Aktivität und Offenheit − Schlüssel zur Zuversicht
Meine Botschaft ist: aktiv werden, nach Alternativen suchen, auch wenn die Leitlinienmedizin und die Ärzte keine Möglichkeiten mehr für eine Heilung sehen. Aktivität gibt Zuversicht! Niemals aufgeben! Für mich ist es außerdem enorm wichtig, offen mit der Krankheit umzugehen. Nur so können Kontakte entstehen, die vielleicht lebensrettend sind.
Vor ca. zwei Jahren erhielt ich von meinem Urologen die schockierende Nachricht, dass ich an Blasenkrebs erkrankt sei. Bis dahin hielt ich mich für „unverwundbar“. Ich stand mitten im Leben. Ich war Ausdauersportler, habe mich relativ gesund ernährt, habe eine wunderbare Frau und war im Berufsleben anerkannt und rundum glücklich.
Bei der Operation wurde festgestellt, dass es sich um einen seltenen, hochaggressiven, neoendokrinen Tumor handelte, der daher wenig erforscht war. Der Tumor war bereit zu zwei Dritteln in meiner Blase eingewachsen, die Blase wurde entfernt und durch eine sogenannte Neoblase ersetzt. Ein halbes Jahr nach der OP wurden im MRT Metastasen an der Leber und in den Lymphknoten festgestellt. Eine Chemotherapie hatte ich für mich von Anfang an ausgeschlossen, zu negativ hatte ich die Nebenwirkungen und Folgen bei Bekannten und Freunden vor Augen, zu gering die Heilungschancen. Stattdessen begann ich eine Infusionstherapie bei einer Heilpraktikerin in Kiel, dort bekam ich hochdosierte Vitamin-C-, Kurkumin- sowie Aminosäureinfusionen. Sämtliche Metastasen haben sich während dieser Behandlung zurückgebildet. Doch ca. vier Monate später zeigten sich auf beiden Nebennieren weitere Tumore. Auf der rechten Nebenniere ca. acht Zentimeter und links ca. vier Zentimeter groß, die Schmerzen waren nur mit Schmerzmitteln zu ertra-gen. Ein weiteres Mal habe ich im Netzwerk meiner Frau, die selbst Heilpraktikerin ist, um Rat gefragt. Ich bekam den Tipp, es doch mal bei einem Arzt zu versuchen, der sich als Chemiker und Mediziner auf Licht- und Lasertherapie sowie Sauerstofftherapie spezialisiert hat. Und tatsächlich gelang es ihm, in einer fünftägigen ambulanten Laserbehandlung beide Tumore zu entfernen. Seither bin ich tumor- und metastasenfrei; dieser Erfolg ist für alle Beteiligten, auch für den behandelnden Arzt selbst, aufgrund der ursprünglichen Größe der Tumoren nahezu unfassbar.
Allerdings habe ich parallel zu den ganzen Behandlungen meine eigene Therapie auf drei Säulen gestellt:
- psychologische Betreuung,
- konsequente Nahrungsumstellung: Ich verzichte auf Schweinefleisch, Kuhmilchprodukte, Industriezucker und weitestgehend auf Alkohol,
- Sport in Maßen (ohne in die Übersäuerung zu kommen).
Aus meiner eigenen Geschichte habe ich gelernt, immer wachsam und aktiv zu bleiben, mich nie in eine passive Rolle zu begeben. Viele Ärzte, wie der mich behandelnde Chirurg und mein Onkologe, gaben mir nur noch wenige Wochen Lebenszeit. Aus medizinischer Sicht war ich austherapiert. Vor Kurzem hat mein Urologe mir attestiert, dass ich wahrscheinlich nicht mehr am Leben wäre, wenn ich mich der klassischen Schulmedizin mit Chemotherapie unterzogen hätte. Ich bin sehr dankbar und auch demütig geworden, das Leben genieße ich mehr als früher, nichts ist mehr selbstverständlich für mich.
Zur Person
Der Ausdauersportler Axel Kamp ist an einem seltenen Tumor erkrankt, die Medizin hat nur wenige Behandlungsempfehlungen für ihn. Den entmutigenden Nachrichten gibt er nicht viel Raum, er verlässt sich auf seine Intuition. Mit Offenheit und aktivem Nachfragen kann er sich gründlich informieren und eigenverantwortliche Entscheidungen treffen in Sachen Therapie und Lebensstil. Axel Kamp ist aufgrund der Erkrankung von einer fordernden Berufstätigkeit im Einkauf einer internationalen Forschungseinrichtung in den vorzeitigen Ruhestand gewechselt. Heute steht er wieder mitten im Leben, treibt Sport – allerdings nicht mehr so exzessiv –, kann das Familienleben genießen und ist berufstätig im Rahmen eines Minijobs.
