„Für mich sind Pflanzen Freunde am Wegesrand“
Ein Gespräch mit Christel Ströbel
Von Petra Barron
Die Verbindung zur Natur ist für viele Menschen etwas Ursprüngliches – und doch im Alltag oft verloren gegangen. Gerade in herausfordernden Lebenssituationen, etwa bei einer Krebsdiagnose, wächst die Sehnsucht nach Halt, Orientierung und einem tieferen Verständnis von Gesundheit. Im Gespräch mit der gelernten Drogistin und Heilpflanzenexpertin Christel Ströbel, die einigen vielleicht aus der TV-Sendung „Grünzeug“ des SWR oder dem Calendula Kräutergarten in Stuttgart bekannt ist, wird deutlich: Pflanzen sind weit mehr als ihre Inhaltsstoffe. Sie können uns nicht nur körperlich unterstützen, sondern auch dabei helfen, wieder in Beziehung zu uns selbst und zur Natur zu kommen.

Dr. Petra Barron: Liebe Christel, schön, dass wir dieses Gespräch führen können. Nimm uns bitte einmal mit: Wie hat dein Weg zu den Pflanzen begonnen?
Christel Ströbel: Tatsächlich habe ich oft das Gefühl, dass ich mich als Seele genau an den richtigen Ort und in die richtige Familie begeben habe, um diese für mich so wunderbare Beziehung zu den Pflanzen erfahren zu dürfen, aber das erkennt man ja meist erst im Rückblick.
Ein Schlüsselmoment war für mich im Calendula Kräutergarten, kurz nach der Gründung. Ich stand auf dem Feld und habe Samen ausgestreut und plötzlich kam eine Erinnerung hoch: wie ich als Kind mit meinem Onkel auf dem Acker stand und genau das Gleiche gemacht habe. Solche Momente gab es immer wieder. Und irgendwann hatte ich das Gefühl: Diese Verbindung zur Natur, zu den Pflanzen – die war schon immer da, vielleicht sogar schon vor diesem Leben. Zum Fernsehen bin ich dann ganz ungeplant gekommen. Ein SWR-Team war bei uns im Kräutergarten, und ich habe dem Regisseur begeistert von unseren Kräutern und Teemischungen erzählt. Am Ende fragte er mich, ob ich mir vorstellen könnte, vor der Kamera zu stehen – und so hat das Ganze begonnen.
Daraus ist eine lange, sehr schöne Reise entstanden. Ich hätte mir früher nie vorstellen können, vor der Kamera zu sprechen, aber es hat sich erstaunlich leicht angefühlt, als hätte ich das schon in mir getragen.
So habe ich angefangen, über Wildkräuter zu sprechen und über das, was oft als „Unkraut“ entfernt wurde. Ich habe erzählt, dass man Giersch und Brennnessel essen kann und dass darin Heilkräfte stecken. Das hat die Menschen plötzlich begeistert. Die Zeit war einfach reif dafür.
Es ging immer auch darum, die Menschen zu ermutigen: Geht raus, macht selbst etwas daraus, entdeckt diese Pflanzen für euch. Dieser Ansatz hat sich im Kräutergarten fortgesetzt. Wir haben früh eine Art Heilpflanzenschule aufgebaut, in der Menschen tief in die Kräuterheilkunde eintauchen konnten.
Also nicht nur erkennen, sondern auch anwenden lernen?
Genau. Die Teilnehmenden haben nicht nur die Pflanzen kennengelernt, sondern auch das Gärtnerische: säen, vermehren, pflegen. Wir hatten große Flächen und Gewächshäuser mit Pflanzen aus aller Welt, und die Menschen konnten wirklich praktisch lernen. So entstand ein ganzheitlicher Zugang: die Pflanzen verstehen, sie anbauen und dann auch wissen, wie man sie für sich nutzen kann.
„Es geht darum, die Menschen zu ermutigen: Geht raus, macht selbst etwas daraus, entdeckt diese Pflanzen für euch.“
Wenn ich dir zuhöre, spüre ich hinter der Begeisterung eine sehr tiefe Verbindung. Sind Pflanzen für dich mehr als ihre Inhaltsstoffe?
