Wörter erzeugen Wirklichkeit. Mit ihren Worten können Ärzte die Gesundheit fördern oder negativ beeinflussen. Sprache kann zum Therapeutikum werden.

„Sie sind austherapiert.“ - „Vor zehn Jahren wären Sie ein hoffnungsloser Fall gewesen.“ – „Für Sie können wir nichts mehr tun.“ Schlechte Nachrichten rufen körperliche Reaktionen hervor, können den Gesundheitszustand verschlechtern und zur sich selbsterfüllenden Prognose werden. Das hat die Nocebo-Forschung herausgefunden, die die Wirkung negativer Sätze, Gefühle und Vor-stellungen auf Erkrankungen untersucht.

Umgekehrt kann gelungene „Kommunikation zu einem komplementären Wirkmittel für die Behandlung werden“, sagt Prof. Dr. Hartmut Schröder, der an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) einen Lehrstuhl zu Sprachgebrauch und therapeutische Kommunikation innehat. Er beruft sich auf Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie. Traut der Arzt oder Heilpraktiker dem Patienten die Gesundung und Heilung zu, vermittelt er Zuversicht und Vertrauen in dessen Selbstwirksamkeit. Dabei ist wichtig, dass der Inhalt des Gesprochenen zur nonverbalen Kommunikation passt.

Diagnose und Prognose unterscheiden
„Ohne Chemotherapie leben Sie noch zwei Monate, mit - noch zehn Monate.“ - „Sie werden nur noch ein halbes Jahr leben.“ Immer wieder berichten Patienten von solchen negativen fixen Prognosen, so Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. „Solch eine Prognose steht einem Arzt nicht zu. Ich halte das für eine Anmaßung, praktisch ein Todesurteil zu sprechen. Wir wissen nicht wie lange Patienten noch leben.“ Ärzte und Heilpraktiker sollen eine Diagnose verständlich erklären, Behandlungsmöglichkeiten und Alternativen aufzeigen und vor allem deutlich machen: „Ich begleite Sie und bin da, egal was kommt.“ Vermittelt der Arzt, den Patienten zu unterstützen und zu begleiten, kann er Angst nehmen, die Lebensqualität verbessern und die Selbstheilungskräfte stärken.

Der innere Dialog
Auch die eigenen Gedanken, Sätze und Erwartungen können einen Einfluss auf den Verlauf von Erkrankungen haben. Selbstvorwürfe wie „Ich bin selbst schuld.“ oder Sätze wie „Das schaffe ich nie.“ können Nocebo-Effekte hervorrufen.

„Sie müssen…“ Druck und Stress
„Am schlimmsten war der Druck, den die Ärzte nach der Diagnose auf mich gemacht haben“, sagt eine Patientin. „Sie müssen sich sofort operieren lassen.“ - „Sie müssen dann Chemotherapie machen, sonst…“ Müssen macht Druck und Druck erzeugt Stress. Angst, Überforderung und Stress können dem Immunsystem schaden. Das ist an erhöhten Entzündungswerten festzustellen, wie die Psychoneuroimmunologie erforscht hat. Längerer psychischer Stress kann das Krebswachstum fördern, so Forschungsergebnisse von Professor Dr. Christian Schubert von der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie in Innsbruck.

„Sie müssen…“ nimmt Patienten die Selbstbestimmung. „Als Arzt kann man aus eigener Erfahrung und/oder aufgrund der wissenschaftlichen Studienlage empfehlen, aber nicht von oben herab die Behandlung verordnen“, sagt Dr. Irmey. Der Ärztliche Direktor hält eine wertschätzende Kommu-nikation zwischen Arzt und Patienten sowie einen achtsamen Umgang mit Worten für einen wich-tigen Bestandteil einer möglichen Behandlung. „Worte sind ein zweischneidiges Schwert: Sie kön-nen verletzen und heilen.“

 

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