Spenden und unterstützen Sie die GfBK

DZI-Siegel2

Das Deutsche Zentral­institut für soziale Fra­gen (DZI) be­scheinigt der GfBK seit 2006 jährlich:
Ihre Spende kommt an!

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

Dr. Harald Reiß: Aktivierung des Immunsystems auf natürlichem Weg mit Hilfe der Bioenergetischen Medizin

Arzt-Patienten-Programm - Motivation und Hoffnung bei der Bewältigung der Krebserkrankung

9:00-9:30 Uhr

Bei einer Erkrankung wie Krebs steht die Aktivierung des Immunsystems an erster Stelle. Der (zumeist geschwächte) Organismus benötigt zu seinem Schutz eine aktive Abwehr. Patienten interessieren sich immer mehr für alternative Möglichkeiten auf diesem Gebiet. In seiner Praxis bietet Dr. Reiß seit ca. sechs Jahren neben schulmedizinischen Maßnahmen auch die Biomeditation als natürliche Methode zur Stärkung des Immunsystems an. Dabei hat er festgestellt, dass Patienten, die z. B. die Chemotherapie mit der Biomeditation kombinieren, sehr viel weniger Nebenwirkungen und Komplikationen haben. Da die Biomeditation auch den Stoffwechsel aktiviert, wird die Chemotherapie insgesamt sehr gut verarbeitet. Ihre Durchführung bringt dem Patienten mehrere Vorteile, denn sie ist in der Praxis leicht machbar und kann auch zu Hause selbstständig durchgeführt werden. Damit entspricht die Biomeditation den Wünschen vieler Patienten, die eine Methode suchen, die auf natürlichem Wege wirkt, unabhängig von einem Therapeuten durchführbar ist und ohne zusätzlichen Aufwand eingesetzt werden kann. In seinem Vortrag erklärt Herr Dr. Reiß kurz die Wirkungsweise der Biomeditation, beantwortet Fragen und stellt einige Beispiele aus seiner Praxis vor.


Zurück

 

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

Dr. Walter Weber: Gesundheit aus eigener Kraft - der Schlüssel zur Heilung liegt in dir

Arzt-Patienten-Programm - Motivation und Hoffnung bei der Bewältigung der Krebserkrankung

9:30-10:00 Uhr

Der Fortschritt in der Medizin ist rasant: mehr Technik, mehr Chemie, mehr Genetik – wo bleiben da Seele und Geist? Ein Weg, der Seele und Geist mit einbezieht in die Suche nach mehr Gesundheit und Heilung, dieser Weg geht in das Innere des Menschen, hin zu seinen Gedanken und Gefühlen. Die verschiedenen Berichte über Spontanheilungen, auch bei schweren Krankheiten, zeigen, dass der Mensch ein innewohnendes Heilsystem hat. Der Referent spricht in seinem Vortrag über Zusammenhänge von Krankheit und Gesundheit aus der Sicht der Psychosomatik gemäß dem Slogan: Du selbst bist der Boss in deinem Leben und kannst auch Herr sein über deine Gesundheit. Er beschreibt eine Behandlungsform, die zu verblüffenden Ergebnissen führt. Denn diese Form der Therapie gibt dem Patienten seine Rolle zurück als Hauptakteur seines Lebens, auch während der Phase der körperlichen oder seelischen Erkrankung.

Zurück

 

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

Dr. Ralf Oettmeier: Wer oder was hilft? Gedanken und Analysen zu den wichtigsten Faktoren

Arzt-Patienten-Programm - Motivation und Hoffnung bei der Bewältigung der Krebserkrankung

10:00-10:30 Uhr

Therapeuten wie Patienten konzentrieren sich hauptsächlich auf Krankheiten, deren Analyse und Beeinflussung. Hierbei hofft man auf die Heilung, erwartet diese und ist enttäuscht, wenn sie ausbleibt. Bei entsprechender Nachfrage fällt aber auf, dass die meisten von uns den tieferen Hintergrund des Begriffes „Heilung“ weder verstanden noch dessen Hintergründe konkretisieren können. Wissenschaftlich betrachtet definiert man Heilung als die Wiederherstellung des Gesundheitszustandes (der körperlichen und seelischen Integrität) aus einem Leiden, einer Krankheit oder einer Verletzung. Aber was sind die tatsächlichen Promotoren der Heilung, wie kann man die geistige Dimension dieses Prozesses erfassen? Viele Gespräche, Literaturstudien und eigene tiefgründige Erfahrungen mit Schwerkranken waren mir Anlass, u. a. vor 3 Jahren via Fragebogen eine Umfrage zu dieser Thematik zu veranlassen, welche im Ergebnis einige unerwartete Inhalte bzw. Tendenzen aufzeigte. Im Vortrag werden die Umfrageergebnisse diskutiert und wertvolle Hinweise zur Vertiefung dieser wichtigen Thematik und Integration der Gedanken in den Praxisalltag gegeben.

Zurück

 

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

Ursula von Maltzahn: Diagnose Krebs - ein Hilferuf der Seele

Arzt-Patienten-Programm - Motivation und Hoffnung bei der Bewältigung der Krebserkrankung

11:00-11:30 Uhr

  1. Vorstellen
  2. Wie bin ich zu dem Thema Krebs gekommen?
  3. Mein Anliegen ist, das Zusammenwirken von Psyche, Immunsystem und Tumorentwicklung sichtbar und verständlich zu machen.
  4. Die "ILIOS–Methode", ein psychologischer Schlüssel, den ich durch meine eigene Krebserkrankung und über 20-jährige psychotherapeutische Erfahrung entdeckte.
  5. Zehn Seelenbilder machen den Werdegang von Krankheitsentstehung, Krankheitsausbruch bis hin zur Heilung aus psychologischer Sicht verständlich und emotional nachvollziehbar.
  6. Präsentation der 10 Seelenbilder.
  7. Kurze Pause
  8. Fragen und Gespräch

Zurück

 

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

Beatrice Anderegg: Heile dein Leben - heile dich selbst

Arzt-Patienten-Programm - Motivation und Hoffnung bei der Bewältigung der Krebserkrankung

11:30-12:00 Uhr

     

