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Patientenberichte
Es gibt gewisse Tore, die nur die Krankheit öffnen kann. André Gide
Berichte von anderen Patienten machen Mut, den eigenen Weg zu suchen und zu finden. Die Geschichten, die wir Ihnen hier vorstellen sind individuelle Einzelfälle. Jeder der hier vorgestellten Patienten hat einen für sich stimmigen und richtigen Weg gefunden, mit seiner Erkrankung umzugehen. Die Heilungswege beruhen auf individuellen Voraussetzungen und sind nicht übertragbar. Unsere Patienten wollen Ihnen Mut machen, den eigenen Weg zu finden. Die vorgestellten Heilungswege machen klar, dass viele unterschiedliche Ansätze zur Heilung führen können.
Möchten auch Sie anderen Patienten mit Ihrem Bericht Mut machen, mailen Sie uns unbedingt Ihre Geschichte. Senden Sie Ihre Mail an Astrid Willige (Zentrale Beratungsstelle Heidelberg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Vor der Veröffentlichung nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf.
Signal 2/2013: Beatrix Rose "Guten Morgen, liebes Leben!
Meine Geschichte beginnt da, wo alles für mich anfängt: Beim Essen. Ich habe nicht Bio, sondern billig eingekauft. Immer mehr Gift und Hormone in meinen starken, guten Körper hineingepumpt. Der Organismus kann zwar viel verkraften, wenn er gesund und stark ist, aber alles hat seine Grenzen. Und dann war da auch noch die Raucherei: 40 Zigaretten am Tag. Auch das war Gift für meinen Leib. Mein normaler Tagesablauf sah so aus: morgens aufstehen, vier Espresso trinken, ab an den PC, bis zum Mittag arbeiten, schnell was aus der Tiefkühltruhe auftauen, weiterarbeiten, in Hetze zu meinem Pferd, zurück, weiterarbeiten bis abends um sieben. Völlig erschlafft fiel ich dann zusammen, nahm mein Abendessen auf der Couch beim Fernsehen ein. TV "zum Entspannen" bis Mitternacht, danach ins Bett. Samstag und Sonntag liefen genauso ab. Schließlich war ich ja selbstständig. Irgendwann machte mich dieses selbstauferlegte Pensum so fertig, dass ich dringend Urlaub brauchte. Mein Mann meinte, 14 Tage seien genug. Es gab einleuchtende Gründe, seinem Vorschlag zu folgen, auch wenn ich fühlte, dass mir das nicht reichen würde. Ich habe mein Herz und meine Gefühle ausgeschaltet, dafür den Verstand ein.
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Signal 1/2013: Karin Schacher "Es ist immer das Fällige, was uns zufällt"
Mir gefällt dieses Zitat von Max Frisch, da ich rückblickend auf mein bisheriges Leben sagen kann, dass es gerade leidvolle Lebensphasen braucht, um gestärkt und mutig andere Erkenntnisse gewinnen zu können und neue Wege gehen zu dürfen. Aus diesem Grund fallen uns Ereignisse zu, um uns das Fällige augenfällig zu machen.
Diagnose Brustkrebs!!!
24. Januar 2007: Der Arzt eröffnete mir, dass der Knoten in meiner linken Brust mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit Krebs sei. Das war wie ein Schlag ins Gesicht, ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Und das, obwohl ich ein Jahr zuvor bei der Mammografie gewesen war. Natürlich hatte ich den Knoten von 2,2 cm schon länger gefühlt, wägte mich jedoch in Sicherheit, denn ich hatte mich ja gründlich untersuchen lassen.
