach 22,8 Monaten, die ohne bereits nach 20,2 Monaten – eine Lebenszeitverlängerung von 2,6 Monaten. Letztendlich bleibt hier dem Therapeuten nur, im Einzelfall abzuwägen, ob eine Chemotherapie wirklich sinnvoll ist, zumal auch andere Maßnahmen aus der biologischen Medizin (L-Acetyl-Carnitin, Brokkoliextrakt, Vitamin C-Infusionen) zur Verfügung stehen.