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© Astrid Schulz

„Ich will ganzheitlich heilen"

Der Gesundheit auf der Spur... Astrid Schulz in momentum 02/2025

Dr. med. dent. Astrid Schulz ist eine ganzheitliche Zahnärztin mit eigener Praxis und dem Wunsch nach einer großen Familie. Eine weitere Herausforderung kommt hinzu: eine Krebserkrankung zur Zeit der ersten Schwangerschaft. Für Jahre ist die junge Ärztin mit ihrer eigenen Heilung beschäftigt. Sie ist in der Rolle der Patientin, der die Ärzte nicht erklären können, warum sie von der Krankheit betroffen ist. Der Krebs in ihrer Mundhöhle fällt in ihre eigene Disziplin, und als Ärztin bildet sie sich weiter – auch in eigener Sache, denn ihr Wunsch ist klar, sie will „ganzheitlich heilen“.
Wir haben Astrid Schulz als Referentin für unseren GfBK-Kongress gewinnen können, der ab 7. November 2025 online stattfinden wird. Für die momentum berichtet sie von ihrem persönlichen Heilungsweg und macht deutlich, wie sehr ihre Arbeit als Zahnärztin – ihre Motivation, Gesundheit weiterzugeben, und ihr Verständnis für Patient:innen – von dieser Erfahrung geprägt ist.

Mein Weg in die Ganzheitlichkeit

Schon mein Großvater wandte als Allgemeinarzt in den 1950er-Jahren Homöopathie an. Mütterlicherseits ist meine Familie mehrheitlich in der Medizin verwurzelt und seit drei Generationen ganzheitlich aktiv. Meine eigene Reise zur Ganzheitlichkeit wurde durch eine persönliche Erfahrung geprägt. Als ich 18 Jahre alt war, erkrankte meine Tante an Krebs. Die Prognose nach ihrer Operation versprach nur sechs Monate bis zwei Jahre zu erwartende Lebenszeit. Sie war Mutter von vier Kindern, das jüngste war zu diesem Zeitpunkt elf Jahre alt. Die Schulmedizin konnte nichts mehr für sie tun. Doch mein Onkel, selbst Zahnarzt, unterstützte sie mit ganzheitlichen Methoden wie Elektroakupunktur nach Voll (EAV), Sauerstofftherapie und einer anthroposophischen Behandlung. Entgegen allen ärztlichen Erwartungen lebte sie noch sechs Jahre.

Das war eine prägende Erfahrung für mich, durch die ich mich in den folgenden Jahren für komplementäre Heilmethoden öffnete. Damals entstand in mir der Wunsch, ganzheitlich zu heilen.

Die ersten Warnsignale und die Suche nach Alternativen

Schon als junge Frau litt ich unter wiederkehrenden Blasenentzündungen. Zunächst wurde ich vom Arzt klassisch mit der Einnahme von Antibiotika behandelt. Nach ein paar Jahren waren diese nahezu wirkungslos. Ich wechselte zu ganzheitlichen Mitteln, um die Beschwerden zu lindern. In dieser Zeit habe ich Zahnmedizin studiert. Die praktische Seite meines zahnärztlichen Berufs gefiel mir sehr. Ich begann, als Assistentin zu arbeiten, was in dieser Zeit das Legen und Entfernen von Amalgamfüllungen beinhaltete.

Schon während des Beginns meiner Berufsausbildung bekam ich eine wunde Stelle an der Zunge. Sie wurde als Leukoplakie diagnostiziert und sollte schwerwiegende Folgen haben. Während dieser Zeit machte ich mich mit einer eigenen Praxis im Raum Karben im Rhein-Main-Gebiet selbstständig. Die Blasenentzündungen begleiteten mich weiterhin regelmäßig. Ich suchte nach der Ursache: Durch EAV-Testung kam unter anderem eine Amalgam- und Parasitenbelastung heraus. So begann ich mich mit Amalgam und Zahnmaterialien zu beschäftigen. Denn auch Gold vertrage ich nicht.

Diagnose Krebs – mitten im Leben

Während meiner ersten Schwangerschaft wurde aus der Leukoplakie ein bösartiger Tumor, ein Plattenepithelkarzinom. In der 22. Woche musste ich operiert werden. Die Ränder des Tumors waren nicht vollständig entfernt worden. So stand eine erneute Operation zur Diskussion, nach der Geburt meines Kindes.

