GfBK Patientenberichte – Sabine Hötzel schildert ihren Weg im Beitrag: Auf dem Weg der Heilung1995 erkrankte ich im Alter von 33 Jahren an Gebärmutterkrebs. Es wurde umfangreich operiert und anschließend bestrahlt. Da saß ich dann und hatte keine Ahnung, was das alles eigentlich sollte. So freute ich mich, alles gut überstanden zu haben, lernte während einer Reha, wie wunderbar es sein kann, wenn man Zeit für sich hat und gab nach gefühlten 1000 Versuchen endlich die Zigaretten auf. Aber es dauerte nicht lange und der Alltagstrott nahm mich wieder in Beschlag.

Zum zweiten Mal gerüttelt

Danach ging es mir erst mal ganz gut. Aber ich sollte ein zweites Mal gerüttelt werden. Seit einiger Zeit hatte ich ein Pfeifen beim Atmen und nahm an, dass es sich um eine Bronchitis handelte. Eine Röntgenuntersuchung zeigte zwei Metastasen im linken Lungenflügel, rechts eine kleinere. Mir riss es die Beine weg. Ich stellte mir zum ersten Mal Fragen wie: Was bedeutet Krebs? Warum bekomme ich Krebs? Ich nahm Kontakt zur Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr auf. Mir war klar: Die Schulmedizin ist für mich wichtig. Aber es gibt noch andere Dinge, die mich unterstützen. Mit Vitaminen, Enzymtabletten, Ginseng und Mistel zog ich im Krankenhaus ein. Der Chefarzt unterstützte mich. Durch meine beste Freundin kam ich in Berührung mit Energiearbeit. Ich las Rüdiger Dahlke und musste schmerzhaft Dinge an mir erkennen, die mir alles andere als lieb waren. Die OP war kein Spaziergang, die anschließenden Schmerzen furchtbar. Aber ohne Chemotherapie konnte ich nach drei Wochen das Krankenhaus verlassen. Sechs Wochen später sollte ich alles noch einmal erleben – nun auf der rechten Lungenseite. Dies blieb mir jedoch durch einen glücklichen Umstand erspart.

Zurück in die Tretmühle

Wieder fit, kniete ich mich in meine Arbeit. Aber ich merkte, dass ich in einer Tretmühle steckte, die ich mir eigentlich nicht erlauben durfte. Ich machte meine Arbeit über 100 Prozent und kam abends nach Hause, um völlig ausgelaugt auf die Couch zu sinken. Zehn Jahre nach meiner Lungenkrebserkrankung wurde dann ein Borderline-Tumor im Unterleib entdeckt. Wieder hatte ich Glück: Die Ärzte und das Krankenhaus waren toll. Aber ich stand erneut da wie ein begossener Pudel. Hatte ich nicht alles getan, um nicht genau wieder dorthin zu kommen? Hatte ich nicht permanent darauf geachtet, dass ich mir bei Unklarheiten Hilfe hole? Ich brauchte erst einmal ZEIT. Ich musste sortieren, verdauen, damit fertig werden. Diese Zeit schenkte mir elementare Erkenntnisse: Nein, wir haben nicht alles in der Hand!! Wir sind es nicht allein, die Dinge bewegen. Ich befasste mich mit der Frage nach einer höherer Kraft / Energie, nach Gott. Und: Was wäre eigentlich, wenn ich in einem Jahr nicht mehr da wäre? Würde ich so weiterleben wollen wie bisher? Entspricht dies meinem Lebensziel?

Das leise Singen der Seele

Oft ging ich im Wald spazieren, um Kraft zu schöpfen und mich an winzigen Dingen zu erfreuen. Ich stellte fest, dass es nur einen Zustand von „glücklich“ gab, nämlich „glücklich“. Dieses leise Singen der Seele kann überall stattfinden. Glücklich ist glücklich! Ich spürte mir nach, ich horchte in mich hinein, ich zog mich zurück, ich nahm mich wahr und fand eine wunderbare Ruhe. Ein Geschenk, für das ich dem Krebs danke. Ich sehe ihn nicht als Feind. Wäre er nicht gewesen und eine riesige Portion Gottes Segen, wäre ich nicht an dem Punkt wie heute, den ich um nichts auf der Welt mehr eintauschen will. Ich bin mir wirklich nahe und weiß, was ich fühle und denke.

Tun, wonach einem wirklich ist

So arbeite ich seit 2010 nur noch dreieinhalb Tage angestellt und fülle die restliche Zeit seit März mit einem großen Herzenswunsch: Ich gebe meine Erfahrung an andere Krebspatienten weiter. Meine Gesprächsgruppen sollen zum Austausch aller Beteiligten dienen. Auch biete ich das Bochumer Gesundheitstraining an und Visualisierungsabende nach Dr. Simonton. Für die Unterstützung und die vielen glücklichen Fügungen, die mich auf diesen Weg gebracht haben, bin ich einfach unglaublich dankbar.

In diesem Videobeitrag berichtet Sabine Hötzel, wie sie ihren persönlichen Weg durch die Krankheit gesucht und gefunden hat.