Kann Letrozol Herzklopfen oder erhöhten Puls verursachen?
Ich hatte Brustkrebs und nehme nun fast neun Monate Letrozol ein, habe vermehrt sehr hohen Puls: Ruhepuls im Sitzen um 80 Schläge, sobald ich aufstehe 100–115 und darüber. Bei Steigungen habe ich Luftnot und einen Puls von bis zu 135. Ich habe davon gelesen, dass eine dreimonatige Pause nach neun Monaten Einnahme ohne Nachteile möglich ist. Das würde vielleicht auch meinen Puls wieder normalisieren. Mein Onkologe rät davon ab, weil die Leitlinie das nicht vorsieht und er keine Vorteile darin sieht. Können Sie mir bitte bei dieser Frage behilflich sein?
Letrozol und seine Nebenwirkungen
Letrozol, ein Antihormon, das bei Brustkrebs eingesetzt wird, kann in seltenen Fällen Nebenwirkungen wie Herzklopfen und beschleunigten Herzschlag verursachen.
Therapiepausen und Studienlage
Bezüglich einer Therapiepause nach neunmonatiger Einnahme von Letrozol gibt es Studien, die den Vergleich zwischen kontinuierlicher und intermittierender (mit Pausen) Anwendung untersucht haben. Eine große Phase-III-Studie, die SOLE-Studie, verglich eine kontinuierliche Letrozol-Therapie mit einer intermittierenden Therapie, bei der nach neun Monate Einnahme eine dreimonatige Pause eingelegt wurde (Jerusalem G et al. / Ann Oncol 2021; 32(10): 1256–1266). Die Ergebnisse zeigten, dass es keinen Unterschied gab: Frauen, die Letrozol täglich ohne Unterbrechung nahmen, hatten die gleiche Überlebenschance ohne Krebsrückfall wie diejenigen, die es neun Monate nahmen und dann drei Monate pausierten. Auch die Nebenwirkungen waren ähnlich. Das bedeutet, dass Frauen, die zwischendurch eine Pause brauchen oder wünschen, diese machen können, ohne dass ihre Heilungschancen schlechter werden.
Empfehlungen und ärztliche Beratung
Es ist wichtig, zu beachten, dass die Leitlinien derzeit eine kontinuierliche Therapie empfehlen. Bevor Sie Änderungen an Ihrer Medikation vornehmen, sollten Sie dies ausführlich mit Ihrem Onkologen besprechen. Da ein erhöhter Puls und Luftnot auch andere Ursachen haben können, sollte eine kardiologische Abklärung in Erwägung gezogen werden. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, mit dem behandelnden Arzt über eine Anpassung der Medikation oder eine kurzzeitige Pause zu sprechen.
Naturheilkundliche Maßnahmen zur Unterstützung
Naturheilkundliche Maßnahmen können begleitend angewendet werden, um den Körper in dieser Zeit bestmöglich zu unterstützen. Hier gibt es verschiedene naturheilkundliche Möglichkeiten, um die Beschwerden, die durch die Einnahme von Letrozol entstehen können – insbesondere den erhöhten Puls und die Luftnot –, zu lindern. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems durch eine gezielte Ernährung. Magnesiumreiche Lebensmittel wie Mandeln, Kürbiskerne, Spinat und Vollkornprodukte können helfen, das Herz zu entlasten. Ebenso spielen Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl, Walnüssen und fettem Fisch eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit. Auch pflanzliche Helfer wie Weißdorn haben sich bewährt, die traditionell zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems eingesetzt werden.
Atemtechniken und Entspannungsübungen
Neben der Ernährung können auch gezielte Atemtechniken und Entspannungsübungen helfen, den Puls zu stabilisieren. Tiefes, bewusstes Atmen, bei dem vier Sekunden lang durch die Nase eingeatmet und sechs Sekunden lang ausgeatmet wird, kann das vegetative Nervensystem beruhigen. Ebenso wirksam sind Methoden wie progressive Muskelentspannung oder sanftes Yoga, die das Nervensystem entlasten und die Herzfrequenz senken können.
Bewegung und Lebensstil
Ein maßvoller Bewegungsansatz, etwa durch Spaziergänge, Schwimmen oder sanftes Radfahren, unterstützt das Herz ohne Überlastung. Gleichzeitig sollten koffeinhaltige Getränke und Alkohol möglichst reduziert werden, da sie das Herz zusätzlich stimulieren und den Puls weiter in die Höhe treiben können.
Regulation des Säure-Basen-Haushalts
Eine sinnvolle Maßnahme darüber hinaus ist die Regulation des Säure-Basen-Haushalts. Ein Überschuss an Säuren im Körper kann belastend auf das Nervensystem und das Herz wirken. Hier kann ein zitrathaltiges Basenpulver helfen, den Körper zu entsäuern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Dies kann sich positiv auf den Kreislauf auswirken und Beschwerden wie Herzrasen und Erschöpfung lindern.