Für mich sind Pflanzen „Freunde am Wegesrand“, etwas sehr Persönliches. Gleichzeitig haben sie für mich auch Botschaften an uns. Das hat früh begonnen, ohne dass ich danach gesucht hätte. Ich war im Allgäu unterwegs, dichter Nebel, und hatte das Gefühl, jemand spricht mit mir. Irgendwann wurde mir klar: Da ist niemand – und doch war da diese Stimme. Für mich war das die erste bewusste Erfahrung mit einem Pflanzenwesen. So ungewöhnlich das war, es hat sich gleichzeitig sehr vertraut angefühlt. Mit der Zeit wurde diese Verbindung immer tiefer, und es fiel mir immer leichter, die Botschaft der Heilpflanzen an uns zu verstehen. Für mich ist auch Ernten kein mechanischer Vorgang. Ich verbinde mich mit der Pflanze, danke ihr und bitte um die Ernte. Daraus sind Rituale entstanden, und irgendwann kamen Bilder und Impulse. Es war ein Weg zu lernen, das von eigenen Gedanken zu unterscheiden.
Viele Menschen sehnen sich nach einer Verbindung zur Natur, trauen sich aber nicht wirklich hinzuhören, weil es so ungewöhnlich und vielleicht auch etwas merkwürdig anmutet. Wie war das für dich?
Das hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert. Bei mir kam das einfach, ich konnte gar nicht anders. Aber ich habe mich lange nicht getraut, darüber zu sprechen. Als „Kräuterfrau“ im Fernsehen hatte das keinen Platz.
Erst durch Begegnungen, zum Beispiel mit einem unserer Auszubildenden, der genau das lernen wollte, habe ich mich Stück für Stück geöffnet. Und dann hat sich etwas gedreht: Die Menschen wollten plötzlich nicht mehr nur wissen, welche Pflanze wofür gut ist, sondern wie man sich mit der Natur verbindet.
Heute ist das Interesse viel größer als damals, die Menschen sind offener geworden.
Und trotzdem erleben wir oft eine Trennung zwischen dem, was wissenschaftlich erforscht ist, und allem, was wir noch nicht greifen können.
Ja, und dabei ist es kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Wenn man sich dafür öffnet, wird das Leben reicher – und gerade auch im Umgang mit Krankheit entstehen ganz neue Möglichkeiten.
Was verändert sich bei Menschen, wenn sie diese Verbindung zur Natur wieder aufnehmen?
Das kann sich anfühlen wie eine Neugeburt. Man nimmt das Leben und die Natur plötzlich ganz anders wahr. Dinge, die man vorher übersehen hat, werden sichtbar.
„Wenn man sich der Verbindung zur Natur öffnet, wird das Leben reicher.“
Zum Beispiel im Frühling: Wenn man versteht, dass Knospen schon im Spätsommer angelegt werden und den Winter über von der Mutterpflanze geschützt werden, erkennt man plötzlich, wie perfekt das alles organisiert ist. Und dieser Reichtum an Stoffen steht später auch uns zur Verfügung. Das führt oft zu tiefer Dankbarkeit und Demut gegenüber der Natur und zu dem Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
Gerade wenn man mit der Unsicherheit und dem Schock einer Krebsdiagnose konfrontiert wird, ist es wichtig, wieder einen sicheren Rahmen für sich zu finden, wo man entspannen kann und sich nicht allein fühlt. Welche Rolle kann die Natur da spielen?
Für mich eine ganz zentrale. Allein der Aufenthalt im Wald wirkt ohne unser Zutun: Wir atmen Polyphenole, Terpene und ätherische Öle ein, allein das stärkt das Immunsystem. Aber es geht auch um die emotionale Ebene. Sich hinsetzen, ins Moos greifen, bewusst wahrnehmen und ankommen, das bringt Ruhe und Verbindung.
Ich habe das selbst erlebt: Nach einer Hirnblutung lag ich im Krankenhaus, umgeben von Technik. Und ich bin innerlich immer wieder in einen Wald gegangen, den ich gut kenne. Ich konnte das Moos regelrecht spüren und seinen Duft riechen. Das hat mir Halt gegeben. Und daraus entsteht eine wichtige Frage: Wofür möchte ich hierbleiben? Was gibt meinem Leben Sinn? Und das ist wesentlich mehr, als einfach nicht sterben zu wollen.