Elf Monate später war der Krebs wieder da. Dieses Mal folgte eine große Operation mit Neck Dissection – einer umfangreichen Entfernung von Lymphknoten im Hals- und Nackenbereich – und einer Hauttransplantation vom Arm in den Mund. Ich lag zwei Tage im künstlichen Koma. Ich entschied mich für eine Bestrahlung, da ich nach zwei bösartigen Tumoren innerhalb eines Jahres um mein Leben fürchtete. Ich wollte meinen Sohn großwerden sehen.

Die folgenden sechs Wochen waren die schlimmsten meines Lebens. Die Schmerzen waren unerträglich.

Zwischendurch musste ich die Behandlung unterbrechen, ich konnte weder essen noch trinken. Der ganze Mund war wund, mit offenen Wunden und entzündet. In dieser Situation habe ich verstanden, dass Menschen mit chronischen Schmerzen ihres Lebens müde sein können. Seitdem habe ich einen anderen Blick auf das Thema Sterbehilfe und ein würdevolles Leben.

Suche nach der Ursache

Warum hatte ich mit 32 Jahren zweimal einen Krebs, der meist Raucher und Alkoholiker ab 50 Jahren betrifft? Ich rauchte nicht, lebte vorwiegend gesund. HPV (Humane Papillomaviren) kommen als mög-liche Ursache zwar grundsätzlich in Frage, waren bei mir aber nicht nachweisbar. Die Ärzte hatten keine Antworten. Also habe ich mich auf die Suche nach der Ursache und nach Heilung gemacht.

Der Wendepunkt – die Heilung beginnt

Eines war bei der Geburt meines Sohnes für mich klar: Ich muss leben, für mein Kind, für meine Zukunft. Und ich wollte nicht nur überleben, sondern gesund werden. Und ich wollte immer eine große Familie haben.

Der entscheidende Moment war meine Begegnung mit Dr. Jens Wurster, damals Oberarzt in der Clinica St. Croce, einer homöopathischen Klinik für Krebspatienten. Ich reiste mit einer Blasenentzündung am Tag der Anamnese an und bekam umgehend mein homöopathisches Grundmittel als Q-Potenz. [Das Grund- oder Konstitutionsmittel der Homöopathie entspricht der chronischen Gesamtverfassung eines Menschen, Anmerkung der Redaktion.] Augenblicklich wurde die Blasenentzündung besser. In den letzten 20 Jahren habe ich nur noch viermal in großen Stresssituationen wieder eine Blasenentzündung gehabt – statt wie zuvor alle sechs Wochen.

Doch das war noch nicht alles: Mein Mund war zu dem Zeitpunkt durch die fehlende Speicheldrüse und die Bestrahlung sehr trocken, meine Sprache war durch die fehlende Hälfte der Zunge beeinträchtigt. Durch die Einnahme meines Mittels war meine Sprache flüssiger, und der Speichelfluss normalisierte sich.

Immer wenn die Symptome erneut auftauchen, merke ich an der Sprache, am Speichel und an der Erschöpfung, dass mein Grundmittel Phosphor wieder nötig ist. Ich nehme es seit 20 Jahren alle vier bis sechs Wochen.

Mein Lebensweg

In der ersten Anamnese wurde ich gefragt, was meine drei größten Wünsche sind: Gesundheit und ein weiteres Kind und Reisen. Heute bin ich glückliche Mutter von vier wunderbaren, inzwischen fast er-wachsenen Kindern.

Es gab in diesen Jahren viele Herausforderungen: 

▶ meine Praxis im Raum Frankfurt, die ich allein mithilfe einer angestellten Kollegin führte. Nach meiner Erkrankung habe ich immer nur fünf halbe Tage gearbeitet.
▶ die Balance zwischen dem Beruf und den kleinen Kindern
▶ erst eine Betreuung durch eine Mitarbeiterin, die als Tagesmutter mit Familienanschluss mit „Geschwistern, Oma und Opa, Hund und Katze“ sich der ersten beiden Söhne liebevoll vom Säuglingsalter an annahm. Bei der Geburt meines dritten Kindes, einer Tochter, dann eine Haushaltshilfe, die das Baby versorgte und den Haushalt.
▶ 2008 erfolgte der Umzug der ganzen Familie nach Freudenstadt aus beruflichen Gründen meines Mannes.

