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Pater Anselm Grün: Vergib dir selbst - Schuldgefühle bei schwerer Erkrankung überwinden

Arzt-Patienten-Programm - Die Krebserkrankung individuell bewältigen

17:00-18:00 Uhr

Auszug aus einem Interview mit Pater Anselm Grün, erschienen in Signal/Impulse 1-2011:

Leser in schwierigen Lebenssituationen erhalten aus Ihren Büchern kostbare Impulse. Welcher Tipp ist für Menschen mit Krebserfahrung aus Ihrer Sicht besonders wertvoll?
Wenn ich Krebs bekomme, soll ich nicht fragen: Warum habe ich Krebs bekommen? Womit habe ich das verdient? Vielmehr soll ich das, was mir von außen widerfährt, als spirituelle Herausforderung nehmen. Die Krankheit zerbricht meine Vorstellungen von mir, vom Leben und von Gott. Wenn ich meine Vorstellungen zerbrechen lasse, dann werde ich nicht an meiner Krankheit zerbrechen, sondern aufgebrochen für neue Möglichkeiten des Lebens und für mein wahres Selbst und für den unbegreiflichen Gott.

Ihr Vortrag... beim (15.) Internationalen Kongress für Biologische Krebsabwehr ... wird sich mit dem Thema Selbstvergebung befassen. Warum ist das gerade für Krebspatienten so wichtig?
Viele verbinden Krankheit immer noch mit Schuldgefühlen. Sie haben den Eindruck, sie seien selbst schuld an der Krankheit. Sie zerfleischen sich mit Selbstvorwürfen und Selbstbeschuldigungen. Da ist es wichtig, sich selbst zu vergeben, weil wir glauben, dass Gott uns vergibt, dass wir von Gott bedingungslos angenommen sind. Viele können sich selbst nicht vergeben, weil sie an den idealen Vorstellungen von sich festhalten und nicht bereit sind, sich in ihrer eigenen Menschlichkeit und Brüchigkeit anzunehmen. Da braucht es den Weg der Selbstvergebung.

(mit Pater Anselm Grün im Dialog war PetRa Weiß)

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