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Können Omega-3-Fettsäuren bei Krebs hilfreich sein?

21. Mai 2025

Ich bin Krebspatient und habe gelesen, dass Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken und möglicherweise das Krebsrisiko senken können. Gibt es wissenschaftliche Studien, die diesen Zusammenhang bestätigen? Sollte ich gezielt Omega-3 supplementieren, und ist es sinnvoll, mein Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 bestimmen zu lassen, um Entzündungen zu reduzieren?

Omega-3-Fettsäuren werden seit Jahren intensiv auf ihre möglichen Vorteile bei der Prävention und Behandlung von Krebs untersucht. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass diese gesunden Fettsäuren entzündungshemmend wirken und möglicherweise das Krebsrisiko senken oder den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

Eine der wichtigsten Studien, die sich mit Omega-3 befasst hat, ist die DO-HEALTH-Studie. Hier wurde untersucht, ob die tägliche Einnahme von 1000 mg Omega-3-Fettsäuren, kombiniert mit Vitamin D und Bewegung, das Krebsrisiko bei Menschen über 70 Jahren senken kann. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Omega-3 allein konnte das Krebsrisiko um 30 % reduzieren, während die Kombination mit Vitamin D und Bewegung sogar zu einer Risikoreduktion von 61 % führte. Allerdings konnte kein signifikanter Einfluss auf bestimmte Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs festgestellt werden. Auch in der Behandlung von Krebs können Omega-3-Fettsäuren eine Rolle spielen. Eine Studie von Gui et al. (2023) untersuchte Patient:innen mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs, die während ihrer Chemotherapie täglich Omega-3 einnahmen. Die Ergebnisse zeigten eine deutliche Reduktion von Entzündungswerten wie CRP und bestimmten Zytokinen, die für das Fortschreiten von Krebserkrankungen eine Rolle spielen. Gleichzeitig verbesserte sich die Ernährungssituation der Patient:innen, was langfristig wichtig sein kann, um den Körper während der Therapie zu stärken. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass Omega-3-Fettsäuren bei krebsbedingten Komplikationen wie Kachexie (starker Gewichtsverlust), Schmerzen oder Depressionen helfen können. Eine Übersichtsarbeit von Freitas & Campos (2019) zeigte, dass Omega-3 über verschiedene Mechanismen das Immunsystem positiv beeinflussen, Muskelabbau verlangsamen und Entzündungen hemmen kann. Allerdings kommt es nicht nur auf die Menge an Omega-3, sondern auch auf das Verhältnis zu Omega-6 an. Während Omega-3 entzündungshemmend wirkt, kann ein hoher Omega-6-Konsum Entzündungen fördern. Omega-6-Fettsäuren sind in vielen verarbeiteten Lebensmitteln, Sonnenblumenöl, Maisöl und Margarine enthalten, während Omega-3 vor allem in fettem Fisch, Leinsamen, Chiasamen und Walnüssen vorkommt.

Ein unausgeglichenes Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 kann dazu beitragen, dass chronische Entzündungen im Körper bestehen bleiben – ein Faktor, der nicht nur das Krebsrisiko erhöhen, sondern auch den Verlauf der Erkrankung beeinflussen kann. In der westlichen Ernährung liegt das Verhältnis oft bei 15:1 oder sogar 20:1, während ein gesundes Verhältnis bei etwa 3:1 oder 5:1 liegen sollte. Für Krebspatient:innen kann es daher sinnvoll sein, dieses Verhältnis durch eine Blutuntersuchung bestimmen zu lassen und gezielt Omega-3-haltige Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen.

Leinöl wird dabei oft als pflanzliche Omega-3-Quelle empfohlen, enthält jedoch Alpha-Linolensäure (ALA), die der Körper nur zu maximal 5 % in EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) umwandeln kann. Da EPA und DHA die entscheidenden entzündungshemmenden Fettsäuren sind, ist Leinöl allein nicht ausreichend, um den Omega-3-Bedarf zu decken. Leinöl kann jedoch nicht völlig außer Acht gelassen werden. Es hat einige gesundheitliche Vorteile, da es antioxidative Lignane enthält, die das Herz-Kreislauf-System unterstützen können. Dennoch reicht es nicht aus, um den Körper mit den wichtigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA zu versorgen. Für eine optimale Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sind Fischöl oder Algenöl empfehlenswert, da sie direkt verwertbares EPA und DHA enthalten. Algenöl ist die beste vegane Alternative, da es frei von Schwermetallen und nachhaltig produziert ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und in Kombination mit Vitamin D und Bewegung das Krebsrisiko senken könnten. Leinöl ist eine gesunde Ergänzung, aber kein Ersatz für Fisch- oder Algenöl. Wer gezielt Entzündungen reduzieren oder seine Zellgesundheit unterstützen möchte, sollte daher auf eine hochwertige EPA- und DHA-Quelle setzen.

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