Forschung / Studien

Auf dem ASCO (ASCO Annual Meeting Proceedings / Journal of Clinical Oncology, 2007) wurde eine andere vielversprechende Studie vorgestellt, die zeigen konnte, dass Prostatakarzinompatienten von der täglichen Gabe von Leinsamen profitieren. In die randomisierte Studie wurden insgesamt 161 Männer eingeschlossen, bei denen eine Operation wegen Prostatakarzinom bevorstand, und diese in vier Gruppen eingeteilt. In einer Gruppe nahmen die Patienten jeden Tag 30 Gramm Leinsamen (etwa drei Esslöffel) ein. In einer zweiten Gruppe führten die Patienten zusätzlich zur Einnahme von Leinsamen eine fettarme Diät durch. Die dritte Gruppe ernährte sich fettarm, nahm aber kein Leinsamen zu sich, und die Teilnehmer der vierten Studiengruppe erhielten gar keine Intervention.

Nach der Prostatektomie untersuchten die Forscher das Tumorzellwachstum in den resezierten Prostatadrüsen. Sie stellten fest, dass sich die Krebszellen bei den Männern, die zuvor Leinsamen eingenommen hatten, langsamer teilten als in den anderen Gruppen und ein um 40 Prozent geringeres Tumorzellwachstum aufwiesen. Die fettarme Diät hatte dagegen keinen Einfluss auf das Wachstum der Tumorzellen, wobei die Kombination aus Leinsamen plus Diät am wirksamsten war. Das Forscherteam will nun prüfen, ob Leinsamen mit oder ohne Diät das Rezidivrisiko von Männern mit operiertem Prostata-Ca verringern kann.

GfBK-Kommentar: Leinsamen ist reich an Omega-3-Fettsäuren bzw. Phytohormonen und hat antioxidative und proliferationshemmende Effekte auch bei anderen Tumoren, z.B. bei Brustkrebs. Wir empfehlen gerade auch im Hinblick auf die Förderung der Darmregulation die tägliche Einnahme von 2 Esslöffeln mit etwas Jogurt oder im Müsli. Zur besseren Verwertbarkeit sollte der Leinsamen frisch gemahlen werden oder fein aufgebrochen sein (in Reformhäusern erhältlich).