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Signal 4/2012: Jürgen Trumpler "Der Mensch behandelt, aber Gott heilt"
Im April 2010 war Blut in meinem Urin zu sehen. Mein Urologe vermutete zunächst einen Harnwegsinfekt und verordnete ein Antibiotikum. Ich vertraute ihm, in seiner Praxis war ich vorher viele Jahre lang regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gewesen. Als keine Besserung eintrat, wurde ich im Rahmen einer Blasenspiegelung genauer untersucht. Danach riet mir der Arzt zu einer Ausschabung der Blase. Eine zweite Blasenspiegelung bei einem anderen Urologen ergab den gleichen Befund. Allerdings wurde mir dort geraten, den Eingriff unter Blaulicht durchführen zu lassen. So sei gegebenenfalls ein Tumor besser erkennbar.
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Signal 3/2012: Inge Arnold-Pilz "Mein Weg ist ein Weg zur Selbsthilfe"
Schon lange war mir klar, dass mein Leben nicht so weitergehen konnte. Zwei Jahre wollte ich noch durchhalten, wollte ich unsere Familie noch zusammenhalten. Dann hätte auch unser jüngster Sohn sein Abitur. Der Ältere studierte bereits und wohnte noch zu Hause. Dies war meine Lebenssituation im Jahr 2006. Doch es sollte anders kommen. Als mir der Arzt sagte, dass der Knoten in meiner Brust bösartig sei, war ich skeptisch: „Muss man das denn unbedingt operieren? Woher wissen Sie, dass es sich wirklich um einen bösartigen Tumor handelt?” Der Mann im weißen Kittel schien sich fast gekränkt zu fühlen ob meiner Zweifel. Das Untersuchungsergebnis der Stanzbiopsie bestätigte die Meinung des Mediziners. Ich erhielt einen Operationstermin für die folgende Woche. Nun musste ich meinen Mann und meine beiden Söhne informieren. Die Reaktionen waren unterschiedlich: Schweigen, Nicht-wahrhaben-Wollen und auch die Frage „Was passiert jetzt, was bedeutet das?”.
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Signal 2/2012: Gisela Söfftge "Vor vielen Jahren...."
Ende 1984 suchte ich wegen unklarer Bauchschmerzen meinen Frauenarzt auf. Meine Diagnose lautete Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium. „Unmöglich“, dachte ich, „der Arzt meint bestimmt eine andere Patientin“. Ich konnte es einfach nicht glauben, da ich regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gegangen war. Doch schon hatte ich die Einweisung ins Krankenhaus in der Hand. Dem kompetenten, aber lieblosen Professor in der Klinik fühlte ich mich hilflos ausgeliefert. Auf dem Flur des Krankenhauses liefen mir die Tränen nur so herunter. Bald darauf wurde ich operiert. Bei dem sehr komplexen Eingriff musste mir außer den Unterleibsorganen auch das Netz der Bauchdecke entfernt werden, weil die Zyste des Eierstocks während der Operation geplatzt war. Das hatte zur Folge, dass sich die Krebszellen im gesamten Bauchraum verteilen konnten. Danach begann die Strahlentherapie. Dadurch verschlechterte sich mein Blutbild zusehends: Die Anzahl der weißen Blutkörperchen und auch der Blutplättchen hatte sich dramatisch verringert. Ich musste nach sieben Bestrahlungen die Behandlung auf unbestimmte Zeit unterbrechen. Hinzu kam, dass ich auch kräftemäßig am Ende war.
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Signal 1/2012: Iris Kamann "Trotz Widerständen - ich gehe meinen Weg"
Heute bin ich gesund. Hier einige wichtige Stationen meiner Kranken- und Heilungsgeschichte. Im September 1998 trat der schwarze Hautkrebs auf. Ich war 34 Jahre jung. Die Stelle, die ich an meinem rechten Fußgelenk bemerkte, beunruhigte mich zuerst gar nicht. Es sah aus wie ein Blutschwamm, klein und rot, rechts unter dem Außenknöchel. Kein Gedanke an Krebs. Krebs, ich habe lange gebraucht, bis ich dieses Wort in meinen Mund nehmen konnte. Diese Stelle war da und ging nicht wieder weg. Sie beschäftigte mich immer wieder, bis ich dann irgendwann doch meinen Hautarzt aufsuchte, um sicherzugehen, dass ich mir keine Gedanken mehr machen musste. Auch er fand diese Stelle überhaupt nicht aufregend. Er meinte nur, man sollte sie irgendwann entfernen, weil sie sehr bluten könnte, falls ich mich einmal daran stoßen sollte. Ich weiß noch, wie ich in der Praxis saß und gedacht habe: Wenn sie sowieso entfernt werden muss, dann kannst du dir auch gleich einen Termin geben lassen.