Ein unglaublich wichtiger Punkt: Wir wissen oft, was wir vermeiden wollen, aber nicht, wofür wir leben wollen. Dabei kann sich unser Geist nur an den Bildern orientieren, die wir entstehen lassen. Und genau dafür ist das „Wofür“ besonders wichtig. Nun möchte ich aber gern auch noch zur praktischen Ebene kommen. Gerade wenn ich jetzt im Frühling unterwegs bin und mir mit den frischen Kräutern etwas Gutes tun möchte. Worauf sollte man bei Wildpflanzen achten? Gibt es eine Pflanze, die du gerade im Frühling besonders empfehlen würdest?
Man muss die Pflanzen kennenlernen, ja – aber man darf auch ein bisschen die Scheu verlieren. Gerade im Frühling gibt es so viele Pflanzen, die man nutzen kann und die eigentlich jeder kennt.

Löwenzahn © imago images / Zoonar
Zum Beispiel der Löwenzahn. Er wächst fast überall und ist für mich eine der wichtigsten Frühjahrspflanzen. Viele kennen ihn als klassische Leberpflanze – aber es ist noch einmal etwas ganz anderes, das nicht nur zu wissen, sondern ihn wirklich zu essen. Gerade wenn der Löwenzahn zu blühen beginnt, sind die Blütenstängel eine wunderbare Frühjahrskur. Man kann sie direkt essen. Dabei geht es nicht um komplizierte Regeln, sondern darum, überhaupt anzufangen. Ich selbst halte es einfach: Ich nehme den Stängel achtsam ab, bedanke mich bei der Pflanze – und esse ihn.
„Nicht die Pflanze ist das Problem sondern die Dosierung.“
Wichtig ist dabei auch, mit einem alten Irrtum aufzuräumen: Der weiße Milchsaft des Löwenzahns ist nicht giftig. Wahrscheinlich wurde das früher erzählt, weil er auf Kleidung hartnäckige Flecken hinterlässt. Dieser Mythos hat sich dann über Generationen gehalten. Gerade dieser Stängel mit seinem Milchsaft ist aber spannend: Er enthält viele Faserstoffe, die unsere Darmbakterien nähren, also wie ein natürliches Präbiotikum wirken. Dazu kommen Bitterstoffe und andere Pflanzenstoffe, die Leber und Nieren in ihrer Funktion unterstützen. Und dabei geht es nicht darum, dass der Löwenzahn „etwas für uns erledigt“, sondern dass er dem Körper das gibt, was dieser braucht, um sich besser selbst zu regulieren.
Man muss sich an die Bitterstoffe manchmal erst gewöhnen, der erste Stängel kann durchaus intensiv sein. Aber es lohnt sich, dranzubleiben. Wichtig ist auch: gut kauen und möglichst schlucken, damit die wertvollen Faserstoffe tatsächlich im Körper ankommen. Außerdem wirkt Löwenzahn harntreibend. Deshalb ist es sinnvoll, ihn eher dann zu essen, wenn man in Ruhe zu Hause ist und nicht gerade längere Zeit unterwegs. Insgesamt kann er den Körper dabei unterstützen, Stoffwechselprodukte auszuscheiden. Gerade in stressigen Zeiten kann das sehr wertvoll sein.
Statt plötzlich sehr viele Kräuter oder viel von einem Kraut zu konsumieren, empfehle ich eher: hier ein Blatt, da ein Blatt. Natürlich integriert, langsam, gut kauen – und nicht von null auf hundert starten. Sonst reagiert der Körper unter Umständen mit Unwohlsein. Der beliebte Bärlauch zum Beispiel wirkt stark entgiftend. Wenn man große Mengen isst, ohne den Körper beim Ausscheiden zu unterstützen, kann das Schwierigkeiten machen. Doch nicht die Pflanze ist das Problem, sondern die Dosierung.
Da habe ich selbst gerade noch etwas dazugelernt. Ich wusste, dass man die Blätter essen kann und auch die Wurzel, aber die Stängel waren mir neu. Das bringt mich gleich zu zwei ganz praktischen Fragen: Wo würdest du denn eher nicht ernten?
Ich würde nicht an stark befahrenen Straßen ernten. Also nicht am Grünstreifen an Autobahnen oder Bundesstraßen. Auch nicht an Orten, wo viele Hunde unterwegs sind, wie zum Beispiel bei uns am Neckardamm. Aber ansonsten ist vieles möglich. Selbst wenn Löwenzahn zwischen Treppenritzen wächst, auch da kann man ernten.