    "Ich habe immer nur geschluckt" und "meinen seelischen Schmerz habe ich verdrängt" oder "dem Frieden zuliebe habe ich geschwiegen". Solche und ähnliche Aussagen werden von an Krebs erkrankten Menschen immer wieder geäußert. Tapfer haben sie oft jahrelang geschluckt, gelächelt und so ihren tief im Herzen nagenden Kummer überspielt. Es scheint mir, besonders durch die Lebensgeschichten, welche mir Krebskranke anvertrauen, tatsächlich so zu sein, als ob dieses Profil auf viele von ihnen zutreffen würde. Zumeist sind es friedliebende, pflichtbewusste, mitfühlende, liebevolle und aufopfernde Menschen, die unermüdlich versuchen, alle und jeden zufrieden zu stellen. Stets kann man auf sie zählen und das Glück der anderen scheint ihnen wichtiger als das eigene zu sein, sei dieser andere nun ein einzelner Mensch, eine Familie oder eine Firma. Oft flüstert ihnen die Stimme ihres Herzens schon lange zuvor zu: "Du, steh endlich zu dir selbst bevor du zerbrichst, such dir Hilfe, lerne Nein zu sagen, setze Grenzen, denn auch du bist ein wertvolles Geschöpf mit einem Anrecht auf Glücklichsein". Doch auf diese innere Stimme hören wir oft erst dann, wenn die große Lehrmeisterin Krankheit in unser Leben tritt. Nach mehr als 25 Jahren Erfahrung in spirituellem Heilen habe ich die Erfahrung gemacht, dass verdrängte Konflikte und allzu lang ertragene belastende Lebenssituationen ernsthaft "kränken" können. Der Weg zu dieser Erkenntnis ist für die Betroffenen schwer und die Umkehr zur Gesundung zwingt oft zu einer Änderung schmerzhaft erlebter Lebensumstände, zu einer positiveren Denkweise und vor allem zur Heilung ihrer nicht vorhandenen oder verletzten Selbstliebe. Eine Selbstliebe, die sich mit "gesundem Egoismus" zu sich selbst bekennt, zu einem von Gott mit besonderer Absicht geschaffenen individuellen, wertvollen Geschöpf. Zu einer Selbstliebe, welche die Nächstenliebe durchaus mit in sich einschließt. Solch eine von tiefem Selbst-, Gott-und Urvertrauen erfüllte Liebe schenkt Gelassenheit und besitzt eine wundersame, geistige Heilkraft, die Wesentliches zur Genesung von einer Krankheit beizutragen vermag. Nach einer kurzen Einführung in meinen Weg zum Heilen werde ich einige Gedanken zu diesem Thema ausführen und meinen Vortrag mit der Lesung einer positiven Kurzgeschichte aus meinem neuen Buch abschließen.



    Zurück

     

    Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

    Dr. Christian Büttner: Denke mit dem Herzen und werde gesund - Selbstheilung mit Heartthink-Selfing (mit praktischen Übungen)

    Arzt-Patienten-Programm - Motivation und Hoffnung bei der Bewältigung der Krebserkrankung

    12:00-12:45 Uhr

       

      Moderne Forschungsergebnisse lassen wenig Zweifel daran, dass unser Gefühlsleben maßgeblich über unseren Gesundheits- bzw. Krankheitszustand entscheidet. Dass Gefühle und Glaubenssätze von unseren Vorstellungen erzeugt werden, ist jedem aus eigener Erfahrung wohl bekannt. Vorstellungen wiederum beruhen auf eigener Gedanken und Ideen. Gedanken bzw. Ideen lassen sich in zwei Gruppen ordnen: bewusste Gedanken, die im Gehirn, und unbewusste, die im "Herzen" bearbeitet werden. Dass auch das Herz denkt, wird seit Jahren wissenschaftlich erforscht. Mit "Herz" ist hier nicht das physische Organ gemeint, sondern das Energiefeld des physischen Herzens. Es sind die Herz-Gedanken, die am stärksten unsere Gesundheit und Krankheit beeinflussen. HeartThink®-SelfingTM ist eine ritualisierte Selbstheilungsmethode. Dabei werden zunächst die unbewussten, krankmachenden Glaubenssätze und Denkmuster ins Bewusstsein gehoben, und dann in heilende Gedanken im Herzen umgewandelt. Aus Herz-Gedanken bilden wir entsprechende Vorstellungen und letztendlich heilende Gefühle und Glaubenssätze. Diese wirken auf das Immunsystem, die Gesundung fördernd.



      Zurück

       

      Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

      Dr. Ralph Moss: Perspektiven der Komplementäronkologie weltweit - CAM and Cancer around the world

      Arzt-Patienten-Programm - Vom Alternativen zum Ganzheitlichen - Integrative Krebstherapie in Theorie und Praxis

      14:15-15:00 Uhr




        Zurück

         

        Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

        Dr. Monika C. Jiang: TCM in der unterstützenden Krebsbehandlung - mit chinesischer Medizin zum inneren Gleichgewicht

        Arzt-Patienten-Programm - Vom Alternativen zum Ganzheitlichen - Integrative Krebstherapie in Theorie und Praxis

        15:00-15:45 Uhr

           

          Grundkonzepte und ergänzende Möglichkeiten der traditionellen chinesischen Heilkunst. Ein Überblick über die Stärken dieser Jahrtausende alten Medizin. Frau Dr. med. Monika Jiang vermittelt Ihnen Einsichten in die 5 Säulen der chinesischen Medizin: Neben der im Westen bekannten Akupunktur wird das Meridiansystem auch manuell beeinflusst (Tuina-Massagen). Kräuterbehandlung nach auf der einen Seite uralten traditionellen Rezepturen, auf der anderen Seite nach moderner Forschung, stellt einen weiteren Grundpfeiler der traditionellen chinesischen Heilkunst dar. Die Energiearbeit des Qi Gong sowohl zur Selbstanwendung als auch zur Behandlung ist ein wesentliches Gebiet, welches weit mehr Nutzen und Wirkung hat, als allgemein bekannt. Die Ernährung nach traditioneller chinesischer Medizin folgt einem ganz eigenen Behandlungs-Konzept und gibt uns einfache grundlegende Möglichkeiten, unser Wohlbefinden zu steigern. Der fünfte wichtige Pfeiler der traditionellen chinesischen Medizin, Feng Shui, die Lehre von Raumenergien und astrologischen Komponenten, gibt wichtige Regeln vor für die individuelle Gestaltung des Umfeldes, wie z. B. Schlafplatz oder Arbeitsplatz. Frau Dr. Jiang vermittelt im Überblick aus jedem der Bereiche konkrete Beispiele, welchen Nutzen der moderne westliche Mensch für sich heraus ziehen kann. Zu jeder der 5 Säulen werden grundlegende Tipps zur praktischen Anwendung vorgestellt.



          Zurück

           

          Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

          Dr. Charles Fernando: Schmerzen und chronische Entzündungen bei Krebserkrankungen ganzheitlich behandeln

          Arzt-Patienten-Programm - Vom Alternativen zum Ganzheitlichen - Integrative Krebstherapie in Theorie und Praxis

          15:45-16:30 Uhr

            Chronisch entzündliche Erkrankungen verbunden mit Schmerzsymptomen sind auch heute eine Herausforderung der Medizin gerade bei onkologischen Krankheitsbildern. Chronisch entzündliche Prozesse sind ein wichtiger Faktor in der Genese und für den Verlauf vieler Krebserkrankungen. Häufig reicht die konventionelle Therapie nicht aus, eine befriedigende Unterdrückung der Symptome bei guter Verträglichkeit zu erreichen. Gerade in der Langzeitbehandlung lassen die Nebenwirkungen nicht lange auf sich warten. Die Devise lautet daher "so viel wie nötig - so wenig wie möglich". Es wird folglich zunehmend nach alternativen, integrativen Therapien mit guter Verträglichkeit, Nebenwirkungsfreiheit und die Möglichkeit einer Wirkungserweiterung gesucht. Auf der Suche nach jenen Ansätzen stößt man unweigerlich auf die Naturheilverfahren und hier insbesondere auf die Phytotherapie. Ernährung, Sport und Bewegung ergänzen den "ganzheitlichen" Therapieansatz.