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Signal 4/2011: Ellen Volkhardt "Was mich trägt und stärkt: Aus Krebs wird Liebe"
Was ist Wandlung? Eine Form scheint auf, die andere verschwindet. Kann man sagen, dass der Schmetterling eine Raupe war? Eine Substanz in der Raupe nimmt die Form des Schmetterlings an. (Swami Prajnanpad)
Die Krebsdiagnose 2008 hat mich aus meinem sicheren Alltag geschleudert. Heute, im Jahr 2011 würde ich sagen, dass ich mich auf eine Reise ins Leben begeben habe. Ich habe mich künstlerisch mit dem Thema Krebs auseinandergesetzt. Dabei sind Arbeiten mit programmatischen Titeln entstanden: »Aus Krebs wird Liebe«, »Aus Tumor wird Heilen«, »Aus Cancer wird Change«. Es sind Bücher, in denen jeweils eine Buchseite einem Wort gewidmet ist, die Buchstaben eines jeden Wortes habe ich mit Gedanken, Gebeten, Gedichten und Bildern gefüllt.
Ich kann über meinen Weg nicht sprechen, ohne die Arbeit von Otto Richter zu erwähnen und ihm an dieser Stelle für seine Unterstützung zu danken. Ohne ihn gäbe es die Bücher nicht, denn die Idee dazu entstand während eines Seminarzyklus, den ich während meiner Behandlung durchlief. Auch die Idee, sie Visio-Tactile TransForms zu nennen, stammt von ihm. Alle Entscheidungen, die ich bezüglich meiner Behandlung zu treffen hatte, wären anders ausgefallen, hätte ich nicht diese Seminarerfahrung gemacht. Eine wichtige Entscheidung war die Kontaktaufnahme mit dem 3E-Zentrum. Das Telefonat, das ich mit einer Krebsberaterin führte, hat eine Weiche gestellt und mich ermutigt, Krebs als Reise zu mir selbst zu sehen. Anhand eines der Bücher, die im Laufe meines Prozesses entstanden sind, erzähle ich meine Reise.
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Signal 3/2011: Bert Heuper "Aus drei Monaten wurden über neunzehn Jahre"
Die Chancen stehen 80:20 allerdings gegen Sie!
So eröffnete mir der Urologe nach einer eingehenden Untersuchung meine Krebsdiagnose. Es wurde erst einmal dunkel um mich, ein großes Loch tat sich im Boden auf, ich hörte nichts mehr und hatte das Gefühl, unter einer Glasglocke zu sitzen. Nach der kurzfristig angesetzten Operation stand fest: Hodentumor, bösartig, fortgeschrittenes Stadium. Tagelang lag ich apathisch im Bett und hatte innerlich schon mit meinem Leben abgeschlossen. Viele Bilder aus der Vergangenheit tauchten auf und immer wieder die Frage: Warum ich? Ich beschloss, meine letzten Wochen so zu leben, wie ich eigentlich schon immer leben wollte. Ich wurde auf eigene Verantwortung aus der Klinik entlassen.
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Signal 2/2011: Dagmar Goldau, "Von Herz zu Herz"
Gemeinsam mit meinem Mann und meinen drei Kindern bin ich vor 17 Jahren aus einem Kölner Vorort in die Eifel gezogen. Diese Gegend ist mir besonders ans Herz gewachsen, weil ich dort öfter die Ferien bei meinen Großeltern verbracht hatte. Dazwischen lebten wir ein Jahr in Kanada. Wir wollten für immer dort bleiben - aber es kam anders. Mein Heimweh war fast unerträglich. Dazu kam eine starke Existenzangst, da mein Mann berufliche Startschwierigkeiten hatte. Nach einem Jahr gingen wir zurück nach Deutschland und verließen schweren Herzens auch unsere lieben Freunde, die wir dort gefunden hatten: Gudrun und Michael, ein Ehepaar aus dem Allgäu.
