Forschung / Studien

Nachträglich wurden von Jacobs et al. drei größere Studien ausgewertet, in denen Patienten beobachtet wurden, die kolorektale Adenome reseziert bekommen hatten. Ursprünglich wurde in diesen Studien nur der Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf das Widerauftreten von kolorektalen Adenomen innerhalb von 3-4 Jahren untersucht. Nachträglich wurde dann bei allen Patienten die Selenkonzentration im Blut ermittelt (Jacobs / J Natl Cancer Inst 17, 2004). Ergebnis: In allen drei Studien zeigten die Patienten mit den höchsten Selenspiegeln das geringste Risiko, an einem Adenom oder Darmkrebs zu erkranken. Allerdings waren die Untersuchungsergebnisse nur in einer der Studien signifikant.

GfBK-Kommentar: In dieser Untersuchung wurde leider nicht untersucht, ob die Patienten mit den höchsten Selenspiegeln auch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen hatten. Da Deutschland zu den Gebieten gehört, wo die Ackerböden relativ wenig Selen enthalten, werden mit der üblichen Ernährung nur durchschnittlich 30 bis 50 g täglich aufgenommen. Dies liegt an der unteren Grenze des normalen Bedarfs. Da die tägliche Ernährung oft nur einen Teil des Bedarfs deckt, halten wir je nach individueller Belastungssituation zusätzliche Einnahmen mit z. B. 50 µg Selenhefe für sinnvoll. In Nahrungsmitteln ist Selen vor allem in Innereien (Nieren, Leber), Fisch, Eigelb oder Fleisch enthalten. Fisch enthält pro 100g sogar 30 bis 70 µg Selen, so dass auch aus diesem Grund 1-2 Fischmahlzeiten in der Woche zu empfehlen sind.