            Zurück

             

            Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

            Annette Rexrodt von Fircks: Gemeinsam gesund werden - heilsame Kommunikation bei Krebs im Familien- und Therapiealltag

            Arzt-Patienten-Programm - Vom Alternativen zum Ganzheitlichen - Integrative Krebstherapie in Theorie und Praxis

            16:45-17:30 Uhr

              "Das Wort verwundet leichter, als es heilt" (Johann Wolfgang von Goethe)

              Als ich vor einigen Jahren begann, mich mit dem Thema einer heilsamen Kommunikation und dem gesprochenen Wort zwischen schwerkranken Menschen und den Helfern auseinanderzusetzen, darüber auch in der Öffentlichkeit sprach und referierte, erfuhr ich von vielen Betroffenen, deren Angehörigen, Ärzten und auch dem Pflegepersonal, wie schwierig, aber wichtig Kommunikation in unserer immer moderner werdenden und bürokratisch organisierten "Welt" ist, in der sie jedoch, entgegen unseren tiefsten Wünschen und existenziellen Bedürfnissen, "unterzugehen" droht. Eine heilsame Kommunikation von Mensch zu Mensch fristet ein wohl immer größer werdendes Schattendasein, wenn es darum geht, zu heilen, wieder gesund zu werden, zu trösten, zu begleiten; vor allem dann, wenn die Medizin allein an ihre Grenzen stößt. Es entsteht eine "hörbare" wechselseitige Sprachlosigkeit, die ein stilles Leiden mit sich zieht und dem Helfenden sowie dem Heilwerden des Patienten entgegensteht. Meines Erachtens gilt es als unabdingbar, diese Lücke zu schließen. Mehr denn je brauchen wir eine heilsame Sprache, zwischenmenschliche Beziehungen, ja - und Menschlichkeit.

              Trifft Krebs Mutter oder Vater von jungen Kindern, ist es vielen Familien nicht möglich, mit ihnen offen über Ängste und Sorgen zu sprechen. Daher stehen sie meistens alleine mitten im Chaos, denn die Erwachsenen sind viel zu sehr mit sich selbst und dem Erkrankten beschäftigt. Für die seelischen Belastungen, denen die Kinder im Verlauf der Krebserkrankung eines Elternteils ausgesetzt sind, haben Eltern häufig nur eine eingeschränkte Wahrnehmung, was angesichts der eigenen Probleme absolut verständlich ist. Ihre Angst und Unsicherheit, das Kind durch aufklärende Gespräche möglicherweise zu belasten, erschwert die Situation. Heute weiß man, dass für Kinder das Unausgesprochene, das nicht authentische "Vorleben" der Eltern und fehlende Ansprechpartner zu schweren Entwicklungskrisen führen können. In diese Not - jährlich sind 200.000 Kinder neu betroffen mit einem Elternteil, das an Krebs erkrankt ist -  wollte ich eingreifen und gründete im August 2005 die Rexrodt von Fircks Stiftung für krebskranke Mütter und ihre Kinder. Unser erstes Projekt „gemeinsam gesund werden“ ist ein neuartiges ganzheitliches Rehabilitationskonzept für an Brustkrebs erkrankte Mütter und ihre Kinder, das der gesamten Familie zu Gute kommen soll und das wissenschaftlich evaluiert wird. (www.gemeinsam-gesund-werden.de)


              Zurück

               

              Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

              Dipl.-Biol. Bettina Weigelin: Dynamic Imaging der Tumorzellmigration und anti-Tumor Immunreaktionen

              Wissenschaftliches Programm - Wissenschaftlich begründete Komplementäronkologie

              9:00-9:30 Uhr

                Tumorentwicklung und –progression sind das Ergebnis der Interaktion von Krebszellen mit verschiedensten Zelltypen des Tumormikromilieus sowie umliegenden Strukturen der extrazellulären Matrix. Mittels dynamischer zellulärer und molekularer Bildgebung haben wir zentrale Aspekte der Tumorentwicklung, wie die Interaktion von migrierenden Tumorzellen mit Komponenten des Tumormikromilieus und die lokale Regulation von Tumor infiltrierenden Immunzellen untersucht. Zytotoxische T-Lymphozyten (Killerzellen) können hochspezifisch entartete Tumorzellen erkennen und abtöten, und stellen dadurch eine wichtige Komponente der körpereigenen Tumorabwehr dar. Mit Hilfe geeigneter 3D Modelle und Echtzeitmikroskopie konnten wir die zu Grunde liegenden kinetischen Abläufe und Mechanismen analysieren. Individuelle T Zell – Tumor Zell Kontakte variierten dabei stark in Länge (min bis h) und Kinetik (stabil bis dynamisch), Apoptose der Tumorzellen erfolgte durchschnittlich 90 min nach dem ersten T Zell Kontakt und individuelle T Zellen töteten bis zu 11 Tumorzellen in 24 h. Mit Hilfe dieser Modelle können wir nun Faktoren des Tumormikromilieus identifizieren, welche die anti-Tumor-Immunreaktion beeinträchtigen, um daraus neue Therapieansätze abzuleiten. Mit Hilfe der Zwei-Photonen Mikroskopie konnten wir weiterhin zelluläre Mechanismen der Tumorinvasion und den Effekt von anti-Tumor Therapien in vivo unter physiologischen Bedingungen beobachten. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Invasionsmechanismen existieren: Tumorzellen lösten sich entweder als Einzelzellen von der Haupttumormasse (Einzelzellinvasion) oder drangen als Gruppe von mehreren, durch Zell-Zell Kontakte verbundene Zellen in umliegendes Gewebe vor (kollektive Invasion). Kollektive Invasionsstränge bewegten sich dabei entlang von Gewebestrukturen wie Blut- und Lymphgefäßen sowie Muskelfasern und Nerven und erreichten Invasionsgeschwindigkeiten von bis zu 200 µm pro Tag. Dabei stellte sich heraus, dass die kollektive Invasion nicht nur einen effizienten Mechanismus zur Infiltration von gesundem Gewebe darstellt, sondern Tumorzellen auch eine Therapieresistenz vermittelt. Die Visualisierung dynamischer zellulärer Prozesse in dreidimensionalen in vitro und in vivo Modellen leistet somit einen bedeutenden Beitrag zur Aufklärung der Mechanismen von anti-Tumor Immunreaktionen und Tumorinvasion und bildet damit die Grundlage zur Entwicklung neuer Therapieansätze.