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Signal 1/2011: Liesel Polinski, "Hauptsache gesund!?"

Im Schwimmbad unter der Dusche morgens um sieben. Eine Dame beglückwünscht eine andere zum 75. Geburtstag: „Ich gratuliere Ihnen herzlich und wünsche Ihnen vor allem Gesundheit. Sie sind doch gesund, oder?” „Ja!” „Gesundheit ist doch das Allerwichtigste!”. Solche Sprüche hört man häufig, wenn man nicht mehr die Jüngste ist. Aber ist Gesundheit wirklich die Hauptsache im Leben? Wenn Gesundheit das Wichtigste ist, fehlt mir das Wichtigste schon mit gut 60 Jahren. Stimmt das so? Mir geht es im Moment sehr gut. Nach schweren Operationen, monatelanger Infusionsnahrung endlich wieder schwimmen können! Keine Portnadel mehr! Mir geht es klasse! Ich habe zwar nicht meine 1000 Meter wie früher geschafft, aber das Schwimmen hat mir Spaß gemacht. Eine kleine Freude habe ich noch einem Herrn bereitet, dem ich früher immer davon geschwommen bin: Heute war er schneller. Ich schmunzle über seine stolzgeschwellte Brust: „Freue dich ruhig, sowie ich kannst du dich gar nicht freuen!”
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Signal 4/2010: Martin Freudenstein, "Niemals aufgeben!"
Vor mehr als 13 Jahren erlitt ich plötzlich einen schweren epileptischen Anfall während der Arbeit. Ich wurde in die Universitätsklinik nach Mannheim gebracht. Dort stellte man einen Hirntumor bei mir fest. Fünf Wochen später wurde ich zum ersten Mal operiert. Ich konnte damals nicht mehr sprechen und auch meinen rechten Arm nicht bewegen. Nach fast 10 Wochen Reha und Anschlussheilbehandlung war meine Sprache weitgehend wiederhergestellt.
Fünf Jahre hatte ich Ruhe …
Im März 1997 hatte ich die erste Hirntumor-Operation – im Juni 2002 kam dann die schockierende Diagnose: Ich hatte ein Rezidiv! Aus der Kopfklinik-Heidelberg erhielt ich nur einen Tipp: „Machen Sie eine Chemotherapie!″ Der Tumor konnte nicht operiert werden. Ich erkundigte mich andernorts nach biologischen Alternativen oder Ergänzungen der Behandlung.
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Signal 3/2010: Brigitte Dinner, Wie meine Krise zur Chance wurde
Es war im Sommer 2007. Nach 42 Jahren engagierter Arbeit als Lehrerin an der Grundschule stand meine Pensionierung bevor. Auch wenn ich meinen Beruf und die Kinder über alles geliebt hatte, sollte ich nun endlich viel Zeit haben, mich auszuruhen und meinen kommenden Lebensabschnitt mit vielen neuen Möglichkeiten zu füllen.
Es kam ganz anders. Am Tag meiner Pensionierung rief mittags der Arzt an: Diagnose Brustkrebs; ein Tumor in der linken Brust mit Lymphknotenbefall in der Achselhöhle. Aber dabei blieb es nicht. Auch rechts waren zwei Lymphknoten befallen und durch viele kleine Tumore eine Amputation nötig. Alles ging seinen Gang. Ich wurde operiert. Wie gelähmt konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Die für mich geplante Therapie: 6 mal Chemo, 30 Bestrahlungen und 6 Jahre Hormontherapie akzeptierte ich bereitwillig. Ich wurde aus der Klinik entlassen, total erschöpft, beide Arme konnte ich kaum bewegen.
