Seit meiner Brustkrebstherapie habe ich eine Trockenheit der Scheidenschleimhäute. Was kann ich dagegen tun?
Viele Frauen, die wegen Brustkrebs mit Tamoxifen behandelt wurden, leiden unter Trockenheit und anderen Beschwerden in der Scheide. Ähnliche Probleme treten auch häufig durch die Wechseljahre auf, weil ein Mangel an Hormonen die Schleimhaut der Scheide (Vagina) und der äußeren Geschlechtsorgane (Vulva) trockener und empfindlicher macht.
Normalerweise empfehlen Frauenärzt:innen in solchen Fällen hormonhaltige Zäpfchen oder Cremes. Diese enthalten häufig Estriol, ein Hormon, das ausschließlich lokal in der Vaginalschleimhaut wirkt und deshalb in der Regel auch bei Frauen mit hormonabhängigen Tumoren verwendet werden kann. Dennoch suchen viele Frauen nach alternativen Lösungen – sei es aus persönlicher Überzeugung oder um Hormone möglichst zu vermeiden.
Neben hormonhaltigen Präparaten wie Estriol gibt es auch pflanzliche Produkte, die bei der Behandlung von Scheidentrockenheit eingesetzt werden können. Diese können mit Estriol-Präparaten kombiniert werden, sodass oft eine geringere Hor-mondosierung ausreicht. Da Zäpfchen jedoch nicht geteilt werden können, sind Estriol-Cremes wie die OeKolp®-Creme besonders empfehlenswert. Sie erlauben eine individuellere Dosierung – etwa durch die Anwendung einer halben Dosis, nur jeden zweiten Tag, über bestimmte Wochen hinweg oder nach Bedarf.
Für Frauen, die eine noch niedrigere Dosierung bevorzugen, gibt es speziell hergestellte Estriol-Vaginalcremes, die teilweise auch mit Vitamin D angereichert sind. Solche Präparate sind beispielsweise in der Klösterl-Apotheke erhältlich und können individuell abgestimmt werden.
Eine aktuelle Studie hat außerdem gezeigt, dass vaginale Zäpfchen mit Vitamin D oder Vitamin E eine wirksame Alternative sein können (Keshavarzi Z/Support Care Cancer 2019). Und zwar wurden bei 96 Frauen die Wirkungen von Vitamin-D- und Vitamin-E-Zäpfchen mit einem Placebo (einem Zäpfchen ohne Wirkstoff) verglichen.
Dabei wurden die Zäpfchen täglich vor dem Schlafengehen in die Scheide eingeführt. Nach 8 Wochen zeigte sich, dass die Zäpfchen mit Vitamin D und E deutlich bessere Ergebnisse erzielten. Der Zustand der Scheidenschleimhaut verbesserte sich, der pH-Wert normalisierte sich und die Beschwerden wurden deutlich gelindert. Frauen fühlten sich insgesamt wohler und hatten weniger Probleme im Alltag. Zäpfchen mit Vitamin D und E sind hierzulande jedoch schwer zu bekommen. Vitamin-D-Zäpfchen zur vaginalen Anwendung bieten inzwischen viele Apotheken an: Klösterl-Apotheke, Marktapotheke Greiff oder die Zietenapotheke. Zäpfchen mit Vitamin E bestehen meistens aus pflanzlichen Ölen, z. B. bei delima® feminin. Unser Fazit: Vaginale Zäpfchen mit Vitamin D oder Vitamin E sind eine sichere und effektive Möglichkeit, Trockenheit und andere Beschwerden in der Scheide zu lindern – ganz ohne Hormone.
Sie machen die Haut widerstandsfähiger und sorgen dafür, dass Beschwerden wie Trockenheit, Brennen oder Schmerzen deutlich nachlassen. Wenn Sie unter ähnlichen Beschwerden leiden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Diese Behandlung könnte eine geeignete Option für Sie sein.
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