                (Bettina Weigelin1, Stephanie Alexander2 & Peter Friedl1,2
                1
                Department of Cell Biology, Nijmegen Center for Molecular Life Science, Radboud University Nijmegen Medical Centre, P.O. 9101, 6500 HB, Nijmegen, The Netherlands
                2 Rudolf-Virchow Center for Experimental Biomedicine and Department of Dermatology, Venerology, and Allergology, University of Würzburg, Josef-Schneider-Strasse 2, 97080 Würzburg, Germany)

                Zurück

                 

                Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                Prof. Dr. Volker Schirrmacher: Die Bedeutung der Tumorstammzellen und ihre therapeutische Konsequenz

                Wissenschaftliches Programm - Wissenschaftlich begründete Komplementäronkologie

                9:30-10:00 Uhr

                Neue Befunde der Zellbiologischen Grundlagenforschung haben aufgezeigt, dass Stammzellen eine kritische Bedeutung nicht nur für die Entwicklung mehrzelliger Organismen haben, sondern auch für die Entwicklung von Tumoren. Stammzellen haben die Fähigkeit zur Selbsterneuerung, d. h. dass bei einer Zellteilung eine der Tochterzellen die Eigenschaft der Mutterzelle behält. Desweiteren haben Stammzellen die Fähigkeit, sich in mehrere verschiedene Richtungen zu differenzieren, sie sind pluripotent und sie besitzen ein extensives Proliferationspotential. Bei verschiedenen Blutkrebsarten (Leukämien) wurde entdeckt, dass wenige Krebszellen – die sog. Krebsstammzellen – für das Wachstum verantwortlich sind. Auch bei soliden Tumoren gibt es Hinweise für die Existenz von Tumorstammzellen. Derartige Zellen können beispielsweise das kleine Reservoir Chemotherapie-resistenter Zellen ausmachen oder sie können Ursprung von Metastasen sein. Tumorstammzellen weisen häufig gut funktionierende Entgiftungssysteme für Zytostatika auf und sind in der Lage, bei Bedarf im Gewebe in eine Art "Schlafzustand"(tumor dormancy) zu verfallen. Neueste Untersuchungen zeigen, dass „Schlüsselreize“ wie Sauerstoffmangel, Mangel an Nährstoffen oder Entzündungsvorgänge nicht nur an der Regulation normaler Stammzellen, sondern auch bei der Aktivierung von Tumorstammzellen entscheidend beteiligt sein können. Zielgerichtete Therapien gegen Tumorstammzellen gibt es noch nicht, aber es wird intensiv in dieser Richtung geforscht. An Tiertumor-Modellen wurden bereits einzelne Gene identifiziert, wie z. B. Brat oder Tlx, deren Ausfall oder deren Überproduktion zur Ausbildung von Hirntumoren führt. Nach Möglichkeit sollte eine zielgerichtete Therapie zwar Tumorstammzellen, nicht aber normale Stammzellen zerstören.


                  Zurück

                   

                  Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                  Dr. Bert Steffan: Nachweis zirkulierender Tumorzellen und Chemoresistenztestung im Blut

                  Wissenschaftliches Programm - Wissenschaftlich begründete Komplementäronkologie

                  10:00-10:30 Uhr


                    Zurück

                     

                    Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                    Dr. Achim Schuppert und Gisela Stöcker: Mamma-Ca-Therapie mit konventionellen und unkonventionellen Methoden - aktuelle Studienergebnisse

                    Wissenschaftliches Programm - Wissenschaftlich begründete Komplementäronkologie

                    11:00-11:30 Uhr

                      Der Vortrag berichtet von den Ergebnissen einer deskriptiven Studie auf der Grundlage der über die Jahre 1988 bis heute aufgezeichneten Patientendaten der Praxisklinik Dr. Schuppert in Bonn. Ziel der Studie war es, mögliche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der ausschließlichen oder zusätzlichen Anwendung von Komplementärmedizin und der rezidivfreien Überlebenszeit bzw. Gesamtüberlebenszeit von Patientinnen mit Mammacarcinom zu ermitteln. Als Basis der Auswertung wurde eine homogene Patientinnengruppe herausgefiltert, deren Mitglieder jeweils über mindestens fünf Jahre seit Erstdiagnose betrachtet werden konnten.

                      Zurück

                       

                      Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                      Dr. Gunver S. Kienle: Der Einfluss von Mistelextrakten (Viscum album L.) auf die Lebensqualität von Krebspatienten: Kontrollierte klinische Studien in der Übersicht

