Forschung / Studien

In den letzten Jahren wird immer deutlicher, dass Vitamin D nicht nur die Kalziumaufnahme und die Knochenmineralisierung fördert, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Tumorwachstums und der Entstehung von Tumoren spielt. Dies bestätigt nun eine große, prospektive Studie, die zeigt, dass der Plasmaspiegel von 25(OH)-Vitamin-D das Überleben von operierten Patienten mit kolorektalen Tumoren (CRC) beeinflusst (Zgaga L et al. J Clin Oncol 2014).
1.598 Patienten mit CRC im Stadium I–III nahmen an dieser Studie teil, wobei der Zusammenhang zwischen dem 25(OH)-Vitamin-D-Plasmaspiegel und dem stadienspezifischen Überleben untersucht wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass 49,7 % der Studienteilnehmer initial einen Vitamin-D-Mangel aufwiesen (25(OH)-Vitamin-D <10 ng/ml). Außerdem fand sich eine starke Assoziation zwischen der 25(OH)-Vitamin-D-Plasmakonzentration und der CRC-spezifischen sowie der allgemeinen Mortalität. Außerdem legten die gemessenen Interaktionen zwischen der 25(OH)-Vitamin-D-Plasmakonzentration und dem VDR-Genotyp einen kausalen Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem Überleben nahe.

GfBK-Kommentar: Diese Untersuchung bestätigt die bisherigen Erkenntnise aus Meta-Analysen und Studien, dass eine optimale Vitamin-D-Substitution den Krankheitsverlauf von Patienten mit kolorektalen Karzinomen verbessert (Pilz S et al. / Am J Kidney Dis 2011, Jenab M et al. / BMJ 2010, Ng K et al. / Journal of clinical oncology 2008). Jeder Onkologe sollte sich bewusst machen, dass durch höhere Vitamin D-Spiegel die Gesamtsterblichkeit um 48% und die tumorbedingte Sterblichkeit um 39% bei CRC-Patienten erniedrigt wird. Da Vitamin D auch auf andere bösartige Tumore einen positiven Einfluss gezeigt hat (zuletzt beim B-Zell-Lymphom: Bittenbring JT et al. / J Clin Oncol 2014), sollte die Bestimmung der 25(OH)-Vitamin-D-Plasmakonzentration und eine daraufhin abgestimmte Substitution zur täglichen Routine werden.