Und da kommt für mich noch ein weiterer Gedanke dazu: Pflanzen wachsen nicht einfach zufällig. Sie kommen oft genau dorthin, wo sie gebraucht werden. Wenn bei dir überall Löwenzahn wächst, kann das auch ein Hinweis sein, vielleicht braucht dein Körper genau diese Unterstützung.
Gleichzeitig erfüllen Pflanzen immer mehrere Aufgaben. Löwenzahn ist zum Beispiel auch unglaublich wichtig für Insekten. Wenn im Frühling ganze Wiesen gelb leuchten, ist das wie ein riesiges Buffet für Bienen, die nach dem Winter dringend Nahrung brauchen. Und auch für den Boden hat er eine wichtige Funktion: Seine Wurzeln verbessern die Bodenstruktur, fördern das Mikrobiom und unterstützen damit das gesamte Ökosystem.
Das ist für mich ein schöner Ausdruck davon, dass alles mit allem verbunden ist. Pflanzen sind nicht nur für uns da – sie versorgen das gesamte System. Erdung im wahrsten Sinne.
Du hast vorhin etwas Spannendes gesagt: dass Pflanzen je nach Jahreszeit unterschiedliche Kräfte haben. Sollte man also auch darauf achten, wann man welchen Teil der Pflanze erntet?
Ja, absolut. Im Frühling ist es so, dass die Pflanzen aus dem Winterschlaf kommen. Über den Winter haben sie ihre Kräfte zurückgezogen und gesammelt, und jetzt, wenn sie austreiben, steckt diese geballte Energie in den jungen Sprossen und Blättern.
Das heißt: Alles, was jetzt im Frühling wächst – Löwenzahn, Brennnessel, Giersch, Wegerich –, hat eine besonders hohe Kraft. Diese Energie verändert sich im Laufe des Jahres.
Im Frühling ernten wir die frischen, kraftvollen Triebe, das ist eine ganz besondere Qualität. Wenn eine Pflanze wächst, steckt ihre Energie zuerst im Austrieb, also in den jungen Blättern und Trieben. Dann kommt ein nächster großer Energieschub in die Blütenbildung.
In dem Moment, wo die Pflanze in die Blüte geht, nimmt die Konzentration bestimmter Inhaltsstoffe in den Blättern oft ab. Deshalb erntet man bei manchen Pflanzen, wie zum Beispiel Artemisia annua, die Blätter am besten vor der Blüte, weil sie dann ihre höchste Kraft haben.
Bei anderen Pflanzen ist es genau umgekehrt: Zum Beispiel bei der Schafgarbe oder der Ringelblume liegt die Hauptkraft in der Blüte. Da macht es Sinn, gezielt die Blüten zu ernten.
Das heißt, es gibt keine pauschale Regel – sondern eher ein Verständnis dafür, wo gerade die Kraft der Pflanze sitzt.
Genau. Und das darf man sich nach und nach erschließen – aber ohne sich davon abschrecken zu lassen. Wichtig ist, überhaupt anzufangen.
Wie verarbeite ich diese Pflanzenteile eigentlich? Du hast davon gesprochen, sie roh zu essen, aber ich kann ja auch Tees daraus machen. Und da hört man oft: Ziehzeit, Temperatur, all das hängt davon ab, welche Stoffe man extrahieren möchte. Das kann schnell zu einer regelrechten Wissenschaft werden.
Du nennst es Wissenschaft – und ja, das kann es auch werden. Aber ich bin irgendwann an den Punkt gekommen, wo ich gemerkt habe: Es wird immer komplizierter, je tiefer man da einsteigt. Es gibt Menschen, die wollen alles zu hundert Prozent richtig machen. Die sagen dann zum Beispiel: „Jetzt hat es geregnet, ich wollte doch ernten, aber es war doch der richtige Mondstand oder ein Blütentag.“ Und dann funktioniert es im Alltag einfach nicht mehr.
Das finde ich so wichtig. Ich bin auch ein großer Fan von Pragmatismus. Jeder Schritt in die richtige Richtung ist besser, als es gar nicht zu tun, weil es nicht perfekt ist. Da darf man sich auch ein Stück weit von solchen Regeln lösen und wieder mehr ins eigene Gefühl kommen. Gibt es denn überhaupt Gefahren, wenn man es nicht „perfekt“ macht?
