Forschung / Studien

In einer amerikanischen Studie (Cruz-Correa / Clinical Gastroenterology and Hepatology 2006) wurde untersucht, inwieweit durch die Gabe von Curcumin und Quercetin das Auftreten von Polypen bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis reduziert werden kann. Dazu erhielten fünf Patienten, die bereits eine Entfernung von Teilen des Dickdarms hinter sich hatten, sechs Monate lang jeweils dreimal täglich 480 mg Curcumin und 20 mg Quercetin. Die Zahl der Polypen sank dabei im Verlauf der Studie um rund 60 Prozent; auch die Größe der Polypen verringerte sich.

GfBK-Kommentar: Die Fallzahl der Studie mit nur fünf Patienten ist natürlich viel zu gering, um eindeutige Aussagen zur Wirksamkeit treffen zu können. Es ist zu begrüßen, dass nun die Ergebnisse in einer weiteren Studie überprüft werden sollen. An dieser Studie ist außerdem zu bemängeln, dass die verabreichte Menge an Quercetin etwa der entsprach, die täglich mit Obst und Gemüse aufgenommen werden kann. Ob von den Autoren aufgrund dessen tatsächlich der Schluss gezogen werden kann, dass Curcumin damit für die Hauptwirkung verantwortlich zu machen sei, muss spekulativ bleiben.

Übrigens ist im Reagenzglas oder im Tierversuch für viele sekundäre Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse nachgewiesen worden, dass sie entweder die Tumorentstehung verhindern oder das Tumorwachstum hemmen. Man schätzt die Anzahl der sekundären Pflanzenstoffe auf inzwischen etwa 60.000 bis 100.000. Infolge Ihres weit verbreiteten Vorkommens in Obst und Gemüse halten wir es deshalb für besser, eine Krebsvorbeugung in Form von einer ausgewogenen vielseitigen Vitalkost mit viel Obst und Gemüse gegenüber isolierten Einzelextrakten vorzuziehen. Die Palette der sekundären Pflanzenstoffe kommt in einer Vielzahl von Gemüsen (besonders in Broccoli, Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Sojabohnen und Tomaten) bis hin zu Gewürzen, Kaffee, Tee, Wein und Heilkräutern vor. Curcumin, das gelbe Pigment im Wurzelstock Kurkuma, ist ein Inhaltsstoff des Currys (Rezept des „Kurkuma-Tomaten-Cocktails“ erhalten Sie bei der GfBK). Quercetin ist u.a. in Äpfeln und Zwiebeln enthalten.