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Hyperthermie

Die Anwendung der Hyperthermie beruht auf der Tatsache, dass Tumorzellen hitzeempfindlicher sind als gesunde Zellen. Mit verschiedenen Techniken (auch den sog. thermoablativen Verfahren) wird der gesamte Körper oder der betroffene Körperteil erwärmt. Schon vor mehr als hundert Jahren gab es erste Versuche, Tumoren durch Überwärmung am Wachstum zu hindern. Heute gehört die Hyperthermie zu den wenigen Verfahren, die sowohl in der biologischen als auch von der sogenannten Schulmedizin angewandt werden. Bei der Anwendung der Hyperthermie werden fünf Formen unterschieden, wobei Temperaturen zwischen 38,5 und 43° erreicht werden können:

  • Oberflächenhyperthermie, geeignet bei in oder dicht unter der Haut liegenden Tumoren.
  • Tiefenhyperthermie zur gezielten Behandlung regionaler Tumoren oder Metastasen, z.B. in der Leber, im Becken, in Knochen, in der Lunge.
  • Ganzkörperhyperthermie zur Behandlung systemischer ausgebreiteter Metastasen.
  • Perfusionshyperthermie bei disseminiert mit Metastasen durchsetzten Hohlorganen und im Bauchraum, z.B. bei Eierstockkrebs.
  • Interstitielle Thermotherapie zur lokalen Behandlung, z.B. von Prostatakarzinomen im Frühstadium.

Grundsätzlich ist die Hyperthermie bei allen soliden Tumoren anwendbar. Die bislang überzeugendsten Therapieergebnisse wurden bei einer Kombination von extremer Tiefenhyperthermie mit einer Strahlen- und/oder Chemotherapie erzielt, z.B. bei Enddarmkrebs, Metastasen von Ovarial- oder Korpuskarzinomen, Lungen- und Lebermetastasen, gastrointestinalen Tumoren oder Melanomen. Es kann zu langfristigem Ansprechen kommen, auch bei sonst ausbehandelten Patienten. Inoperable Tumore werden einer Resektion zugänglich und potentiell heilbar. Auch die Wirksamkeit von Immuntherapien wird erhöht.

GfBK-Info: Hyperthermie

GfBK-Info: Kostenerstattung der Hyperthermie