In den meisten Fällen nicht. Es gibt ein paar Ausnahmen, aber die sind überschaubar.
Ein Beispiel ist das Scharbockskraut. Das ist ein typisches Frühlingskraut, und hier sollte man die Blätter tatsächlich vor der Blüte ernten. Mit der Blütenbildung lagern sich nämlich Stoffe ein, die uns nicht mehr guttun. Das ist aber eher eine Ausnahme und hat nichts mit Mondphasen oder Ähnlichem zu tun, sondern mit einer tatsächlichen Veränderung in der Pflanze.
Was ich oft beobachtet habe: Menschen lesen so eine Regel einmal und übertragen sie dann auf alle Pflanzen. Aber das stimmt so nicht. Es sind meistens Ausnahmen. Trotzdem ist im Zweifel Vorsicht besser, und man fragt oder liest einfach noch mal nach, bevor man sich am Ende schadet.

Artemisia annua © C. Ströbel
Eine Pflanze, nach der oft gefragt wird, ist Artemisia annua, der Einjährige Beifuß. Kannst du uns hier mehr erzählen?
Für mich ist das eine Meisterpflanze. Sie ist vor allem als Malaria-Pflanze bekannt und wird seit Jahrtausenden in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Spannend ist der Wirkmechanismus: Die Pflanze greift dort an, wo eine hohe Eisenkonzentration ist, etwa bei bestimmten Erregern oder auch bei manchen Krebszellen. Dabei entstehen Prozesse, die diese Zellen schädigen.
Wichtig ist mir: Es geht um die ganze Pflanze, nicht um isolierte Wirkstoffe. Die Kombination der Inhaltsstoffe, wie sie in den Pflanzen vorkommt, wirkt anders als ein einzelner herausgelöster Stoff, wie zum Beispiel das Artemisin. Deshalb empfehle ich auch die orale Aufnahme als Tee oder Tinktur.
Durch die Novel-Food-Verordnung ist Artemisia inzwischen leider nicht mehr einfach als Lebensmittel zu bekommen. Aber man kann es zum Beispiel selbst anbauen. Das ist sogar ein sehr schöner Weg, weil man dann eine Beziehung zur Pflanze aufbaut.
Worauf sollte man bei der Anwendung achten?
Artemisia wirkt stark entgiftend, indem es Leber und Nieren unterstützt. Bitte nicht in der Schwangerschaft, nicht für kleine Kinder oder sehr empfindliche Menschen anwenden. Man kann sie als Tee oder Tinktur nutzen, auch äußerlich als Salbe. Für den Tee hilft etwas Fett, zum Beispiel etwas Kokosöl oder Ghee, damit sich die Wirkstoffe besser lösen.
Liebe Christel, gibt es etwas, das du den Menschen zum Abschluss mitgeben möchtest?
Wie so oft reicht es auch bei den Pflanzen nicht, nur darüber zu hören oder zu lesen, es geht ums Tun. Wirklich rausgehen, erleben, ausprobieren.
Und sich die Frage stellen: Wofür lohnt es sich zu leben? Was ist mein Warum? Die Natur kann uns dabei helfen – sie schenkt uns Verbindung, Orientierung und Sinn.
Vielen Dank, liebe Christel. Und an alle Leserinnen und Leser: Gehen Sie raus in die Natur, probieren Sie es aus – vielleicht ganz einfach mit einem Löwenzahnstängel.
Ich danke dir von Herzen – und wünsche allen alles Gute.
Das vollständige Interview können Sie auf unserem YouTube-Kanal sehen.
Zur Person: Christel Ströbel

Christel Ströbel arbeitet als Onlinekongress-Veranstalterin und Speakerin. Der Vater legte ihr die Liebe zur Natur als Samenkorn in die Wiege. Sie ist gelernte Drogistin, gründete gemeinsam mit ihrem früheren Mann den Calendula Kräutergarten und war als Kräuterfrau bei der SWR-TV-Sendung „Grünzeug“. In Onlineseminaren begleitet sie Menschen in der Heilkräuterkunde und beim Wahrnehmen der Pflanzenwesen.
Kontakt
Christel Ströbel
Website: www.https://christel-stroebel.de/