Woher kommt unsere Zuversicht
Dieser Text war im Original in unserer Mitgliederzeitschrift „momentum - gesund leben bei Krebs” (Ausgabe 04/2025). Diese Einleitung zu dem obigen Text schrieb für die in dieser Ausgabe vorgestellten vier Patient:innen, Julia Malcherek.
Leider kommt es immer wieder vor: Wir erfahren, dass in unserem Umfeld jemand an Krebs erkrankt ist. Und sofort, ohne Nachdenken wünschen wir – Zuversicht. Was auch immer auf die betroffene Person zukommt: Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass es dann auf jeden Fall besser gehen wird, uns allen scheint klar und offensichtlich, dass Zuversicht nötig ist, um Herausforderungen, Gefahren oder Krisen zu bestehen.
Wer von einer Erkrankung betroffen ist, ist auf besondere Weise auf sich selbst gestellt: Auch wenn viele Menschen unterstützen wollen, auch wenn die Familie, der Freundeskreis zusammensteht und die professionelle Hilfe gut organisiert ist – nur einer ist der Patient oder die Patientin, alle anderen eben nicht.
In dieser existenziellen Situation erleben manche Personen eindeutig, was sie stärker macht, sie nehmen Impulse wahr, die nur sie selbst empfinden. Sie äußern sich für jeden anders, und jeder findet eigene Bilder, Worte und auch eine eigene Umsetzung im Alltag dafür. Wenn wir darüber sprechen, entsteht wieder Gemeinsamkeit: Dann können wir staunen, welche Schritte für Betroffene weitergeführt haben, wie sie sich ihre Zuversicht zurückerobert haben und wie sie mit der Erkrankung, mit der Therapie ihr Leben leben.
Vier Personen berichten als Krebsbetroffene – sie erzählen von sehr unterschiedlichen Situationen und Schwierigkeiten. Alle vier teilen ihre Zuversicht mit uns, sie wollen andere Betroffene ermutigen, auf dem eigenen Weg weiterzugehen und so die eigene Zuversicht wachsen zu lassen, um besser durch Schwierigkeiten zu kommen, auch ungewohnte Schritte zu gehen und sich selbst zu überraschen. Diese Berichte appellieren an alle Beteiligten, den individuellen Weg der Patientin, des Patienten zu respektieren, nicht aus eigener Sorge das Vertrauen zu beschädigen, das meist mühsam erkämpft ist und jeden Tag gepflegt werden will.
Wenn wir von Zuversicht sprechen, geht es nicht um falsche Versprechungen oder Illusionen; Ängste und Zweifel sollen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Gerade Patient:innen, die sich mit einer Krebserkrankung auseinandersetzen müssen, wissen, dass immer wieder neue Wendungen auftreten können, die oft genug Enttäuschung und Mutlosigkeit mit sich bringen. Ohne zu wissen, wohin der Weg führt, dennoch wieder aufzustehen und sich für den nächsten Schritt zu entscheiden, erfordert Kraft und Mut. Beides ist rar – und vielleicht ist es hilfreich, zu merken, dass Zuversicht sich im ersten Moment oft zaghaft und klein anfühlt und dass wir sie wachsen lassen, wenn wir dem Leben abseits der Erkrankung und ihrer vielfältigen Begleiterscheinungen Raum geben.
Weitere Informationen
Information zu unseren Betroffenenberichten
Wir freuen uns, wenn Patient:innen ihren individuellen und persönlichen Genesungsweg finden. Das ist ein Ausdruck des großen Heilungspotenzials in jedem Menschen. Gerne teilen wir diese Erfahrungen mit unseren Leser:innen, auch wenn persönliche Entscheidungen nicht immer auf andere Betroffene übertragbar sind. Sie entsprechen auch nicht in jeder Hinsicht einer konkreten Empfehlung der GfBK für Patient:innen in ähnlicher Situation.
Wägen Sie sorgfältig ab, welche Impulse aus den Patient:innenberichten für Sie in Ihrer aktuellen Lage passend sind. Besprechen Sie diagnostische oder therapeutische Maßnahmen im Zweifel gerne mit unserem ärztlichen Beratungsdienst.
Möchten Sie auch anderen Patient:innen mit Ihrem Bericht Mut machen?
Dann mailen Sie uns unbedingt Ihre Geschichte.
Senden Sie diese an Julia Malcherek: