Ziel einer homöopathischen Behandlung ist das Erkennen der Bedingungen, unter denen ein Mensch erkrankt ist. Auch zur Linderung unerwünschter Nebenwirkungen der Chemo- und/oder Strahlentherapie können homöopathische Mittel eingesetzt werden. Die homöopathische Behandlung ist immer eine individuelle Therapie, die großes Fachwissen und Erfahrung erfordert und im Fall von Krebserkrankungen nicht beiläufig und nicht in Eigenregie durchgeführt werden sollte.

In der klassischen Homöopathie werden nicht Krankheiten, sondern kranke Menschen behandelt. Gewählt wird das Mittel aufgrund seiner Eigenschaften, bei Gesunden ein bestimmtes Bild von Symptomen, ein Arzneimittelbild, hervorzurufen, d. h. in der Regel geht der Anwendung eine Arzneimittelprüfung bei Gesunden voraus. Dieses Arzneimittelbild soll dem Krankheitsbild möglichst umfassend entsprechen. Leitsatz ist: Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden, simile similibus curentur.

Hierin liegt eine Schwierigkeit in der Anwendung bei Krebs: In homöopathischen Arzneimittelprüfungen werden keine solchen schwerwiegenden Symptome wie bei einer Krebserkrankung hervorgerufen. Man ist also auf Erfahrungen aus der therapeutischen Praxis angewiesen, die auf den individuellen Einzelfall umgemünzt werden müssen. So haben sich in der therapeutischen Praxis aus über hundert Jahren eine Reihe homöopathischer Mittel herauskristallisiert, die bei Krebskranken günstige Wirkungen hatten und in Einzelfällen auch ohne weitere Maßnahmen zur Heilung geführt haben. Zur Mittelfindung sind intensive Gespräche und eine sehr genaue Aufnahme der Krankengeschichte notwendig. Dabei müssen alle wesentlichen Geist- und Gemütssymptome, alle besonderen Reaktionsweisen und Empfindlichkeiten und alle Organfunktionen erfasst werden. Das Ziel ist nicht in erster Linie die Benennung der Krankheit, sondern das Erkennen der Persönlichkeit des Kranken und der Bedingungen, unter denen er krank geworden ist. Daher bekommen Menschen mit gleicher Krankheit durchaus unterschiedliche Mittel, und das Mittel kann nicht vom Laien aufgrund einer schlichten Krankheitsbezeichnung gewählt werden.

In der Regel ist die Homöopathie eine Begleitmaßnahme neben den bewährten Methoden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Erfolge größer sind, wenn frühzeitig – am besten noch vor einer geplanten Operation – mit der Behandlung begonnen wird.

GfBK-Info: Homöopathie