Aktuelle Meldungen der GfBK

Aktuelle Meldungen

„Ich kann.” Das Motto des Weltkrebstages 2017 stellt Patientenkompetenz, Verantwortung und Vertrauen in den Vordergrund.

„Ich bin krank geworden, weil ich zu viel gearbeitet habe, nicht gesund gelebt habe...″. Krebspatienten machen sich oft selbst verantwortlich für ihre Krankheit oder hören dies von anderen. Doch Selbstvorwürfe und Schuldgefühle lähmen. „Fragen Sie sich nicht: Warum bin ich krank geworden?″ sagt Dr. med. Nicole Weis, beratende Ärztin der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK). „Fragen sie: Warum will ich gesund werden?″ Wer sich positive eigene Ziele setzt – zum Beispiel die Abwehr stärken, die Lebensqualität verbessern, stärker auf sich achten – kann selbst Einfluss auf das Krankheitsgeschehen nehmen. „Ich habe meinen Gesundungsweg als mein bisheriges größtes Lebensprojekt verstanden″, sagt der ehemalige Patient Martin Weingart.

Selbstwirksam werden
„Zur ärztlichen Aufgabe gehört nicht nur die ‘Bekämpfung des Krebses’, sondern die Förderung der Selbstwirksamkeit”, sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK). Die Krankheit Krebs bringt Menschen schnell in die passive Opferrolle. Das erschwere den Zugang zu den eigenen inneren Heilkräften. Diese tragen – zusammen mit den therapeutisch medizinischen Maßnahmen entscheidend zur Gesundung bei. „Ich habe mich für ein individuelles und selbstbestimmtes Dasein entschieden, weil das Gegenteil nicht wirklich verlockend ist″, sagt Angela Keller, die ein Mammakarzinom hatte.

Erkrankt einer der Eltern an Krebs, belastet das die Kinder stark. Offenheit ist wichtig, damit Kinder mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein bleiben.

Wenn Eltern die Krebserkrankung eines der Elternteile verschweigen, tun sie das mit guten Absichten. Sie wollen ihre Kinder schonen und vor Belastung schützen. Was Eltern dabei unterschätzen: Die Kinder spüren sehr genau, wenn es der Mutter oder dem Vater schlecht geht. Und sie erleben die Veränderungen im Alltag. Wird nicht darüber gesprochen, malen sich Kindern in ihrer Fantasie schlimme Dinge aus. „Eltern sollten so früh wie möglich über die Krebs-erkrankung eines Elternteils sprechen, auch mit kleinen Kindern”, empfiehlt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) in Heidelberg.

Hohe emotionale Belastung
Schätzungsweise 200.000 Kinder und Jugendliche erleben jährlich in Deutschland, dass Vater oder Mutter an Krebs erkranken. Die Kinder belastet die Erkrankung stark. Manche ziehen sich zurück, andere verhalten sich aggressiv, werden in der Schule schlechter, zeigen körperliche Symptome. Etwa ein Drittel der Kinder mit einem ernsthaft kranken Elternteil zeigt psychische Auffälligkeiten. Das ermittelte die COSIP-Studie („Children of Somatically Ill Parents”), an der zwischen 2002 und 2005 Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern beteiligt waren. Laut Hamburger COSIP-Studie waren ängstlich-depressive Zustände und somatisierende Beschwerden in allen Alters-gruppen (vier bis 17 Jahre) die häufigsten Störungen.

Offenheit stärkt das Vertrauen
Spüren Kinder, dass „etwas in der Familie nicht stimmt“ – und verheimlichen Eltern dies, verunsichert das Kinder. Kann ich dem trauen, was ich wahrnehme? Kann ich den Eltern trauen, wenn sie mir etwas verheimlichen? Offenheit hingegen schafft Vertrauen. Kinder können sich auch während der Krankheit auf ihre Eltern verlassen - die eigene Wahrnehmung wird gestärkt. In einer qualitativen Studie im Rahmen des dänischen COSIP-Projektes betonten die befragten Kinder, dass es ihnen wichtig war, gut über die Krankheit von Vater oder Mutter Bescheid zu wissen. Sie wollten auch in schwierigen Zeiten miterleben, wie es den Eltern geht.