                      Wissenschaftliches Programm - Wissenschaftlich begründete Komplementäronkologie

                      11:30-12:00 Uhr

                        Krebspatienten wenden häufig begleitend zu den etablierten Krebstherapien auch naturheilkundliche Verfahren an. Meist werden pflanzliche Heilmittel verabreicht - im deutschsprachigen Raum sind dies am häufigsten die Extrakte der weißbeerigen Mistel (Viscum album L.). Ihren Einzug in die Krebstherapie fand diese alte Heilpflanze erst vor 80 Jahren im Kontext der Anthroposophischen Medizin; seither ist sie ein etablierter Teil der komplementär-medizinischen Krebstherapie. Immer wieder beschrieben wird dabei eine markante Verbesserung der Lebensqualität der Patienten durch die Misteltherapie.
                        Klinische Studien: Die Wirkung der Mistelextrakte auf die Lebensqualität der Tumorpatienten – wie auch generell auf die onkologische Erkrankung – wurde mittlerweile in einer Vielzahl von Studien untersucht. Eine systematische Übersicht analysierte nun die Ergebnisse aller kontrollierten Studien hinsichtlich des Einflusses von Mistelextrakten auf die Lebensqualität der Patienten: auf ihr Befinden, ihre Krankheits- und Therapiebeschwerden, ihre Selbstregulation und generell auf ihr Zurechtkommen im Alltagslebe. Es fanden sich insgesamt 36 Studien, die den Kriterien entsprachen: 26 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) sowie 10 nicht-randomisierte kontrollierte Studien (non-RCTs). In 9 der 10 nicht-randomisierten Studien wurde die Vergleichbarkeit der Gruppen hergestellt durch ein detailliertes Matching oder durch statistische Adjustierungen; eine Studie verzichtete auf jegliche Adjustierung. Die Studien erfassten insgesamt 3.058 Patienten (RCTs) sowie 4.996 (non-RCTs) Patienten, die in akademischen und kommunalen Krankenhäusern, onkologischen Spezialkliniken oder von niedergelassenen Ärzten im Kontext der Studie behandelt wurden. Erkrankt waren die Patienten an Brustkrebs (15 Studien), gynäkologischen Tumoren (8 Studien), Tumoren der Verdauungsorgane (7 Studien), Tumoren an Lunge, Kopf und Hals (5 Studien), und sonstige Tumorerkrankungen (6 Studien); die Stadien reichten von früh diagnostizierten Tumoren bis zu fortgeschrittenen Tumorerkrankungen. In den Studien wurde die Misteltherapie entweder von vornherein als Begleittherapie zur konventionellen Behandlung (Chemotherapie, Strahlenbehandlung) verabreicht (22 Studien), oder unabhängig von der (im allgemeinen gegebenen) Standardtherapie (14 Studien). Appliziert wurden die Mistelextrakte in der Regel subkutan, in zwei Studien auch als intravenöse Infusion sowie einmal intrapleural. Hinsichtlich ihrer methodischen Qualität zeigten die Studien eine große Bandbreite: Manche waren sorgfältig durchgeführt und detailliert publiziert, andere wiesen methodische Mängel auf oder waren unvollständig dokumentiert. In 14 Studien war die Lebensqualität das primäre Zielkriterium; in den anderen Studien standen andere Zielparameter - wie Überlebenszeit, krankheitsfreie Zeit oder immunologische Befunde (z. B. die funktionale Kompetenz der Granulozyten) - im Vordergrund, oder aber es waren keine Primärzielkriterien formuliert. Die Studiendauer reichte von unter 3 bis über 12 Monaten; die meisten Studien dauerten 4 bis 12 Monate. Die Erfassung der Daten zur Lebensqualität erfolgte entweder durch die Patienten selbst (26 Studien) oder durch den behandelnden Arzt (8 Studien, davon 5 aus der Dokumentation von Patientenakten), in zwei Studien blieben diesbezügliche Details im Unklaren. Die Patienten beantworteten etablierte Fragebögen zur Lebensqualität (meist spezifisch für Krebserkrankungen) oder zur Selbst-Regulation; die behandelnden Ärzte dokumentierten subjektive Veränderungen der Lebensqualität, verschiedene Index-Werte (wie Traditional Chinese Medicine Index, Karnovsky Performance Status Scale) sowie unerwünschte Nebenwirkungen der konventionellen Therapien.
                        Ergebnisse der Studien: 22 der 26 RCTs berichteten über einen Vorteil der Mistelbehandlung, 2 fanden keinen Unterschied; eine Studie präsentierte divergierende Ergebnisse und in einer Studie wurden gar keine Ergebnisse berichtet. Keine der Studien zeigte einen Nachteil der Therapie. Alle der 10 non-RCTs zeigten einen Vorteil. Am häufigsten ergab sich eine konsistente Verbesserung der psychosomatischen Selbst-Regulation, d. h. der Eigenaktivität der Patienten, mit der sie ihr inneres Gleichgewicht und ein Gefühl der Kompetenz und Sicherheit erreichen konnten. Ebenfalls häufig kam es zu einer Besserung von Müdigkeit, Erschöpfung und Schlaf, von Übelkeit, Erbrechen und Appetit, von emotionalem Wohlergehen, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Depression, Reizbarkeit und Konzentration. Etwas weniger häufig, aber immer noch oft, besserten sich Energie, funktionelles Wohlergehen, Fähigkeit zu arbeiten, Lebensfreude, Krankheitsgefühl, sexuelles Interesse, Gedanken daran, Therapie zu haben und das Alltagsleben. Nur vereinzelt besserten sich Schmerz, Durchfall oder Verstopfung, Mundschleimhautentzündung und Taubheitsgefühl. Keine Verbesserung fand sich hinsichtlich Haarausfall, Luftnot und Infektionen. In einer nicht-randomisierten Studie wurde ein häufigeres Auftreten von Depressionen in der Mistelgruppe notiert, jedoch war dies in den so genannten Rohdaten beschrieben worden, in denen die Verschiedenheit der Patienten und ihrer Therapien nicht durch entsprechende statistische Verfahren ausgeglichen worden waren, so dass dieser Unterschied in erster Linie von der großen Unterschiedlichkeit der Patientengruppen und ihrer Therapien (sehr viel häufiger antihormonelle Therapien in der Mistelgruppe) herrühren dürfte. Die Mistelbehandlung war im allgemeinen gut verträglich: Ein Fall von Urticaria/Angioödem sowie eine generalisierte Reaktion, wurde beschrieben; Nebenwirkungen beschränkten sich auf kleinere, lokale und spontan wieder abheilende Reaktionen an der Injektionsstelle bzw. leichte, grippeähnliche Symptome oder Fieber.
                        Fazit: Diese Studien lassen darauf schließen, dass eine Misteltherapie die Lebensqualität, die Beschwerden durch die Tumorerkrankung und die onkologischen Therapien sowie generell das subjektive Wohlbefinden von Krebspatienten deutlich verbessern kann. Möglicherweise sind daran die Freisetzung von Endorphinen, die Immunstimulation oder DNA-stabilisierende Effekte beteiligt.
                        Literatur:
                        Kienle, G.S. and H. Kiene, Influence of Viscum album L (European Mistletoe) Extracts on Quality of Life in Cancer Patient: A Systematic Review of Controlled Clinical Studies. Integrative Cancer Therapies 9(2) 142-157 (2010). DOI: 10.1177/1534735410369673


                        Zurück

                         

                        Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                        Dr. Thomas Breitkreuz: Misteltherapie in der Praxis - eine aktuelle Übersicht

                        Wissenschaftliches Programm - Wissenschaftlich begründete Komplementäronkologie

                        12:00-12:30 Uhr

                          Der Vortrag gibt eine Übersicht über das gegenwärtige Spektrum und aktuelle Entwicklungen der Misteltherapie bei Krebserkrankungen. Er beschreibt, für welche Tumorerkrankungen und Erkrankungsstadien eine Misteltherapie sinnvoll ist und erläutert die gegenwärtig zur Verfügung stehenden üblichen und speziellen Behandlungsmodalitäten (subkutane Injektion, innerliche Einnahme, intratumorale Injektion, Verödung von Rippenfellergüssen, intravenöse Therapie, Hochdosis-Misteltherapie mit Fieberinduktion). Auf Aspekte der Arzneimittelsicherheit wird ebenso eingegangen wie auf die Frage der Kostenerstattung durch die Krankenkassen. Moderne neue Entwicklungen in der Misteltherapie werden auf dem Boden der aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen in den Misteltherapie-Expertenworkshops, die halbjährlich von der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte veranstaltet wurden, vorgestellt und diskutiert.

