Die in Tierexperimenten gemachte Beobachtung, dass Vitamin K vor Krebs schützen könnte, konnte nun durch die Ergebnisse der Heidelberger Kohorte der EPIC-Studie bestätigt werden. In dieser Untersuchung werden 24.340 Teilnehmer zwischen 35 und 64 Jahren seit 1994 prospektiv untersucht und bis 2008 im Hinblick auf Krebsinzidenz und Krebsmortalität aktiv nach verfolgt. Die Aufnahme von Vitamin K mit der Nahrung wurde mit Hilfe von Fragebögen geschätzt (Nimptsch K et al./ Am J Clin Nutr 2010).
Die Gruppe der K-Vitamine untergliedert sich in Phyllochinone (Vitamin K1), die vor allem in grünem Gemüse, Fleisch und Milchprodukten vorkommen, während die Menanchinone (Vitamin K2) vor allem in Käse vorkommen.
Dabei war nur die Aufnahme von Menanchinonen invers mit der Gesamt-Krebsinzidenz korreliert. Zwischen der Aufnahme von Phyllochinonen und der Krebsinzidenz – bzw. mortalität konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. Wie schon andere Studien bei anderen Vitaminen beobachtet hatten, war die Reduktion des Krebsrisikos durch eine hohe Aufnahme von Menanchinonen bei Männern stärker als bei Frauen ausgeprägt und betraf vor allem das Auftreten von Prostatakrebs und Lungenkrebs.

GfBK-Kommentar: Diese Studie gibt einige Hinweise auf die schützende Wirkung von Menanchinonen, kann jedoch nicht endgültig beweisen, dass Vitamin K wirklich krebsvorbeugend wirkt, zumal das Gesamtergebnis statistisch nicht signifikant war und nur bei Männern eine deutliche Risikoreduktion bei bestimmten Krebsarten vorlag. Man muss sich auch fragen, inwieweit es möglich ist, anhand von Ernährungsfragebögen wirklich Zusammenhänge feststellen zu können, zumal dieses Instrumentarium nicht überprüfbar ist und daher auch erheblichen Schwankungen unterliegen kann. Da Phyllochinone ubiquitär vorkommen, muss auch die Frage gestattet sein, inwieweit nicht andere Ernährungs- oder Lebensstilfaktoren hierbei eine Rolle gespielt haben.