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Signal 2/2010: Sabine Hötzel, Auf dem Weg der Heilung
1995 erkrankte ich im Alter von 33 Jahren an Gebärmutterkrebs. Es wurde umfangreich operiert und anschließend bestrahlt. Da saß ich dann und hatte keine Ahnung, was das alles eigentlich sollte. So freute ich mich, alles gut überstanden zu haben, lernte während einer Reha, wie wunderbar es sein kann, wenn man Zeit für sich hat und gab nach gefühlten 1000 Versuchen endlich die Zigaretten auf. Aber es dauerte nicht lange und der Alltagstrott nahm mich wieder in Beschlag.
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Signal 4/2009: Andrea Sixt, 14 Jahre danach
So denkt die GfBK-Botschafterin heute - Interview mit Andrea Sixt
Andrea Sixt erhielt 1995 nach einer Routineuntersuchung die Diagnose Brustkrebs. Sie fand ihren eigenen Weg zwischen Schulmedizin, anthroposophischer Medizin und Homöopathie. Ihre bewegenden Erfahrungen teilt sie heute durch verschiedene Veröffentlichungen und Vorträge mit anderen Betroffenen.
Signal 3/2009: Lutz Wesel, Das Leben ist zerbrechlich und kostbar
Das Thema Krebs beschäftigt mich seit dem 6. Lebensjahr, als meine Mutter mir sagte, dass mein Vater Krebs hat. Ab da war ich immer wieder mit der Erkrankung konfrontiert. Das scheint so etwas wir ein Lebensthema für mich zu sein. Mein Vater ist gestorben als ich 10 Jahre alt war, dann starb meine Mutter ebenfalls an Krebs. So habe ich mich schon sehr früh mit der Thematik auseinander setzen müssen. Ende der 90er-, Anfang 2000er-Jahre hatte ich eine Zeit, die geprägt war von unentrinnbarem Mega-Dauerstress. Mein schwer kranker Bruder starb damals qualvoll über drei Jahre hinweg, meine gut gehende Praxis nahm mich in Anspruch, ich hielt sehr viele Vorträge und Seminare. Mein Bild von der Situation war das eines Tellerjongleurs, der immer von Stäbchen zu Stäbchen rennt und die Teller am Drehen hält.
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Signal 1/2009: Martina Erlemann, Mein Leben ist schön!
....dass ich das heute sagen kann, daran hätte ich vor drei Jahren nicht geglaubt. Ich kann mich noch genau an den Blick aus dem Fenster des Wartezimmers erinnern an diesem Tag Anfang Oktober 2005. Der kleine Platz war gefüllt mit geschäftig hin und her hastenden Menschen. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und die Geschäfte waren beleuchtet. Wie dicke Fische in einem riesigen Aquarium wirkten die Kunden des Sportgeschäfts, dessen große Fensterflächen zum Platz hin lagen. Hier oben war es still, kein Laut des Treibens drang durch die gut isolierten Fenster des Altbaus. Zuschauerin war ich, nicht dazugehörig fühlte ich mich, vorübergehend in der Warteschleife, bis nach den Untersuchungen grünes Licht für das Leben gegeben würde, wie jedes Jahr.
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Impulse 3/2008: Ruth Pillat, Mein Krebs - mein Lehrmeister
Dienstag, 25. März 1986, die Woche vor Ostern. Schon lange fühle ich mich schlecht, quäle mich schon mit dem dritten Infekt in diesem Jahr. Warum nur habe ich mich im letzten Sommerurlaub nicht erholt? Wir hatten ihn auf sechs Wochen ausgedehnt, doch ich fühle mich genauso zerschlagen wie zuvor. Was ist los? Gut, seit über fünf Jahren habe ich Dauerstress. Als Ärztin bin ich die rechte Hand meines Mannes in seiner Kinderarzt-Praxis. Wenn ich dort nicht bin, bereite ich die Proben und Auftritte mit unseren historischen Instrumenten vor.