Ärzte, die auf leitliniengerechte Behandlung pochen, Patienten, die bei der Wahl der Therapie ihrer Erkrankung mitentscheiden möchten. Die Konstellation ist konfliktreich. Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. plädiert für eine integrative Medizin: Ärzte und Patienten entscheiden gemeinsam.

Häufig sind die Leitlinien von Fachgesellschaften Grundlage für Therapieentscheidungen bei Krebs. „Konflikte zwischen Arzt und mündigen Patienten sind vorprogrammiert, wenn diese Leitlinien nicht als Empfehlung, sondern als notwendiger Behandlungskatalog gesehen werden, an den sich die Patienten halten sollen”, sagt Dr. med. Nicole Weis von der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) in Heidelberg.

Beispiel Brustkrebs: Zwei Drittel der Patientinnen möchten aktiv in die Therapieentscheidungen einbezogen werden. Besonders Brustkrebspatientinnen haben den Wunsch, auch komplementär-medizinisch beraten zu werden, so die langjährige Erfahrung der Krebsabwehr (GfBK), eine wachsende Zahl von Frauen ist kritisch gegenüber Chemo- und Strahlentherapien eingestellt.

Für 70 Prozent der Krebspatienten ist das persönliche Gespräch mit dem Arzt die wichtigste Informationsquelle, so das Ergebnis einer Studie der Universität Frankfurt/Main. Patienten suchen eine individuelle Beratung, die sie bei ihrem persönlichen Umgang mit der Krankheit Krebs unterstützt. Diesem Wunsch steht der Zeitmangel in Kliniken und Praxen gegenüber. „Den erleben die Patientinnen spätestens dann, wenn sie individuelle Fragen stellen oder Therapievorschläge kritisch hinterfragen”, so Weis weiter.

Viele Frauen machen dann die Erfahrung, dass im zu kurzen Arztgespräch Zeitdruck und Angst aufgebaut werden. Patientinnen würden dazu gedrängt, die Operation oder Chemotherapie innerhalb kürzester Zeit durchführen zu lassen. Angst werde zum Hauptgrund für die Therapieentscheidung. „Dabei ist Brustkrebs kein Notfall.” So zeigte eine dänische Studie mit 750 Frauen, dass ein früher Beginn einer Chemotherapie innerhalb der ersten drei Wochen nach Operation keinen Überlebensvorteil bedeutet.

Im Klinikalltag werde die gemeinsame Entscheidungsfindung häufig verwechselt mit dem Konstrukt des „informed consent”, der informierten Entscheidung. Der Patient wird aufgeklärt und stimmt den vorgeschlagenen „leitliniengerechten” Therapieoption der ärztlichen Experten zu.

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. setzt sich für das „Shared Decision Making”, also die gemeinschaftliche Entscheidungsfindung ein. Ausgangsthese hier ist: Es gibt nicht die eine optimale Therapie für den einzelnen Patienten, die von Experten bestimmt wird. Die aktive Mitarbeit der Patienten und die Einbeziehung der persönlichen, körperlichen und seelischen Gegebenheiten ist notwendig, um die optimale Therapie in einer gemeinsamen Entscheidung festzulegen.

Therapiefreiheit der Ärzte und Selbstbestimmungsrecht der Patienten
Leitlinien bzw. Empfehlungen der jeweiligen Fachgesellschaften beinhalten keine rechtliche Verpflichtung. Werden Patienten über mögliche Risiken aufgeklärt, darf der behandelnde Arzt im Interesse des Patienten und der Weiterentwicklung der medizinischen Wissenschaft von den Leitlinien abweichen und neue bzw. unkonventionelle Behandlungsmethoden einsetzen. Rechtlich gesehen ist die Basis der heilberuflichen Profession die sogenannte Therapiefreiheit.

Patienten wiederum haben aufgrund des verfassungsrechtlich garantierten Selbstbestimmungs-rechtes die Wahl, von welchem Arzt und mit welchen Therapien sie sich behandeln lassen wollen. Das beinhaltet auch das Recht auf eine (vermeintlich) medizinisch unvernünftige Entscheidung. Jede in den Leitlinien fixierte Therapie darf abgelehnt werden.

