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Gemeinsam einzigartig – eine anspruchsvolle Aufgabe

Stellungnahme der GfBK − Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. − zum Weltkrebstag 2026

Mit dem Motto „Gemeinsam einzigartig“, dem das englische „United by Unique“ zugrunde liegt, verbindet die UICC (Union International for Cancer Control, Genf, CH) die Forderung nach Personenzentrierter Gesundheitsversorgung und Pflege. Der personenzentrierte Ansatz des humanistischen Psychologen Carl Rogers besagt, dass eine Person, insbesondere wenn sie Rat sucht oder auf Hilfe angewiesen ist, mit ihren Bedürfnissen, Wertorientierungen und Präferenzen im Zentrum sie selbst betreffender Entscheidungen zu stehen hat, und von anderen – insbesondere von Handlungsträger:innen und Expert:innen des Gesundheitssystems als Partnerin auf Augenhöhe anzusprechen ist.

Dies gilt umso mehr, wenn eine existenzielle Situation eintritt, wie sie mit der Diagnose einer Krebserkrankung gegeben ist: „Der Mensch steht im Mittelpunkt – und das bedeutet zuallererst, Betroffenen eine eigene Entscheidung zu ermöglichen, um unser Gegenüber respektvoll zu behandeln und auch die Würde erkrankter Personen zu erhalten,“ begründet der Ärztliche Direktor der GfBK Dr. med. György Irmey die Beratungstätigkeit der Gesellschaft.

Neben der fachlichen und menschlichen Begleitung Betroffener ist daher auch die Information über Krankheit, Therapie, Begleiterscheinungen wie Therapienebenwirkungen und ihr Management eine Säule der Beratung. Verständnis für die systemische Erkrankung, ihre komplexen und in jedem Fall vielfältigen Ursachen sowie die ebenso komplexen Therapieoptionen aufzubauen, fordert Betroffene kognitiv und emotional heraus. „Diese Herausforderung gemeinsam anzunehmen, und so weit zu gehen, wie die individuelle Person es für richtig hält, bewältigen kann und braucht, sollte der Anspruch aller Ärztinnen und Ärzte, letztendlich aller Menschen sein, die an der Therapie mitwirken“ fordert Dr. med. Nicole Weis, Beratende Ärztin und Vorstand der GfBK.

Leitlinien für professionelles Handeln sind wichtig, um Erkenntnisse für alle zu sichern und verfügbar zu machen, die mit der Erkrankung zu tun haben. Die Individualität der Betroffenen, der individuellen Erkrankung und ihres Heilungsweges erfordert oftmals individuelle Entscheidungen auf dem Weg, sei es, weil eine Behandlung sich anders auswirkt als erwartet, oder Nebenwirkungen eintreten, die von der Leitlinie nicht erfasst sind. „Zu oft werden die medizinischen Leitlinien zu Leidlinien, indem sie als Gesetz missverstanden und möglichst gleichförmig auf Individuen angewendet werden. Beim Individuum, in seinem individuellen Krankheits- und Genesungsgeschehen resultieren daraus oft leidvolle Erfahrungen, die sowohl die körperliche Heilung wie auch die psychosoziale Ebene des Therapieprozesses beeinträchtigen.“ Die GfBK weist darauf hin, dass Betroffene jederzeit das Recht haben, einen Therapievorschlag abzulehnen, und dass diese Ablehnung keinerlei negative Konsequenzen für Patientin oder Patient nach sich ziehen darf, wozu auch dramatisierende Prognosen oder angedrohter Behandlungsabbruch zählen.

Die grundsätzliche Therapiefreiheit sichert auch umgekehrt die freie Wahl der Methoden: in gegenseitiger Absprache dürfen alle Methoden – auch ungewöhnliche, und auch solche, die eventuell noch nicht erprobt sind – angewendet werden. Die letzte Entscheidung liegt immer beim Patienten, bei der Patientin; Aufgabe des Therapeuten, der Therapeutin ist es, in einem angemessenen Rahmen aufzuklären. Das weitreichende Selbstbestimmungsrecht wird in der Realität jedoch schnell eingeschränkt durch Behandlungskos-ten, die abseits der Leitlinienverordnungen meist selbst zu tragen sind. „Dadurch entsteht in einem komplexen medizinischen Feld, in dem wir dramatische Zuwächse der Fallzahlen erleben, eine Abhängigkeit von der individuellen Finanzkraft, die in unserem solidarischen Gesundheitswesen nicht vorgesehen ist und Betroffene bisweilen extrem belastet,“ so Dr. Irmey.

Als einen Beitrag in dieser Gemengelage, in der viel zu tun bleibt, hat die GfBK Informationen erarbeitet, die sich als Orientierung an Betroffene wenden und ebenso als kompak-te Handreichungen für Therapeut:innen und Pflegende zu lesen sind. Grundlage ist das im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmungsrecht von Patient:innen sowie die Therapiefreiheit des Individuums. „Wir wünschen im Sinn unserer Patientinnen und Patienten, mutige und zuversichtliche Ärztinnen und Therapeuten, die sie auf dem individuellen Weg der Genesung begleiten, und dabei auch unkonventionelle Schritte mitgehen,“ wenden sich Dr. Weis und Dr. Irmey an die Kollegenschaft.

Die Patientenberichte der GfBK bestätigen diese Forderung: ehemals Betroffene geben weiter, dass ihr Weg individuell war, dass er meist ganz anders verlaufen ist, als erwartet, und dass sie es oft schwer hatten, professionelle Begleitung zu finden, die ihre persönlichen Entscheidungen unterstützt hat. Deshalb teilen sie ihre Zuversicht und auch ihre Therapietipps mit anderen Betroffenen: „Gemeinsam einzigartig“.

Weiterführende Informationen auf der Website der GfBK:

Selbstbestimmung und Therapiefreiheit
https://www.biokrebs.de/images/download/Therapie_Infos/Selbstbestimmung.pdf

Patientenaufklärung in der die Praxis
https://www.biokrebs.de/images/download/Therapie_Infos/Patientenaufklaerung.pdf

Betroffene berichten „Mein Weg mit Krebs“
https://www.biokrebs.de/mein-weg-mit-krebs/betroffene-berichten

 

Auf der Website des UICC:

Patientenorientierung als Grundlage von „Gemeinsam einzigartig“
https://www.uicc.org/news-and-updates/blog/26-m1-people-centred-care-remains-more-principle-practice

 

Pressekontakt
Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK)
Julia Malcherek, Pressereferentin
Mobil 0152 29 443122
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.biokrebs.de

 

GfBK-Presseinformation: Gemeinsam einzigartig − eine anspruchsvolle Aufgabe | Stellungnahme der GfBK zum Weltkrebstag 2026

 

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) ist ein unabhängiger, gemeinnüt-ziger Verein, der seit über 40 Jahren Krebspatienten, Angehörige und Therapeuten unterstützt. Mit über 13.000 Mitgliedern, Förderern und Spendern ist sie die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum.
Die GfBK setzt sich ein für eine individuelle, menschliche Krebstherapie, in der naturheilkundliche Methoden besonders berücksichtigt werden. Sie fördert die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten. Die Gesellschaft berät spendenbasiert und unabhängig über biologische Therapieverfahren. Die GfBK besitzt eine hohe fachliche Expertise in der komplementären Krebstherapie und nimmt fachlich Stellung zu bewährten und neuen therapeutischen Verfahren.
Die Arbeit wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und private Spenden finanziert. Die GfBK hat die Selbstverpflichtungserklärung (SVE) der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) unterzeichnet.