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Impulse 2/2008: Dr. Gabriele Röhn, Der Tanz ins Leben
"Für mich gehören Tumore ins Labor und nun steht mein eigener Name auf dem Befund!", so Dr. Gabriele Röhn, promovierte Biologin, die in Köln in einem onkologischen Labor der Neurochirurgie arbeitet. Arbeitsschwerpunkt Hirntumore. 2001 erwischt es sie selbst. Die Diagnose: Brustkrebs. Ein halbes Jahr lang wiegt sie sich in Sicherheit. Sie tastet einen Knoten in der Brust, ihre Frauenärztin winkt ab: "Nur verhärtetes Bindegewebe, kein Grund zur Sorge".
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Impulse 4/2008: Roman Rischmüller, Es muss nicht immer Chemo sein
Wenn uns jemand sagen würde: "Bei Ihrer Krankheit hilft nur ein Medikament, das im ersten Weltkrieg als Kampfmittel eingesetzt wurde, das in erster Linie auf Schädigung der DNA setzt, die Zellteilung hemmt, eine Vielzahl von Enzymen blockiert, die Bildung von weißen Blutkörperchen unterbindet und zudem noch Mutationen und Krebs hervorruft", würde wahrscheinlich niemand auf die Idee kommen, diesen Rat ernst zu nehmen. Nicht so, wenn man Patient einer lebensbedrohlichen Erkrankung ist und vor eine schwierige Wahl gestellt wird: Entweder sterben oder mit einer solchen Substanz das töten, was gegebenenfalls zum Tode führt. Genau in diesem Konflikt stehen viele Krebspatienten.
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IMPULSE 1/2008: Mechthild Thöne, Mein Krankheitsweg ist auch mein Heilungsweg - oder Ich lebe HEUTE - heute LEBE ich
"Nein, nicht schon wieder!" Ich bin entsetzt! Zum zweiten Mal taste ich einen Knoten in meiner Brust. Wie gut, das sich damals - Ende 1994 - nicht ahnte, dass noch 11 weitere Operationen folgen sollten!
Impulse 3/2007: Hanns-Jörg Fiebrandt, Ich tue nichts gegen meine Krankheit, ich tue etwas für meine Gesundheit
Danach fiel mir ein Erlebnis ein, das ich mit ca. 14 Jahren hatte. Der Hausarzt sagte damals zu mir: „Junge, deine Mandeln müssen raus!“ Zu Hause angekommen, erzählte ich es meinem Vater. Der hatte in München einen befreundeten Heilpraktiker. „Wir fahren morgen zum Feigel und fragen den!“ sagte er. Nachdem dann der Heilpraktiker Feigel mich untersucht hatte, sagte er zu meinem Vater: „Wenn das mein Sohn wäre, würden die Mandeln drin bleiben!“ Darauf mein Vater: „Dann bleiben sie drin!“ Und sie sind heute noch drin, nach über 45 Jahren. So etwas prägt.
Impulse 2/2007: Relia Wecker, Achtsam nach innen lauschen
Als mich 1991 die Diagnose Brustkrebs traf, konnte ich das nicht glauben. Ich war religiös, meditierte und ernährte mich gesundheitsbewusst, da ich schon immer mit verschiedenen körperlichen Beschwerden zu tun hatte. Nach der OP riet man mir dringend noch zu Chemotherapie und Bestrahlung. Mir war klar, dass es vom schulmedizinischen Standpunkt her keine andere Alternative gab und es fahrlässig wäre, den Rat der Ärzte nicht zu befolgen.
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Impulse 4/2006: Armin Schütz, "Wenn ihr Krebszellen so weiterwachst, werdet auch ihr sterben!"
Beruflich stand ich damals, im Januar 1991, unter starkem Stress. Ich bin Elektrotechniker von Beruf und die Arbeit war nicht immer befriedigend. Auch im Privatleben war nicht alles so, wie ich es mir wünschte. Ich war in einer Lebenskrise.