                          Zurück

                           

                          Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                          Prof. Dr. Holger Wehner: Hyperthermie als integrativer Baustein zur Prognoseverbesserung - Update 2011

                          Wissenschaftliches Programm - Hyperthermie in Praxis und Wissenschaft

                          14:30-15:00 Uhr

                            Noch nicht zufrieden stellende Ergebnisse hinsichtlich der Überlebenszeiten und rezidiv- sowie metastasenfreien Intervalle rechtfertigen Überlegungen zur Prognoseverbesserung in der Krebstherapie. Die Einflussnahme auf die Überlebenszeiten sollte insbesondere Aspekte der Lebensqualität in den Fokus der Betrachtungen rücken. Vorurteilsfreie Suche und Wertung ohne Autorität können hier eine Chance bieten, bewährte Optionen in Studien zu kontrollieren. Gerade die Hyperthermie ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich ein zunächst komplementäres Verfahren als integrative Therapieoption bewähren kann. Bei fortgeschrittenen Stadien verschiedener Tumorarten ist der Vorteil für die Patienten deutlich geworden. Durch die zunehmende bundesweite Anwendung bei Hirntumoren wurde über die Studien hinaus (z.B. Phase-II/ASCO 2008) die exponierte Stellung der Hyperthermie für die Prognose der Betroffenen deutlich. Andere komplementäre Möglichkeiten, z. B. Vitamin C, können synergistisch genutzt werden. Sehr häufig gelingt die Wirkverstärkung der zytostatischen Chemotherapie und das ohne Zunahme der Nebenwirkungen. Ein weiteres Beispiel auch für die Bedeutung der Pionierarbeit durch die deutschen Kollegen ist die Anwendung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hier wurden die Erfahrungen der hiesigen Ärzte in der Studie von Yasuda (Kyoto/Japan) bestätigt.

                            Zurück

                             

                            Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                            Prof. Dr. Harald Sommer: Die Mammathermstudie in Circulus vitiosus von Pharmastudien und Versorgungsforschung

                            Wissenschaftliches Programm - Hyperthermie in Praxis und Wissenschaft

                            15:00-15:30 Uhr

                              In der Onkologie, besonders in der medikamentösen Tumortherapie, wären gegenwärtiger Standard, innovative Therapien und künftige Entwicklungen ohne Studien nicht mehr denkbar. Der empirische Erkenntnisgewinn verliert an Bedeutung, damit auch das individuelle ärztliche Urteil ("Erfahrung heißt gar nichts. Man kann eine Sache auch 35 Jahre schlecht machen." Kurt Tucholsky). Randomisierte klinische Studien (RCT) sind das zentrale methodische Prinzip, um Strukturgleichheit zu erreichen (sonst nur durch aufwändiges paarweises Matching z. B. möglich) und um zu objektiven Ergebnisse zu gelangen. Einschränkungen für RCT stellen folgende Argumente dar: hohe Kosten, bei seltenen Erkrankungen schwierig durchführbar (z. B. nur international möglich), nicht für alle Fragestellungen geeignet, ethisch nicht vertretbar (?), Ergebnisse aus RCT bilden die Behandlungswirklichkeit nicht ab…(1), da sich selektierte Studienteilnehmer vom Bevölkerungsdurchschnitt unterscheiden. Die merkantil orientierten Studien wurden von initial 4 % auf 57 % innerhalb der letzten 30 Jahre gesteigert, nachgewiesen an 321 RCT (48 % Mamma-, 24 % Kolon- und 28 % Lungenkarzinom). Ebenso empfahlen die Autoren dieser Studien zunehmend den experimentellen Therapiearm ("des kommerziellen Geldgebers…."). Wenn statistisch signifikante Ergebnisse einer RCT logisch mit einer Therapieempfehlung zugunsten der neuen Therapie assoziiert werden (2), so sollte doch in der Praxis trotz RCT und trotz aktueller Leitlinie der Fachgesellschaften jede Entscheidung individuell vom Arzt  und im Konsens mit der Patientin getroffen werden dürfen. Ein üblicher Fehler in onkologischen Studien ist, dass die Rangfolge der Zielkriterien mit Gesamtmortalität, Lebensqualität, krebsbedingter Mortalität und Surrugatparametern auf den Kopf gestellt wird. "Ansprechen" ohne Verlängerung der Überlebenszeit wird für Innovationen als positives Ergebnis gewertet – davon hat die Patientin keinen Nutzen! Auf dem ASCO-Meeting 2010 zeigte sich Ernüchterung bezüglich der so genannten zielgerichteten Substanzen (Targeted therapy), die vielfach bereits nach positiven Phase-II-Studien eine Zulassung erhalten hatten, denn in den Phase-III-Studien mit weniger selektionierten Patienten, erreichten die meisten Studien ihren primären Endpunkt nicht. Trotzdem sind die meisten dieser teuren und nebenwirkungsreichen, angeblich "maßgeschneiderten" Präparate bereits Bestandteil von Leitlinien geworden. Bei unkritischem Umsetzen der Leitlinien in den Krebszentren bleiben individuelle Wünsche und Patientenautonomie auf der Strecke. Erfolgversprechende Therapien ohne Aussicht auf breite Vermarktung und Höchstgewinn, wie alle Formen der Hyperthermie, sind Verlierer der Forschungsgesellschaft. In diesen scheinbaren Widersprüchlichkeiten gilt es, die Patientinnen vor überflüssigen Studien zu schützen, sie aber in sinnvolle und innovative Trials einzubringen. Wenn Studienärzte, meist in der Klinik, die niedergelassen Onkologen und Hausärzte in die Studienarbeit integrieren, dann sind die Voraussetzungen für einen Vorteil für die Patienten durch Studienteilnahme gegeben, unabhängig vom wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn. Die Mammathermstudie mit simultaner Hyperthermie/Chemotherapie beim metastasierten Brustkrebs demonstriert, wie schwierig es ist, eine wichtige und innovative Methode ohne Gelder der Industrie erfolgreich durchzuführen.

                              Literatur

                              1. Windeler J et al: Randomisierte klinische  Studien. Z. Evid. Fortbild. Qual Gesundh. Wesen 102 (2008) 321-325
                              2. Booth CM et al: Evolution of the randomized controlled trials in oncology over  three decades. J Clin Oncol 26; 2008: DOI 10.1200
                              3. Baumann, M: Metaanalyse klinischer Studien: Stein der Weisen oder des Anstoßes. Coloproctology 23. 2001. 60-65
                              4. Kienle G et al: Konkurs der ärztlichen Urteilskraft? Dtsch Arztebl 2003; 100:A 2142-2146
                              5. Karbach u, Schubert I et al: Ärztliches Leitlinienwissen und die Leitliniennähe hausärztlicher Therapien. Dtsch Ärztebl Int 2011; 108(5):61-69




                              Zurück

                               

                              Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                              Dr. Friedrich Migeod: Die Relevanz von Hochdosis-Ascorbinsäure (VitaminC) bei Metastasen und Hyperthermie

