Forschung / Studien

Menschen, die hohe Vitamin-D-Spiegel im Blut aufweisen, erkranken seltener an Darmkrebs. Das ergab eine große europäische Studie an mehr als 520.000 Personen aus zehn westeuropäischen Ländern (Jenab et al. / British Medical Journal 2010).

Grundlage dieser Berechnungen war die sogenannte EPIC-Studie, bei der die Teilnehmer zwischen 1992 und 1998 Fragebögen zu ihrem Lebensstil und ihrer Ernährung ausgefüllt und Blutproben abgegeben hatten. In den darauffolgenden Jahren erkrankten 1.248 Teilnehmer an kolorektalem Karzinom. Die Forscher untersuchten die im Vorfeld gesammelten Blutproben dieser Patienten genauer und verglichen sie mit ebenso vielen gesunden Probanden.

Die Auswertung enthüllte einen starken umgekehrten Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration im Blut und dem Erkrankungsrisiko: Je mehr Vitamin D im Blut eines Teilnehmers enthalten war, desto geringer war das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Probandengruppe mit dem höchsten Vitamin-D-Spiegel wies ein um 40 Prozent geringeres Krebsrisiko auf als die Teilnehmer mit dem niedrigsten Vitamin-D-Spiegel. Genauere Analysen ergaben, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel besonders vor Kolonkrebs, aber weniger vor Rektumkrebs schützte.

GfBK-Kommentar: Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 70.000 Menschen an Darmkrebs. Er stellt bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebsart dar. Was andere Studien bereits bei anderen Tumorarten zeigen konnten (Lunge, Mamma, Melanom), scheint auch bei Darmkrebs der Fall zu sein: Menschen mit hohen Vitamin-D-Spiegeln im Blut erkranken seltener an Darmkrebs.

Noch ist allerdings unklar, ob sich dieser krebsvorbeugende Effekt auch durch eine gesteigerte Zufuhr von Vitamin D erzielen lässt, da die Forscher in dieser Studie keinen Zusammenhang zwischen der Verminderung des Darmkrebs-Risikos und Vitamin-D-reicher Ernährung finden konnten. Das Sonnenlicht sei offensichtlich sehr viel bedeutender für die Vitamin-D-Versorgung als die Ernährung, so die Autoren. Nur für die Zufuhr von kalzium-reicher Nahrung und Darmkrebs ließ sich ein risikosenkender Effekt nachweisen.

Daher unser Rat: Genießen Sie das „Sonnenvitamin“ Vitamin D möglichst täglich. Gehen Sie an die frische Luft, am besten fünf bis fünfzehn Minuten in der Mittagszeit bei zu rund 40% unbedeckter Haut und lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn andere die Sonne als krebserregend einstufen. Denn es gibt andererseits sogar Studien, die gezeigt haben, dass Sonnenexposition mit einer längeren Überlebenszeit bei Patienten mit Hautkrebs assoziiert ist.