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Von der Abwehr zur Heilkunde – Heilraum Natur

© Foto: Adobe Stock, yavdat

Editorial der momentum 2 / 2026 von Dr. med. György Irmey

Wie Sie in der Zwischenzeit über verschiedene Kanäle bereits erfahren haben, haben wir in der Mitgliederversammlung des vergangenen Jahres – nach 44 Jahren – den Namen unserer Organisation behutsam weiterentwickelt und an die heutige Zeit angepasst. Mit der Zustimmung des Amtsgerichtes Mannheim vor Kurzem ist es auch amtlich.

Der Wechsel von „Abwehr“ zu „Heilkunde“ ist dabei weit mehr als eine formale Änderung. Er steht für eine bewusste sprachliche und inhaltliche Weiterentwicklung – für einen Weg hin zu mehr Integration. Der Begriff „Abwehr“ impliziert Widerstand und Abgrenzung, während „Heilkunde“ das Verbindende, Ganzheitliche und Integrative betont. Natürlich bleibt es ein zentrales Ziel der Medizin, Erkrankungen abzuwehren. Gleichzeitig gilt es jedoch für jede Patientin und jeden Patienten einen persönlichen Umgang mit der Erkrankung Krebs zu finden und sie – so schwer es manchmal auch sein mag – in das eigene Leben zu integrieren.

Mit der neuen Namensgebung möchten wir auch ein salutogenetisches Denken stärken: den Blick auf das, was Gesundheit erhält und fördert. Während „Abwehr“ eher eine defensive Perspektive beschreibt, rückt „Heilkunde“ einen aktiven, ganzheitlichen und ressourcenorientierten Ansatz in den Mittelpunkt unseres Handelns.
Im Fokus unserer Gesellschaft steht weiterhin die umfassende Begleitung von Patientinnen und Patienten sowie die Förderung von Heilungsprozessen auf körperlicher, seelischer und sozialer Ebene. Unsere etablierte Abkürzung GfBK bleibt dabei unverändert bestehen. So verbinden wir unsere jahrzehntelange Erfahrung mit einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung. Wir stehen nach wie vor für unabhängige Information, verantwortungsvolle Beratung und die Förderung naturheilkundlich-biologischer Ansätze in der Krebsbegleitung – ergänzt durch Offenheit für neue Erkenntnisse und interdisziplinären Austausch.

Passend dazu widmet sich dieses Heft dem Schwerpunktthema „Heilraum Natur – wie Pflanzen zu Helfern werden“. Pflanzen sind weit mehr als die Summe ihrer Inhaltsstoffe. Sie können uns nicht nur körperlich unterstützen, sondern auch dabei helfen, wieder in Beziehung zu uns selbst und zur Natur zu treten – und darin Halt und Orientierung zu finden.Die Verbindung zur Natur ist für viele Menschen etwas Ursprüngliches – und doch im Alltag oft verloren gegangen. Dabei kann die Natur auf unmittelbare Weise dazu beitragen, einen inneren sicheren Raum zu erleben: einen Ort, an dem Entspannung möglich wird und das Gefühl von Verbundenheit entsteht.

Schon ein Aufenthalt im Wald wirkt – ganz ohne unser Zutun. Wir atmen Terpene, ätherische Öle und andere pflanzliche Botenstoffe ein, die unser Wohlbefinden und unser Immunsystem unterstützen können. Ebenso wichtig ist jedoch die stille, oft kaum bemerkte Wirkung auf unsere Seele: das Gefühl von Weite, Ruhe, Getragensein und Verbundenheit.

Unser Leben kann reicher werden, wenn wir uns dieser Verbindung wieder öffnen. Besonders im Frühling wird dies spürbar: Knospen, die schon im Spätsommer des Vorjahres angelegt und über den Winter geschützt wurden, entfalten sich nun in voller Blüte. In diesem natürlichen Rhythmus erkennen wir, wie kraftvoll Entwicklung, Ruhephase und Neubeginn miteinander verwoben sind. Die Natur erinnert uns daran, dass auch in Zeiten der Stille und des Rückzugs bereits neues Wachstum angelegt wird.

Es tut gut, der Natur mit Dankbarkeit und Demut zu begegnen. So kann das Gefühl entstehen, Teil eines größeren Ganzen zu sein – getragen von etwas, das über uns hinausweist und zugleich tief in uns verankert ist.

Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass sich auch in Ihrem Leben viele neue Knospen öffnen und zu wunderschönen Blüten entfalten dürfen – in Ihrem eigenen Tempo und auf Ihre ganz persönliche Weise.
In herzlicher Verbundenheit

Ihr Dr. med. György Irmey

thumb 2026 2Hinweis:
Der Text ist als Editorial der Heftnummer 2 / 2026 „Heilraum Natur – wie Pflanzen zu Helfern werden“ erschienen.  Die „momentum – gesund leben bei Krebs“ erscheint viermal jährlich für alle Mitglieder unserer Gesellschaft.
Wenn auch Sie Mitglied unserer Gesellschaft werden möchten, finden Sie alle Informationen hier auf unserer Website.

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