Ich war mit meiner zweiten Tochter, unserem vierten Kind, schwanger. Nun ging es um den Verkauf von Haus und Praxis und einen Neuanfang im Schwarzwald.
Es stellte sich damals die Frage, ob ich wieder arbeiten möchte und wenn ja, in welcher Form. Nach acht Jahren Selbstständigkeit war jedoch klar, dass ich nach meinen Vorstellungen wirken wollte.

Also 2009 der Kauf meiner jetzigen Praxis, die beiden jüngsten Kinder wurden an den fünf halben Tagen von einer wunderbaren „Tagesoma und Haushaltsfee“ betreut. Nachmittags dann hatte ich das übliche Familienprogramm einer Mutter und die unruhigen Nächte der Kleinkindzeit. Wie das alles funktioniert hat, ist mir heute schleierhaft, es war eine anstrengende, aber glückliche Zeit.

Heilungshindernisse – Rückschläge

In Freudenstadt findet zweimal im Jahr der Kongress des ZAEN statt, des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren. Dort begann ich ab 2009, mich in verschiedenen Kursen ganzheitlich fortzubilden, noch immer auf der Suche nach der Ursache und der weiteren Heilung meiner eigenen Erkrankung. Ich begann, mich für die seelischen Themen hinter den Krankheiten zu interessieren, und besuchte Weiterbildungen über Familienaufstellung nach Hellinger: „Ohne Wurzeln keine Flügel“.

Parallel versuchte ich, weiter zu entgiften. Meine unermüdlichen Aktivitäten erzeugten allerdings auch körperliche Rückschläge. Meine Haut rebellierte, und ich bekam Schuppenflechte. Ich entgiftete und entgiftete, und es wurde immer schlimmer, bis ich 2012 fast zusammenbrach.

Auf einer umweltzahnmedizinischen Weiterbildung fand ich dann endlich die körperliche Ursache meiner Probleme: Meine Leber hatte zu wenig von einem zur Entgiftung dringend benötigten Enzym, der Superoxiddismutase. Diese Erkenntnis war ein Meilenstein. Endlich konnte ich mir erklären, warum ich Quecksilber nicht entgiften konnte und warum meine Haut immer schlimmer wurde.

Eineinhalb Jahre lang habe ich grüne Smoothies getrunken, im Sommer mit Wildkräutern, und erhöhte so den Wert meines Enzyms auf ein Mehrfaches. Ich beschäftigte mich mit Frequenztherapien. Diese sanfte Methode verträgt mein Körper ohne Nebenwirkungen. Bis heute wende ich sie für mich, meine Familie und zum Teil für meine Patientinnen und Patienten gemeinsam mit der Homöopathie an.

Was ich heute weitergeben möchte

Krebs ist eine Warnung, nicht das Ende. Ich habe mein Leben verändert, ich verändere es immer noch. Gib niemals auf. Es gibt immer einen Weg, immer Möglichkeiten, dich zu entwickeln, auf körperlicher und auf seelischer Ebene. Sei offen für alles, was deinen Weg kreuzt. Vieles passt, einiges nicht mehr. Das gehört zum Leben.

Für mich gibt es immer ein Licht am Ende des Tunnels, und vieles in meinem Leben, das zunächst schlecht ausgesehen hat, hat sich – manchmal erst nach Jahren – in et-was Wunderbares verwandelt.

Ich heile immer noch, ich lerne immer noch, ich liebe das Leben und ich bin dankbar.

Information zu unseren Betroffenenberichten

Wir freuen uns, wenn Patient:innen ihren individuellen und persönlichen Genesungsweg finden. Das ist ein Ausdruck des großen Heilungspotenzials in jedem Menschen. Gerne teilen wir diese Erfahrungen mit unseren Leser:innen, auch wenn persönliche Entscheidungen nicht immer auf andere Betroffene übertragbar sind. Sie entsprechen auch nicht in jeder Hinsicht einer konkreten Empfehlung der GfBK für Patient:innen in ähnlicher Situation.
Wägen Sie sorgfältig ab, welche Impulse aus den Patient:innenberichten für Sie in Ihrer aktuellen Lage passend sind. Besprechen Sie diagnostische oder therapeutische Maßnahmen im Zweifel gerne mit unserem ärztlichen Beratungsdienst.

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