Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 13.12.2016

Erkrankt ein Elternteil an Krebs, belastet das die Kinder stark. Offenheit ist wichtig, damit sie mit ihren Sorgen nicht allein bleiben. Wenn Eltern ihre Erkrankung verschweigen, tun sie das mit guten Absichten. Sie wollen ihre Kinder schonen und vor Belastung schützen. Doch diese spüren sehr genau, wenn es der Mutter oder dem Vater schlecht geht. Und sie erleben die Veränderungen im Alltag, malen sich in ihrer Fantasie schlimme Dinge aus. „Eltern sollten so früh wie möglich über das Thema sprechen, auch mit kleinen Kindern”, empfiehlt Dr. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) in Heidelberg. Schätzungsweise 200.000 Kinder und Jugendliche erleben jährlich in Deutschland, dass Vater oder Mutter an Krebs erkranken. Manche Kinder ziehen sich zurück, andere verhalten sich aggressiv, werden in der Schule schlechter, zeigen körperliche Symptome. Etwa ein Drittel der Kinder mit einem ernsthaft kranken Elternteil zeigt psychische Auffälligkeiten. Das ermittelte die COSIP-Studie ("Children of Somatically Ill Parents").
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