                              Wissenschaftliches Programm - Hyperthermie in Praxis und Wissenschaft

                              15:30-16:00 Uhr

                                Vitamin-C-Mangel in Sinne von Skorbut ist der Menschheit schon lange bekannt, aber erst 1928 gelang Szent-Györgyi die Isolierung des Vitamins. Weitere Forscher wie Stone 1972 erhellten seine Biochemie, seine physiologischen und medizinischen Funktionen und seiner essentiellen Charakter für den Menschen. Demgegenüber ist aber seine Rolle als wichtiger Katalysator im Organismus im medizinischen Alltag zum Teil nicht exakt definiert, vielleicht weil sein  Wirken komplex  und vernetzt ist, in zahlreichen Organen  und Kompartimenten, in vielen Funktionen der Biochemie und der Physiologie. Es beeinflusst unter anderem:
                                -         die Bindegewebs- und  Knorpelmatrixsynthese
                                -         die Biosynthese von Katecholaminen und Neurotransmittern
                                -         antioxidative Wirkung gegen Sauerstoffradikale
                                -         Hemmung der Verbindung von Stickoxiden und Aminen zu kanzerogenen Nitrosaminen
                                -         Stimulation des Cytochrom p450 zur Entgiftung via Lebermetabolismus
                                -         Synthese von antioxidativen Gallensäuren aus Cholesterol etc. 

                                Zusammenfassend können die folgenden Eigenschaften als Hauptwirkungen postuliert werden:
                                - Immunmodulation und –stimulation
                                - Regulierung des Membranpotentials
                                - Stabilisierung des Interstitiums und der interzellulären Matrix

                                Ein Vitamin-C-Defizit begünstigt klinisch nicht nur den Skorbut als Ausdruck einer Bindegewebsschwäche des Zahnhalteapparats, Knorpel, Knochen etc. sondern findet sich bei  
                                - rheumatischem Formenkreis
                                - Tumorleiden sui generis und als Folge ärztlicher Therapien
                                - Allergien, Asthma, Höhenkrankheit, AVK
                                - Rauchen, Fehl- und Mangelernährung

                                Die radikalneutralisierende Wirkung kann zusätzlich von vielen körpereigenen Stoffen wahrgenommen werden, wie Thiole (S-Verbindungen), Bilirubin, Harnsäure, aber in höchster Potenz im Extrazellulärraum von Vitamin C. Demnach erscheint es logisch, dass Vitamin C selbst kein mutagenes oder kanzerogenes Risiko birgt. Ursache ist eine Verschiebung der Oxidation der Nukleotide Guanin und Adenin in Gegenwart ausreichender Vitamin-C-Spiegel, woraus eine geringere Tendenz zur Zellteilung und Proliferation resultiert. In-vitro Versuche zeigen z. B. für Kolonkarzinom-Zellen eine Hemmung durch Vitamin C in niedrigerer Dosis als bei benignen Colonfibroblasten. In einer Kultur mit steigenden Vitamin-C-Konzentrationen werden benigne Zellen (Fibroblasten) zum Teil bis zu 20 % stimuliert, maligne Zellen (endometriale Adenokarzinome, Pankreaskarzinom) bis zu 100 % gehemmt. Der zellhemmende Effekt von Vitamin C auf maligne Zellen kann etwa 20x höher als auf benigne Zellen veranschlagt werden. 

                                Wie sieht es in vivo präventiv beim Menschen aus? Kolonkarzinome entstehen  aus Kolonpolypen verschiedener Dysplasiegrade. Vitamin C konnte den Anteil präkanzeröser Läsionen in villösen Polypen und überhaupt die Inzidenz von Rezidivpolypen (von 35 auf 6 %) bei regelmäßiger Polypektomie deutlich senken.

                                 

                                Bekannt ist die protektive Rolle von Vitamin C beim Magenkarzinom. Es sind 3 Hauptmechanismen:

                                1. ständige Sekretion von Vitamin C ins Magenlumen über den Blutweg

                                2. Stickoxid (NO) und O2-Radikale bilden Peroxinitrite, die mit Nitraten hochkanzerogene Nitrosamine bilden, zusätzlich IL-1 mit Aktivierung proteolytischer Enzyme induzieren. Daher überfordert die Zufuhr nitrithaltiger Nahrungsmittel (Wurst, Fleisch) und Umweltbelastungen (Dünger, Rauchen) das Antioidantiensystem, wenn Vitamin C fehlt.

                                3. Vitamin C verhindert, daß das vasodilatatorisch aktive NO- (EDRF) zu inaktivem NO oxidiert wird (EDRF = endothel derived relaxing factor).

                                 

                                Vitamin C ist epidemiologisch mit einer geringeren Inzidenz von folgenden Krebsleiden assoziiert, sowohl beim Menschen  als auch bei Tieren:

                                Oesophagus, Larynx, Pharynx, Pankreas, Magen, Kolon, Rektum, Mamma, Zervix

                                Die Prävention von diesen Karzinomen erfolgt physiologisch über die Stimulation des p450-Cytochrom-Systems, Inhibierung der Nitrosaminbildung, Förderung der Immunglobuline, C3-Komplement und alpha-Interferone bei vermehrtem Transport via Leukozyten.

                                 

                                Die zeitlich simultane Gabe von Vitamin C und Zytostatika könnte theoretisch die Wirkung der Zellgifte abschwächen, weil sich viele Zytostatika über eine O2-Radikalwirkung entfalten, z. B. die Bildung von Superoxid-Anionen (O2-) über die von Adriamycin vermittelte reduktive Spaltung von H2O2 zum Hydroxylradikal HO + HO (haupttoxischer Stoff der Anthrachinone). Interessant ist, dass Vitamin C während einer Hyperthermie im Tumor statt eines antioxidativen einen prooxidativen Effekt mit der Folge Azidose, Ischämie und Hypoxämie entwickelt, also zur Hyperthermie synergistisch wirkt. 

                                Günstig ist auch der supportive Effekt von Vitamin C bei der Tumorkachexie und Fatigue. Es erfolgt ein anaboler Effekt über  Galleproduktion, Cortisolsekretion, Katecholaminfreisetzung, Neurotransmitterproduktion, wie CRH, ACTH, Vasopressin, L-Carnitin zur Lipolyse.

