Forschung / Studien

Ausgerechnet in einem aufbereiteten Grundnahrungsmittel, im Weizen, haben ungarische Ernährungswissenschaftler nun ein wirksames Präparat für Patienten mit kolorektalen Karzinomen gefunden und in einer klinischen Studie (Jakab / British Journal of Cancer 89, 2003) getestet. Dabei nahmen 66 Patienten mit kolorektalen Karzinomen den Weizenkeimextrakt für mindestens 6 Monate ein, während 104 Patienten die Kontrollgruppe bildeten. Das Ergebnis war überaus positiv: Fermentierter Weizenkeimextrakt (MSC) hatte bei Patienten, die dieses Präparat mehr als 6 Monate einnahmen, eine statistisch signifikante Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit zur Folge. Die Patienten waren auch länger frei von Metastasen als die Patienten in der Kontrollgruppe. Die Wirkung führen die Wissenschaftler auf Chinone zurück, die im Weizen vorkommen. Sie beeinflussen auf komplexe Weise das Immunsystem, hemmen die Bildung von Metastasen, wirken als Zellgift und regen den Stoffwechsel an.

GfBK-Kommentar: Das ungarische Gesundheitsministerium hat fermentierten Weizenkeimextrakt im Jahr 2002 als medizinisches Nahrungsergänzungsmittel für Krebspatienten zugelassen. Abgesehen von dem „unangenehmen Geschmack“ hat das Präparat praktisch keine Nebenwirkungen. Da sich in vorangegangenen Untersuchungen MSC bereits bei Patienten mit Krebs in der Kopf- und Halsregion, der Mundhöhle, im Bereich der Harnwege und bei Brustkrebs als günstig erwiesen hat, kann MSC als ergänzendes Präparat begleitend zur Chemotherapie und im Bereich der Nachsorge empfohlen werden.