Forschung / Studien

Rowles JL, Ranard KM, Applegate CC, Jeon S, An R, Erdman JW. Processed and raw tomato consumption and risk of prostate cancer: a systematic review and dose–response meta-analysis. Prostate Cancer and Prostatic Diseases 2018; 21: 319–336

Männer, die viel Tomaten oder Tomatenprodukte essen, erkranken laut einer Metaanalyse mit 30 Studien und 260.461 Teilnehmern zu 20% seltener an Prostatakrebs als Männer, die nur wenige Tomaten essen. Dabei zeigte sich vor allem ein Effekt für erhitzte Tomaten oder verarbeitete Tomatenprodukte wie zum Beispiel Soßen. Für rohe Tomaten wurden jedoch keine Assoziationen gefunden. Außerdem gab es eine signifikante Dosis-Assoziation, die für den gesamten Tomatenkonsum beobachtet wurde. Allerdings waren die untersuchten Studien sehr heterogen, und nur in den qualitativ etwas schlechteren Fall-Kontroll-Studien zeigte sich dieser Effekt deutlich. Bezogen auf Fall-Kontroll-Studien betrug die Differenz 32%, in den hochwertigeren Kohortenstudien nur 8%.
Interessant sind auch die Ergebnisse aus 4 Studien mit fortgeschrittenen Prostatakarzinomen: Zwei Fall-Kontroll-Studien sehen insgesamt keinen signifikanten Zusammenhang. In zwei Kohortenstudien war das Risiko, an einem fortgeschrittenen Tumor zu erkranken um 11% geringer.
Die Autoren resümieren, dass ein Tomatenkonsum von 200 Gramm pro Woche das Tumorrisiko um 13 Prozent, ein Konsum von 1350 Gramm das Risiko um etwas mehr als die Hälfte senken könnte.

GfBK-Kommentar: Auch wenn die Metaanalyse viele heterogene Studienprotokolle mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen umfasste, ist klar, dass es nur förderlich sein kann, Tomaten zu essen. Bioverfügbarkeitsuntersuchungen erklären auch den besonderen Effekt von gekochten Tomaten oder Tomatensoßen, da das in Tomaten enthaltene stark antioxidativ wirksame Lykopin durch vorheriges Erhitzen der Tomaten besser für den Körper verfügbar gemacht wird. Insofern darauf achten, dass mehr gekochte Tomaten als rohe gegessen werden.