                                Ausgiebige klinische Erfahrungen sammelte CAMERON 1991 in der Vitamin-C-Therapie, der neben der Verbesserung der Befindlichkeit des Krebspatienten einen Rückgang von Schmerzen durch Skelettmetastasen (reduziertes Hydroxyprolin ) und Resorption von malignen Ergüssen feststellte. Objektiv beobachtete er häufig einen  Tumorstillstand oder eine verzögerte Tumorprogression. Da die orale Gabe von Vitamin C wegen eingeschränkter enteraler Resorption deutlich schlechtere Plasmaspiegel erzeugt als die parenterale Gabe, empfiehlt CAMERON zunächst Vitamin-C-Infusionen mit nachfolgender oraler Gabe, wobei ein Plasmaspiegel von 3 mg/dl angestrebt werden sollte. Dieses deckt sich mit den Erfahrungen in der Klinik , wobei die Dosis je nach Situation variiert werden kann:  

                                - präventiv:                2-3 oral /Tag
                                - Rezidivprophylaxe   7,5 g / 2x/Woche im 1. Jahr, später oral 2-3g/Tag
                                - protektiv zur Strahlentherapie: 7,5 g / 2-3x/Woche i.v.
                                - parallel zur Zytostase: immer in Absprache mit dem Onkologen
                                - zur Ganzkörperhyperthermie: bis zu 30g Vitamin C i.v.
                                - zur Therapie von Kachexie / Fatigue: 7,5g VitC i.v. 2-3x/Woche 

                                Fazit: Die parenterale und enterale Anwendung von Vitamin C  in der Onkologie ist präventiv belegt, komplementär und supportiv durch verschiedene Wirkmechanismen sinnvoll und wirksam, und zum Teil auch synergistisch wirkend bei klassischen Therapien wie Chemotherapie und Bestrahlung. Eine additive Wirkung besteht bei der Hyperthermie aufgrund des prooxidativen Effekts im Tumor. Die Vitamin-C-Therapie, insbesondere in ihrer parenteralen Form stellt demnach in der Klinik eine sinnvolle, hilfreiche, vom Patienten akzeptierte und preiswerte Ergänzung des Therapiespektrums dar.

                                Zurück

                                 

                                Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                                Dr. Hüseyin Sahinbas: In-vivo- und in-vitro-Effizienzmessungen zur Wirkungskontrolle der lokoregionären Tiefenhyperthermie

                                Wissenschaftliches Programm - Hyperthermie in Praxis und Wissenschaft

                                16:30-17:00 Uhr

                                  Für die Tiefenanwendungen gibt es neben den Antennensystemen auch die kapazitativen Systeme. In Deutschland und weltweit sind diese ungleich weiter verbreitet. Da wir mit kapazitativen Systemen verschiedener Hersteller über eine mittlerweile über 10-jährige Erfahrung verfügen, wird in diesem Vortrag auf diese Systeme eingegangen. Die Wirkweise ALLER kapazitiven Geräte basiert auf dem grundsätzlich gleichen physikalischen Prinzip: Der Patient stellt ein Dielektrikum dar zwischen zwei Platten mit angelegter Spannung. Die extrazelluläre Flüssigkeit (EZF) der Zellen ebenso wie die intrazellulären Ionen reagieren hierbei auf dieses schnell wechselnde elektromagnetische Feld. In ihrer Charakteristik gibt es kleine Potentialunterschiede. Eine Art selbstfokussierender Effekt ergibt sich daraus, dass Tumorgewebe stärker ionisiert ist und auf diese Art der Erwärmung daher stärker anspricht. Grundsätzlich bedeutet dies, ALLE kapazitativen Hyperthermiegeräte (japanische, italienische, ungarische und deutsche) funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Die oft erwähnte Autofokussierung findet bei allen diesen Geräten statt. In verschiedenen bisherigen Labor- und Tierexperimenten konnte die Wirksamkeit dieser Systeme allem Anschein nach gezeigt werden. Die UNTERSCHIEDE dieser Geräte bestehen also eher in der Art ihres Aufbaus, vor allem in der Anordnung und Flexibilität der oberen und unteren Elektrodengröße (Stichwort Anzahl der aktiven (also bewusst gestaltbaren) Elektroden UND in der Möglichkeit der applizierbaren ENERGIE!

                                  1. Fast alle Geräte verfügen über zwei aktive ELEKTRODEN und Energieleistungen zwischen 150Watt = Oncotherm, 600 Watt = Synchrotherm & Celsius42+ bis 1500 Watt = Thermotron (Japan). Wobei es auch hier erhebliche Unterschiede gibt; beispielsweise 150 Watt bei verschiedenen Geräten kann zu sehr deutlich unterscheidbaren Temperaturergebnissen führen, wie zu zeigen sein wird. Eine gegebene Nennleistung bedeutet noch nicht, dass diese auch am Patienten abgegeben wird. Bei Thermotron mit 1500 Watt wird maximal eine Leistung von 250 bis 300 Watt in der Anwendung appliziert
                                  2. Wenn gemäß der bisher in meisten Veröffentlichungen postulierten These davon auszugehen ist, dass in der konventionellen Therapie (in Kombination mit Strahlentherapie und Chemotherapie) die Temperatur ein wichtiger Parameter und die Voraussetzung für die Wirkungsverstärkung ist, dann erfüllen die Geräte mit höherer Leistung eher diese Anforderung.
                                  3. Um die reinen Nennwert-Angaben zu überprüfen und mittels Temperaturmessungen zu validieren, wurden verschiedene vergleichende Messungen (an einem Strahlendummy und bei Patienten) vorgenommen. Die Ergebnisse werden im Rahmen dieses Vortrags präsentiert.

                                  Zurück

                                   

                                  Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken

                                  Dr. Ralf Oettmeier: Aktueller Stand der Fiebertherapie mit Bakterienlysaten

                                  Wissenschaftliches Programm - Hyperthermie in Praxis und Wissenschaft

                                  17:00-17:30 Uhr

                                    Nach dem Auslaufen des in Analogie zum Coley´schen Fieberserums bekannten Präparates Vaccinoneurin® stehen uns seit 2004 wieder Bakterienlysate für die aktive Fiebertherapie zur Verfügung, welche im Rahmen einer Therapeutenlaborgemeinschaft (Organomed, Hamburg) hergestellt werden. In der vorgestellten Studie haben wir die Kinetik und Verträglichkeit der aktiven Fiebertherapie unter zwei unterschiedlichen Ablaufprämissen ausgewertet mit dem Ziel, praxisrelevante Empfehlungen zur Optimierung der Therapiedurchführung, Dosierung und Charakteristik der Bakterienlysate abzuleiten. Insgesamt kamen 450 aktive Fiebertherapien (283 Streptokokkus/Pseudomonas (Strep/Pseudo) und 167 Streptokokkus/Serratia (Strep/Serr)) bei 134 Patienten zur Auswertung (absolut erreichte Fieberhöhe, mittlere erreichte Temperaturdifferenz, Häufigkeit Nachfieberphasen, Temperaturverhalten bei Wiederholungsbehandlungen und Dosierungsverhalten). Eine Vermeidung vorzeitiger Adaptationsmechanismen konnte durch die Gabe der beiden Bakterienlysate im Wechsel gut entgegnet werden. An mehreren Beispielen von Patienten, welche 10 und mehr Fiebertherapien im Verlaufe von 2-3 Jahren durchgeführt haben, kann die sehr gute Steuerbarkeit von Fieberhöhe und –kinetik demonstriert werden. Damit sind aus unserer Sicht umfassende Voraussetzungen für die Sicherheit der Methodik bei sachgerechter Durchführung und die stärkere Verbreitung der Methode im ambulanten immunbiologischen Bereich gegeben.

                                     

                                    Zurück