Schon bevor ich zum Hausarzt ging, war mir klar, dass dieser Knoten, den ich bereits seit mehreren Tagen beobachtet hatte, Hautkrebs ist. Deshalb war die Diagnose auch kein Schock für mich.
Impulse 2/2006: Irmhild Harbach-Dietz, Ich bin sehr dankbar für mein Leben
1994 bekam ich an meinem 46sten Geburtstag einen Anruf von meiner Frauenärztin, in meiner Mammografie gäbe es einen unklaren Befund. Ich sollte sofort ins Krankenhaus gehen und mich operieren lassen. Meine Freundinnen, die gerade zum Feiern kamen, mussten mich erst einmal beruhigen. Zwei Wochen später ging ich zur Untersuchung. Man wollte an drei Stellen Gewebeproben entnehmen, doch ich wollte das nicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich Zeit habe, fuhr erst einmal in den Urlaub und ließ mich anschließend beraten.
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Impulse 3/2005: Britta Wessel, Krebs - vereiteltes kreatives Feuer
Ich komme aus einem sehr autoritären, intellektuellen und leistungsbezogenen Elternhaus, in dem Gefühle wenig zählten. Als pflichtbewusste Tochter meiner Eltern studierte ich Sprachen und Jura, heiratete und baute zusammen mit meinem heutigen Ex-Ehemann eine Anwaltspraxis auf. Als Abiturientin hatte ich mir allerdings gewünscht, Theaterwissenschaften zu studieren. Die Theater- und Tanzaufführungen unserer Laienschauspielgruppe während der Schulzeit begeisterten mich. Diese Begeisterung nahm ich damals noch nicht ernst. Mein Leben bestand aus Studium, später aus dem Aufbau der Praxis und meiner Familie. Dem Theater und meiner Begeisterung dafür maß ich damals noch keine besondere Bedeutung bei. Mein Leben bestand aus „Pflichtaufgaben zur Erfüllung nach Weisung″, ein Begriff aus dem Kommunalrecht: Familie, Mandanten, Haushalt waren die Weisungsgeber, jede Stunde des Tages war für bestimmte Aufgaben festgelegt. Ich erledigte die Aufgaben, das war meine Erfüllung, doch mit zunehmendem Alter erschöpfte ich immer mehr, da mich dies alles emotional nicht erfüllte. 1993, im Alter von 45 Jahren erkrankte ich an Brustkrebs; zwei Lymphknoten waren befallen. Auf mich warteten Chemotherapie und Bestrahlung.
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Impulse 4/2004: Petra Isermann, Entweder den Kopf in den Sand stecken oder durchgehen
Ich war erst 26 als ich im Januar 1989 erfuhr, ich habe Morbus Hodgkin, Lymphknotenkrebs. Ich wusste zwar, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt, aber an Krebs hatte ich nicht im Traum gedacht. Ich spielte damals leistungsmäßig Handball. Mein Trainer sagte „Mensch Petra, im Training machst du die Tore und im Spiel bringst du keinen Ball ins Netz″. Ich hatte ständig Infekte, aber weder der Internist, bei dem ich in Behandlung war, noch der Heilpraktiker erkannten die Warnsignale. An dem Tag bevor alles so richtig los ging, war ich beim Jazzdance und wir machten viele ungewohnte Bewegungen mit dem Hals. Am nächsten Morgen wachte ich mit einem hühnereigroßen Ei am Hals auf. Ich dachte, ich hab´ mir den Hals verrenkt. Aber mein Hausarzt war gleich auf der richtigen Fährte und schickte mich zum Radiologen.
Ich wurde direkt in die Onkologie in der Medizinischen Hochschule Hannover eingewiesen. Ich wusste damals nicht mal, dass Onkologie etwas mit Krebs zu tun hat. Das Wochenende, das dann folgte, war das Schlimmste das ich je erlebte. Die Ungewissheit hat mich fast verrückt gemacht. Zwei Wochen später stand fest, ich habe Lymphknotenkrebs und einen Tumor im Lungenvorraum.
