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Dr. Hüseyin Sahinbas: In-vivo- und in-vitro-Effizienzmessungen zur Wirkungskontrolle der lokoregionären Tiefenhyperthermie

Wissenschaftliches Programm - Hyperthermie in Praxis und Wissenschaft

16:30-17:00 Uhr

    Für die Tiefenanwendungen gibt es neben den Antennensystemen auch die kapazitativen Systeme. In Deutschland und weltweit sind diese ungleich weiter verbreitet. Da wir mit kapazitativen Systemen verschiedener Hersteller über eine mittlerweile über 10-jährige Erfahrung verfügen, wird in diesem Vortrag auf diese Systeme eingegangen. Die Wirkweise ALLER kapazitiven Geräte basiert auf dem grundsätzlich gleichen physikalischen Prinzip: Der Patient stellt ein Dielektrikum dar zwischen zwei Platten mit angelegter Spannung. Die extrazelluläre Flüssigkeit (EZF) der Zellen ebenso wie die intrazellulären Ionen reagieren hierbei auf dieses schnell wechselnde elektromagnetische Feld. In ihrer Charakteristik gibt es kleine Potentialunterschiede. Eine Art selbstfokussierender Effekt ergibt sich daraus, dass Tumorgewebe stärker ionisiert ist und auf diese Art der Erwärmung daher stärker anspricht. Grundsätzlich bedeutet dies, ALLE kapazitativen Hyperthermiegeräte (japanische, italienische, ungarische und deutsche) funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Die oft erwähnte Autofokussierung findet bei allen diesen Geräten statt. In verschiedenen bisherigen Labor- und Tierexperimenten konnte die Wirksamkeit dieser Systeme allem Anschein nach gezeigt werden. Die UNTERSCHIEDE dieser Geräte bestehen also eher in der Art ihres Aufbaus, vor allem in der Anordnung und Flexibilität der oberen und unteren Elektrodengröße (Stichwort Anzahl der aktiven (also bewusst gestaltbaren) Elektroden UND in der Möglichkeit der applizierbaren ENERGIE!

    1. Fast alle Geräte verfügen über zwei aktive ELEKTRODEN und Energieleistungen zwischen 150Watt = Oncotherm, 600 Watt = Synchrotherm & Celsius42+ bis 1500 Watt = Thermotron (Japan). Wobei es auch hier erhebliche Unterschiede gibt; beispielsweise 150 Watt bei verschiedenen Geräten kann zu sehr deutlich unterscheidbaren Temperaturergebnissen führen, wie zu zeigen sein wird. Eine gegebene Nennleistung bedeutet noch nicht, dass diese auch am Patienten abgegeben wird. Bei Thermotron mit 1500 Watt wird maximal eine Leistung von 250 bis 300 Watt in der Anwendung appliziert
    2. Wenn gemäß der bisher in meisten Veröffentlichungen postulierten These davon auszugehen ist, dass in der konventionellen Therapie (in Kombination mit Strahlentherapie und Chemotherapie) die Temperatur ein wichtiger Parameter und die Voraussetzung für die Wirkungsverstärkung ist, dann erfüllen die Geräte mit höherer Leistung eher diese Anforderung.
    3. Um die reinen Nennwert-Angaben zu überprüfen und mittels Temperaturmessungen zu validieren, wurden verschiedene vergleichende Messungen (an einem Strahlendummy und bei Patienten) vorgenommen. Die Ergebnisse werden im Rahmen dieses Vortrags präsentiert.

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