Dr. med. Nicole Weis fordert eine neue Kultur der Integration in der heutigen Medizin. „Neu im Sinne davon, dass die Medizin wieder als Dienstleistung am Patienten verstanden wird.” Auch wenn die am Patienten orientierte, individualisierte, ganzheitliche Beratung mehr Zeit erfordert. „Sie lohnt sich, da die Patienten besser in der Lage sind, die für sie stimmige Entscheidung und deren Konsequenzen mitzutragen.”

Dr. med. Nicole Weis Patientenkompetenz und Leitlinien-orientierte Medizin – ein Plädoyer Dr. med. Nicole Weis, „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Patientenkompetenz und Leitlinien-orientierte Medizin – ein Plädoyer”, Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2016; 2/2016, Band 48: S. 48–54

Hier finden Sie einen stimmungsvollen Rückblick auf die Veranstaltung. Die slideshow wird uns zur Verfügung gestellt von Joanna Brügmann und Marleen Schenk

Am 23.9.2016 lud die GfBK-Beratungsstelle Hamburg zum Patienteninformationstag ein
Die Beratungsstelle ist seit 33 Jahren in Hamburg Ansprechpartnerin für KrebspatientInnen. Unter dem Motto "Selbstheilung - das Potenzial in uns" feierten die TeilnehmerInnen und ReferentInnen das 10jährige Jubiläum in der VHS West.
Jutta Trautmann, Leiterin der Beratungsstelle berichtete über das Projekt "ÜberLebensKunst", Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der GfBK kam aus Heidelberg und hielt einen inspirierenden Vortrag zum Thema Selbstheilung - Das Potential in uns.
Angela Keller, Beraterin in der Hamburger GfBK, sorgte für eine Bewegungspause mit wunderbar auflockernden Übungen und nach dem Auftritt des Improvisationstheaters "hidden shakespeare" freuten sich alle Teilnehmer über die Gelegenheit zum Austausch und Beisammensein.

Dr. Ebo Rau, GfBK-Vorstand von 2006 bis 2016Mit einem besonderen Dankeschön wurde Dr. med. Ebo Rau aus der bisherigen aktiven Vorstandsarbeit verabschiedet.
Seit 2006 war er Vorstandsmitglied und hat sich in dieser Funktion in besonderem Maße um die Belange der GfBK gekümmert. Die vielfältigen Benefizprodukte der GfBK sind unter seiner Federführung und durch sein großes Engagement entstanden. Sein Wunsch war und ist es immer noch, dass es eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen der Schulmedizin und der biologischen Medizin bzw. der GfBK gibt, die geprägt ist durch gegenseitigen Respekt und der Anerkennung der ergänzenden Heilmethoden zum Wohle des Patienten.
Seinen außergewöhnlichen Weg (vom früher praktizierenden Allgemeinmediziner zum Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten) und seinen nachfolgenden Gesundungsweg beschreibt er immer wieder eindrucksvoll in seinen Vorträgen und Seminaren. Unterstützende Methoden, die er für sich dabei gefunden hat, möchte er an andere Betroffene weitergeben. Sein Weg steht in besonderem Maße dafür, Hoffnung zu geben auch in einer vermeintlich aussichtslosen Situation mit schwerer Erkrankung oder schlechter Prognose.
GfBK-Vorstand, Mitarbeiter/-innen und die Mitgliederversammlung wünschen Dr. Ebo Rau alles Gute und tägliche Freude in seinem weiteren „Un-Ruhestand”.

GfBK-Mitgliederzeitschrift momentum-gesund leben bei Krebsmomentum will Impulse für ein gesundes Leben geben. Selbstheilung ist Schwerpunkt des ersten Heftes.
Mit ihrer neuen Mitgliederzeitschrift momentum – gesund leben bei Krebs will die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) noch stärker Gewicht auf die Salutogenese legen. „Gesundheit ist dabei kein Zustand, sondern eine Richtung in die Menschen sich bewegen”, sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der GfBK. Sinnvolle Etappenziele seien mehr Lebensqualität, ein mehr entspannter Umgang mit der Erkrankung Krebs und eine ausgewogene seelische Balance. momentum will wissenschaftliche und spirituelle Anregungen geben, wie Patienten ihren Weg meistern können.