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Signal 3/2004: Ebo Rau, Heilen kann sich nur der Patient selbst. Der Arzt kann durch die Behandlung helfen.
Ebo Rau erkrankte 1998 an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Von einer Sekunde auf die andere wechselte er die Fronten. Vom Arzt zum wirklich hilflosen Patienten wie jeder andere auch.
Zusammen mit Dr. Irmey hat Dr. Ebo Rau eine Reihe immerwährender Benefiz-Kalendendarien und das Hörbuch „Mit dem Herzen heilen″ herausgegeben. Diese Benefiz-Produkte können Sie bei uns bestellen.
Hier können Sie das Märchen der Geschwister Mut und Liebe - aus dem Tagebuch von Ebo Rau (gelesen von Dr. G. Irmey) hören. Das Märchen ist ein Ausschnitt aus dem Hörbuch "Mit dem Herzen heilen".
Impulse 2/2004: Ulrich Kasparick, Die GfBK erstaunlich schnell gefunden
„Sie haben da einen bösartigen Tumor an der Niere. Das muss alles raus″. Zufällig entdeckt. Ohne den Schmerz niemals gefunden. Nun fällst Du. Fällst und fällst und fällst und fällst. Ins Bodenlose. Wenn du Glück hast, laufen Tränen. Wenn du Glück hast, sitzt nachts zwischen eins und vier jemand an deinem Bett und hört dir zu. Nachts, zwischen eins und vier, wenn die Silbernacht mondhell ins Zimmer scheint, wenn die Einsamkeit den Flur der Station entlang schleicht. Alles fällt von dir ab wie eine alte Haut: der Beruf, die Karriere, Familie, Freunde und Bekannte. Zuletzt gibt’s nur noch dich und den Krebs.
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Signal 4/2003: Georg Jasper, Leben nach dem Magenkrebs - ein ganz eigener Weg aus dem Krebs
Im Alter von 60 Jahren musste Georg Jasper der Magen vollständig entfernt werden. Viele Jahre nach dieser Diagnose fühlt er sich ganz ausgezeichnet.
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Impulse 3/2003: Anette Frischkorn-Vorwald, Kreativ sein - um ein neues Bewusstsein zu entwickeln
Als ich am 24.09.2002 die Diagnose „Brustkrebs“ erfuhr, habe ich gleich mit mir kooperiert. Ich nahm Tonerde in die Hände und formte damit meine Brust. Ich schnitt den TONTUMOR heraus und warf ihn in einer Geste der Befreiung weit, weit weg ins Grüne. Dieser Augenblick hat mich total aufatmen lassen und zu neuen Ufern getragen. Ich hatte auf eine kreative Weise eine Alternative gefunden, die mir die Angst nahm vor Tod und körperlichem Verfall. Meine Gefühle verwandelten sich in Richtung Leben. Ein intuitives Wissen durchfuhr mich, dass es möglich ist, in großen Krisen glücklich zu sein.
Impulse 3/2001: Anja Forbriger, "Ich spreche mit der Angst - Du kriegst mich nicht unter"
Zunächst ist es nur eine lästige Beule am Hals, die Anja Forbinger bewegt den Arzt aufzusuchen: Der 27-jährigen Studentin wird mitgeteilt, dass sie an Krebs erkrankt ist - Morbus Hodgkin. Das war 1994. Für sie beginnt ein Leidensweg, der dem vieler Krebspatienten gleicht: Der Schock bei der Diagnose, massive Chemo- und Strahlentherapie, das eigene Unwissen über medizinische Zusammenhänge und damit das Gefühl des Ausgeliefertseins. Sieben Jahre später beschreibt sie ihre Erfahrungen und Bemühungen in dem Buch: „Leben ist, wenn man trotzdem lacht″. Wir drucken hier einige Passagen ab.