Die Diagnose Brustkrebs kann posttraumatische Belastungssymptome auslösen. Dies ist das Ergebnis der Studie Cognicares um Dr. Kerstin Hermelink vom Brustzentrum der Frauenklinik der Universität München. Bei einer Mehrheit der Frauen sind diese noch ein Jahr nach der Diagnose messbar. Laut Studie zeigten vier von fünf Frauen vor Beginn der Behandlung posttraumatische Belastungssymptome wie zum Beispiel ständige, unabweisbare Gedanken an die Erkrankung, das Gefühl emotionaler Taubheit, große Reizbarkeit mit Wutausbrüchen und übermäßige Schreckhaftigkeit, so die Meldung der Universitätsklinik München. Ein Jahr später litten demnach noch mehr als die Hälfte der Frauen unter posttraumatischen Symptomen. Bei zwei Prozent der Patientinnen hatte sich eine voll ausgeprägte Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt.

Kommentar der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V.:
Die Belastungssysmptome können die Widerstandskräfte des Körpers schwächen und den Gesundungsprozess behindern. Deshalb empfiehlt die GfBK, dass Patientinnen selbst etwas für Ihre psychische Stabilisierung tun – oder professioneller Unterstützung suchen. Nach zu lesen unter "Was kann ich selbst tun?", wie Sie Ihre gesunden Anteile und Ressourcen stärken können. Die Daten von Cognicares wurden mithilfe eines diagnostischen Interviews von Psychologen erhoben. Untersucht wurden nur Patientinnen ohne Metastasen. Zudem wurden Frauen mit psychischen Vorerkrankungen und fehlenden Deutschkenntnissen ausgeschlossen. Mehr zur Studie

„Wir können. Ich kann.” Unter diesem Motto steht der Weltkrebstag 2016. Selbstverantwortung, Vertrauen und Zuversicht unterstützen Krebspatienten beim Heilungsprozess, so die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V.

„Ja, ich kann”. Dieses Motto überrascht, wenn es um Krebs geht. Sind doch mit der Erkrankung Ängste und tiefe Verunsicherungen verbunden. Doch stellen sich alle Krebspatienten auch die Frage: Was kann ich selbst tun, um wieder gesund zu werden?

Ich kann meinen persönlichen Weg finden und gehen
Krebs wird in der Onkologie meist standardmäßig behandelt. Doch jeder Krebs ist anders, die Verläufe sind völlig unterschiedlich und die an Krebs Erkrankten sind ganz unterschiedlich. „Die Idee einer Standardbehandlung nur auf der Grundlage medizinischer Befunde ist nicht hilfreich. Für jeden Menschen gibt es einen eigenen, persönlichen Weg zur Gesundung”, sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V. „Zentral ist die Frage: Muss ich – als passives Opfer – mein Schicksal ertragen – oder verfüge ich über eigene Kräfte und kann diese sinnvoll mobilisieren?”

Patienten setzen sich eigene Therapieziele wie Stärkung der Abwehr, Lebensqualität verbessern. Sie ändern Belastungen, achten stärker auf sich, verändern ihren Lebensstil, um einen stimmigen Weg zu finden, mit der Erkrankung umzugehen.

Die Bedeutung der Ernährung im Kontext von Krebserkrankungen kann heute aufgrund der epidemiologischen Forschung und auch der wissenschaftlichen Evidenz nicht mehr bestritten werden. Die Ernährung beeinflusst das Stoffwechselgeschehen und das Stoffwechselgeschehen wiederum den Verlauf einer Tumorerkrankung. Eine gesundheitsfördernde Ernährung vermindert das persönliche Krebsrisiko und kann nach überstandener Erkrankung einem Rückfall vorbeugen. Sie liefert wichtige Schutzstoffe, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und stärkt die körpereigenen Regulations- und Heilkräfte.
Lesen Sie hier den Artikel von Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der GfBK e.V., erschienen in der Zeitschrift Erfahrungsheilkunde, 64/2015.

Für 70 Prozent der Krebspatienten ist das persönliche Gespräch mit dem Arzt die wichtigste Informationsquelle, besonders für Patienten über 60 Jahre. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Dr. Senckenbergischen Chronomedizinischen Instituts SCI an der Universität Frankfurt/Main. Knapp die Hälfte der Befragten wendet sich an Selbsthilfegruppen, knapp 30 Prozent suchen das direkte Gespräch in Krebsberatungsstellen. Fast die Hälfte der befragten Angehörigen von Krebs-patienten informiert sich im Internet.